SAP kündigt Übernahme von Lighthammer an

June 23, 2005 by SAP News 0

Verbesserter Informationsfluss und Zusammenarbeit in der Fertigung

WalldorfDie SAP AG hat die Übernahme der Lighthammer Software Development Corporation mit Sitz in Exton, Pennsylvania, angekündigt. Lighthammer ist ein Softwareanbieter für Daten- und Leistungsanalysen in der Fertigung – Enterprise Manufacturing Intelligence – sowie Lösungen für die Zusammenarbeit – Collaborative Manufacturing. SAP plant, die Collaborative Manufacturing Suite (CMS) von Lighthammer als SAP xApps auf der NetWeaver-Plattform bereit zu stellen. Damit sind die mehr als 12.000 SAP-Kunden in der Fertigungsindustrie in der Lage, Geschäfts- und Produktionsprozesse, insbesondere auf dem Gebiet der Echtzeitanalysen über Produktionsleistung und Planungsabweichungen, besser zu verknüpfen und so eine höhere Wertschöpfung zu erzielen. SAP geht davon aus, dass die Übernahme des nicht börsen-notierten Unternehmens im nächsten Monat abgeschlossen sein wird. Dabei werden die Mitarbeiter von Lighthammer übernommen und in die Organisationen von SAP America und SAP Labs eingebunden, bleiben jedoch an ihrem derzeitigen Standort in Exton.

Aus Sicht der SAP untermauert der Kauf von Lighthammer das erklärte Unternehmensziel, eine ISA-95-fähige Fertigungslösung anzubieten, um die Komplexität in der betriebsspezifischen Verknüpfung von Fertigungssystemen und Geschäftsprozessen zu reduzieren und so eine schnellere Wertschöpfung zu erreichen.

“Der Kauf von Lighthammer unterstützt unsere Strategie, Kunden die Lösungen und Technologien zu liefern, mit denen sie Adaptive Business Networks schaffen können“, erklärt Nils Herzberg, Senior Vice President für Manufacturing Industry Solutions in der Product and Technology Group (PTG) der SAP. „Wesentliche Voraussetzung dafür ist der Brückenschlag zwischen Fertigungs- und Geschäftsebene, um eine anpassungsfähige Produktion zu erreichen. Mit Adaptive Manufacturing beschreibt SAP die Fähigkeit eines Fertigungsunternehmens, einerseits Beschaffung und Lagerbestände so wirtschaftlich wie möglich zu organisieren und gleichzeitig die Produktion dynamisch an unvorhergesehene Veränderungen anpassen zu können.“

Hierfür wird die neue SAP-Lösung Echtzeit-Analysen von Produktionsabweichungen und Leistungsschwankungen bereit stellen sowie die entsprechenden Ursachen und Auswirkungen auf das Geschäft darstellen. Auf dieser Grundlage können Firmen gemeinsam mit den Produktionsverantwortlichen umgehend auf Veränderungen in Auftragslage oder Lieferketten reagieren und Fertigungsprozesse entsprechend anpassen. In der Kombination mit dem Lighthammer-Angebot ermöglicht SAP ihren Kunden nicht nur die Echtzeit-Datenintegration zwischen ERP- und Produktionssystemen, sondern sorgt auch für sofort umsetzbare, einheitliche Echtzeit-Analysen und deren Visualisierung – oftmals auch als Manufacturing Intelligence bezeichnet. Außerdem sind Fertigungsunternehmen in der Lage, bestehende Investitionen besser auszuschöpfen und damit die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership / TCO) zu senken.

„Gelingt es, die Barriere zwischen Fertigungsebene und Geschäftsprozessen zu überwinden, führt dies automatisch zu mehr Effizienz in Produktion und Lieferketten“, bestätigt Kirk Royster, Manager of Global Enterprise Architecture bei Dow Corning. „Wir haben die Lighthammer-Lösung auf Basis SAP NetWeaver mit den Dashboards von SAP Manufacturing Intelligence kombiniert. Damit erhalten unsere Fertigungsleiter wie auch die Produktionsmitarbeiter jetzt alle relevanten Informationen und Leistungsindikatoren. Sie können rechtzeitig Entscheidungen treffen und kennen auch deren Auswirkungen auf das Geschäft. Dies hat bei Dow Corning bereits zu einer höheren Reaktionsfähigkeit und quantifizierbarem Mehrwert geführt.“

Auf Basis des ISA 95-Standards für Interoperabilität, tauschen die Lösungen von Lighthammer und SAP Daten aus und übertragen diese auf SAP Manufacturing Intelligence Dashboards, also elektronische Informationstafeln. So werden Informationen in Form von Indikatoren, Berichten und Warnungen aufbereitet, um das Produktionspersonal bei ihren Entscheidungen zu unterstützen. Damit erkennen Mitarbeiter Abweichungen in Echtzeit und können mit Hilfe von Funktionen für die Detailanalyse die entsprechenden geschäftlichen und finanziellen Auswirkungen besser verstehen. Das System zeigt außerdem alternative Arbeitsabläufe auf, mit denen Abweichungen schnell und wirtschaftlich behoben werden können, um so eine höhere Produktivität sicher zu stellen.

“Lighthammer und SAP arbeiten bereits seit längerem auf dem Gebiet der SAP xApps zusammen und wir sind überzeugt von dem Konzept der Adaptive Business Networks“, kommentiert Russel Fadel, CEO von Lighthammer. „Wir freuen uns, Teil der SAP-Gruppe zu werden und SAP-Kunden in der Fertigungsindustrie zukünftig weiteren Mehrwert zu bieten.“

Anmerkung für die Redaktion
1 Die ISA95-Standards sind eine Kombination aus mehreren Standards, die Schnittstellen zwischen Geschäftsanwendungen und Fertigungssystemen definieren. Teil 1: Modelle und Terminologie, umfasst ein Wörterbuch mit allgemeinen Begriffen, die IT- und Fertigungs-Experten verwenden, um Informationen zu dokumentieren, die zwischen Geschäftsanwendungen und Fertigungssystemen ausgetauscht werden. Es enthält Definitionen für den Austausch von statischen und dynamischen Informationen. Teil 2: Datenstrukturen und Eigenschaften, erläutert Details und Beispiele, um die in Teil 1 definierten Objekte zu erklären und zu illustrieren. Teil 2 beschreibt die Produktion in Bezug auf verfügbares Personal, verwendetes und verarbeitetes Material, verwendetes Equipment sowie die Produktionssegmente, die für die Planung und Kostenkalkulation verwendet werden. Die S95 Kommission arbeitet an Teil 3 zur Definition von Modellen singulärer, nicht bezogener Aktivitäten, die zwischen Herstellungsprozessen und Logistiksystemen stattfinden können. Damit soll die Vision des integrierten Unternehmens umgesetzt werden.

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