Die neue Rolle der Informationstechnologie

March 7, 2005 by SAP News 0

Weltweite Umfrage bei rund 4000 Führungskräften

Walldorf/WienErfolg und Wachstum im globalen Wettbewerb werden zukünftig stark von hoher Anpassungsfähigkeit einer Organisation und ihres Geschäftsmodells abhängen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Economist Intelligence Unit (EIU) im Auftrag der SAP*. Befragt wurden rund 4000 Führungskräfte aus Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen in den 23 stärksten Volkswirtschaften, zu den größten wirtschaftlichen Herausforderungen bis zum Jahr 2010. Die Mehrheit ist der Meinung: Im Vordergrund steht weniger, welche Produkte und Dienstleistungen eine Organisation anbietet, sondern wie schnell sie in der Lage ist, diese an Kunden zu liefern und wie flexibel sie auf Marktveränderungen reagieren kann. Informationstechnologie spielt in diesem Szenario eine zentrale Rolle, als Basis für die schnelle Umsetzung and Anpassung von Geschäftsmodellen.

Manager fürchten – so ein Ergebnis der Studie – weniger die Konkurrenz aus neuen Wachstumsregionen als die Konsolidierung unter bestehenden Marktteilnehmern. So halten über 60 Prozent Unternehmensgröße wichtig für das Überleben einer Organisation in den kommenden fünf Jahren. Die Fähigkeit, sich schnell an Veränderungen anzupassen, halten 33 Prozent für die größte Management-Herausforderung – für 68 Prozent gehört sie zu den drei zentralen Aufgaben für die nächsten Jahre. In diesem Zusammenhang messen 54 Prozent der Manager höherer Flexibilität bei der Umsetzung neuer Geschäftsmodelle eine größere Bedeutung bei als neuen Produkten oder Service-Angeboten. Gleichzeitig erwarten sie, dass Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter noch höhere – und oft widersprüchliche – Ansprüche an Organisationen stellen werden.

„Um 2010 erfolgreich zu sein, müssen Flexibilität, Offenheit, Zusammenarbeit und Schnelligkeit zu einem Teil der Unternehmenskultur werden“, erklärt Henning Kagermann, Vorstandssprecher der SAP. „Unternehmen werden sich zunehmend auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und müssen sich noch stärker auf ein integriertes Netzwerk von Partner- und Zulieferfirmen verlassen, um Kundenerwartungen im Bezug auf Flexibilität und Bequemlichkeit zu erfüllen. In so einem geschäftlichen Ökosystem aus verschiedenen Firmen muss es möglich sein, in kürzester Zeit neue Business-Modelle zu implementieren, um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern.“

„Informationstechnologie als Commodity zu bezeichnen, wäre vorschnell“, kommentiert Erik Brynjolfsson, Professor für Management at MIT Sloan School und Direktor des Massacusetts Institute of Technology (MIT) Center für eBusiness. „In den nächsten fünf Jahren werden wir wahrscheinlich mehr Innovation durch den Einsatz von IT sehen als jemals zuvor. Diese neue Studie deckt sich mit unseren Erkenntnissen, wonach IT eine zunehmend wichtigere Rolle spielt, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und stärker auf den Kunden zu fokussieren. In dem Maße wie die Kosten für IT sinken, steigt das Potenzial für Innovationen, die erst durch IT ermöglicht wird.“

„Das Tempo von Globalisierung und technologischem Wandel resultiert in immer kürzeren Innovationszyklen“, ergänzt Daniel Franklin, Editorial Director des Economist Intelligence Unit. „Hinzu kommt ein weltweiter Trend zur Liberalisierung in Branchen und Märkten. In den nächsten Jahren wird die Geschwindigkeit, mit der Veränderungen stattfinden, noch größer werden. Manager wissen, dass die Uhr schneller tickt.“

Ergebnisse der Studie im Überblick:

  • Mehr Wissen über Kunden. Die größte Herausforderung für langfristigen Erfolg sehen die Befragten in der permanenten Beobachtung von Veränderungen im Kundenverhalten sowie der Umsetzung dieses Wissens in Produkt- und Service-Innovation, um Kundenerwartungen jederzeit zu erfüllen.
  • Anpassungsfähigkeit und Innovation als strategische Instrumente – Ein Drittel der Führungskräfte sieht hohe Anpassungsfähigkeit als wichtigste Management-Aufgabe. Für 18 Prozent hat schnelle Innovation oberste Priorität.
  • Spezialisierung statt Diversifikation – Allgemein wird erwartet, dass der Wettbewerb in den kommenden fünf Jahren zunehmen wird. Drei von fünf Befragten betrachten Marktkonsolidierung als größte Bedrohung, der Rest sieht Gefahren eher durch neue Wettbewerber aus Wachstumsmärkten. Vor diesem Hintergrund planen 60 Prozent der Unternehmen, noch stärker auf die Verbesserung bereits existierender Produkte und Serviceangebote zu fokussieren.
  • IT als Wettbewerbsvorteil – Mehr als 80 Prozent der Befragten sehen IT in der zentralen Rolle, um die notwendigen Veränderungen im Unternehmen zu ermöglichen und sich den zukünftigen Herausforderungen erfolgreich zu stellen. Knapp 60 Prozent sind der Auffassung, dass IT als strategisches Wettbewerbinstrument eingesetzt werden sollte und nicht nur als Triebkraft für mehr Kosteneffizienz.
  • Sorge über den Verlust von Talenten – Knapp 50 Prozent der Manager halten die Bindung von Mitarbeitern für die größte Herausforderung im Bereich Personalführung. Ebenso viele sehen in der Abwanderung von Talenten zum Wettbewerb die größte Gefahr für die Erhaltung intellektuellen Eigentums.
  • Enge Koppelung von Vergütung und Leistung – Die überwältigende Mehrheit der Befragten in allen Regionen ist sich einig, dass Vorstandsgehälter eng mit der Unternehmensleistung gekoppelt sein sollten. Außerdem sind 82 Prozent der Auffassung, dass der Wert einer Marke zukünftig stärker an eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung gebunden sein wird.

„Die Studie zeigt, dass Flexibilität, Offenheit, Zusammenarbeit und Schnelligkeit von Unternehmen ein Resultat des richtigen Einsatzes von Informationstechnologie sind“, folgert Denis McCauley, Director of Global Technology Research beim Economist Intelligence Unit. „Führungskräfte scheinen wieder die Überzeugung zu gewinnen, dass Technologie eine Triebfeder für wirtschaftliche Veränderungen ist.“

*Die Studie „Business 2010: Embracing the challenge of change“ ist kostenlos auf der Economist Intelligence Unit’s Executive Briefing Website erhältlich unter www.eiu.com/Business2010

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