SAP forciert Standardisierung in der Fertigungsindustrie

May 13, 2004 by SAP News 0

Shop Floor to Top Floor“ für mehr Integration

New Orleans, USA / WienAuf ihrer internationalen Kundenkonferenz SAPPHIRE in New Orleans hat SAP heute eine schnellere Verbreitung von Industriestandards in der Fertigung gefordert. Unter dem Namen „Shop Floor to Top Floor“ startet SAP zwei Programme, um die Integration von Fertigungssystemen und Unternehmensanwendungen im Interesse adaptiver Produktionsprozesse voran zu treiben. So rief der Softwarehersteller eine Initiative ins Leben, um die Einführung verbindlicher Standards für den Daten- und Informationsaustausch in der Fertigungsindustrie zu beschleunigen. Eine Zahl führender Firmen, darunter DuPont Engineering, Siemens und Rockwell Automation haben ihre Unterstützung bereits zugesagt. Gleichzeitig kündigte SAP ein Partnerprogramm an, mit dem Ziel, die Integration von Produktions- und Geschäftsanwendungen auf Basis von SAP NetWeaver zu verbessern.

Allgemein anerkannte Industriestandards tragen entscheidend zur Entwicklung integrierter Lösungen bei und helfen, die Flexibilität in der Fertigung zu erhöhen sowie gleichzeitig die Kosten für Fertigungssysteme zu senken. Die dadurch frei werdenden Mittel können damit in innovative und wachstumsfördernde Maßnahmen fließen.

Mit ihrer Standardisierungsinitiative spricht SAP ein wichtiges Problem an, vor dem Fertigungsunternehmen weltweit derzeit stehen: Die fehlende Verständigung über die Einführung definierter Standards behindert den effizienten Daten- und Informationsaustausch zwischen „Shop Floor“-Lösungen, also Produktionssystemen, und Geschäftsanwendungen.

Im ersten Schritt hat SAP jetzt ihre Kunden und Partner aufgerufen, sich aktiv an der Definition eines Zeitplanes für die breite Übernahme vorhandener Standards für die Prozessindustrie zu beteiligen und konkret die Akzeptanz des Standards ISA95 1 zu unterstützen. Die Initiative soll zudem die Definition noch ausstehender Standards für die Fertigung forcieren, bei denen eine Einigung derzeit aussteht. Hierfür startet SAP ab Juni 2004 mit Kunden und unabhängigen Softwareherstellern aus der Fertigung eine Serie interaktiver Workshops. Des Weiteren ist anlässlich der SAP TechEd Konferenz im Oktober 2004 ein entsprechendes Industrietreffen geplant.

Breite Unterstützung aus der Industrie
Führende Lösungsanbieter für die Fertigungsindustrie haben ihre Unterstützung für die SAP-Initiative zugesagt, darunter DuPont Engineering, Siemens, Rockwell Automation, Emerson Process Management, Honeywell, OSISoft, die Geschäftsbereiche Wonderware and ArchestrA von Invensys, Apriso, Lighthammer Software Development sowie die FORCAM GmbH, PSI-BT Business Technology for Industries AG, die MPDV Mikrolab GmbH und die ABB Group.

„Wir begrüßen und unterstützen Herstellerinitiativen zur Übernahme verbindlicher Standards für das Management operativer Fertigungsprozesse“, betont Ray Walker, Principal Consultant bei DuPont Engineering. „Wir unterstützen Standards wie ANSI/ISA95. Sie sind entscheidend, um in der Fertigung in Echtzeit zusammen arbeiten zu können.“

„SAP genießt hohes Ansehen in der Fertigungsindustrie und ist für ihr ausgereiftes Lösungsangebot im Bereich Fertigung weltweit anerkannt. Wenn SAP spezifische Standards unterstützt, hat dies zusätzliches Gewicht“, ergänzt Bob Mick, Vice President für Emerging Technology beim Analystenhaus ARC. „Wenn Standards wie ISA95 in SAP-Lösungen Eingang finden, wird das die industrieweite Verbreitung erheblich beschleunigen.“

SAP-Unterstützung für bestehende Standards
SAP spielt eine aktive Rolle bei der Verbreitung und Unterstützung verschiedener Industriestandards etwa für den Datenaustausch, darunter RosettaNet (HighTech), Chem eStandards (Chemie), UCCNet (Konsumgüter und Handel), papiNet (Papierverarbeitung), HL7 (Gesundheitswesen) sowie PIDX (Öl und Gas). Um die Kompatibilität von Anwendungen und Geschäftsprozessen zu fördern, arbeitet SAP eng mit branchenspezifischen und industrieübergreifenden Standardisierungsgremien zusammen, darunter ACORD (Versicherungen), AIAG (Automobil), CWM (Business Intelligence), GCI (Konsumgüter und Einzelhandel), HR-XML (Personalmanagement), OPC (Prozessindustrien), SPEC2000 (Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung), S.W.I.F.T. (Banken), TWIST (Vermögensverwaltung), VICS (Lieferkettenmanagement) und XBRL (Buchhaltung und Bilanzierung).

„Für Unternehmen zählen ein möglichst effizienter Betrieb und geringe Lagerbestände. Damit übernimmt die Produktion zunehmend die Rolle eines Puffers, über den Schwankungen in der Lieferkette ausgeglichen werden“, erklärt Claus Heinrich, Vorstandsmitglied der SAP. „Daher ist die enge Verbindung zwischen zentralen Fertigungsprozessen und anderen Geschäftsabläufen unverzichtbar, um eine wirklich anpassungsfähige Organisation zu erreichen. Die weit verbreitete Heterogenität bei Produktionssystemen macht es für Softwareanbieter zwingend erforderlich, sich auf verbindliche Standards zu einigen. Nur so können Interoperabilität und ein reibungsloser Informationsfluss zwischen Fertigungssystemen erreicht werden, die von Unternehmen bereits eingesetzt werden oder noch implementiert werden sollen.“

SAP NetWeaver unterstützt Flexibilität in der Fertigung
Standards bilden den notwendigen Rahmen für übergreifende Lösungen. Für die Einbindung verteilter IT-Systeme in Lösungen für echtzeitfähige Produktionsprozesse ist darüber hinaus eine Integrationsebene unabdingbar. Die Technologieplattform SAP NetWeaver unterstützt die Zusammenarbeit von SAP- und Fremd-Systemen und spielt eine Schlüsselrolle in dem SAP-Programm „Shop Floor to Top Floor“. Integration ist die zentrale Voraussetzung für die Umsetzung der SAP-Vision eines „Adaptive Manufacturing“. Ziel ist es, den Informationsaustausch zwischen bestehenden Einzellösungen für Fertigungssteuerung und Unternehmensanwendungen zu verbessern. Hierdurch werden höhere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in der Fertigung erreicht. Firmen können so auf Daten aus Fertigungssystemen in Echtzeit zugreifen, sie schnell auswerten und an Mitarbeiter in der Fertigung verteilen, ohne dass individuelle und damit teure Adaptoren entwickelt werden müssen. Damit würden auch die Betriebskosten (TCO) deutlich reduziert.

„Shop Floor“-Partnerprogramm
SAP wird im September 2004 ein weiteres Partnerprogramm ins Leben rufen mit dem Ziel, über den reinen Datenaustausch hinaus die Integration von SAP-Lösungen für die Fertigungsindustrie mit Produktionsanwendungen auf Basis von SAP NetWeaver zu fördern. Das Partnerprogramm baut auf der Initiative „Powered by SAP NetWeaver“ auf. Ihm gehören Partnerfirmen an, die Lösungen auf Basis von SAP NetWeaver entwickeln.

Anmerkung für die Redaktion
Die ISA95 Standardssind eine Kombination aus mehreren Standards, die Schnittstellen zwischen Geschäftsanwendungen und Fertigungssystemen definieren.

Teil 1: Modelle und Terminologie, umfasst ein Wörterbuch mit allgemeine Begriffen, die IT- und Fertigungs-Experten verwenden, um Informationen zu dokumentieren, die zwischen Geschäftsanwendungen und Fertigungssystemen ausgetauscht werden. Es enthält Definitionen für den Austausch von statischen und dynamischen Informationen.

Teil 2: Datenstrukturen und Eigenschaften, erläutert Details und Beispiele, um die in Teil 1 definierten Objekte zu erklären und zu illustrieren. Teil 2 beschreibt die Produktion in Bezug auf verfügbares Personal, verwendetes und verarbeitetes Material, verwendetes Equipment sowie die Produktionssegmente, die für die Planung und Kostenkalkulation verwendet werden.

Die S95 Kommission arbeitet an Teil 3 zur Definition von Modellen singulärer, nicht bezogener Aktivitäten, die zwischen Herstellungsprozessen und Logistiksystemen stattfinden können. Damit soll die Vision des integrierten Unternehmens umgesetzt werden

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