Übernahme von Virsa abgeschlossen

May 18, 2006 by SAP News 0

Neuer SAP-Geschäftsbereich für Governance, Risk and Compliance Management unterstützt nachhaltige Unternehmensführung

Orlando, USA/WalldorfAuf ihrer internationalen Kundenkonferenz SAPPHIRE, die vom 16. bis 18. Mai in Orlando/Florida stattfindet, hat SAP gestern die Gründung eines neuen Geschäftsbereiches für Governance, Risk and Compliance Management (GRC) bekannt gegeben. Ziel ist es, auf Basis des bestehenden Software-Portfolios für Compliance sowie der Produkte aus der Virsa-Übernahme (1), durchgängige Lösungen für die Einhaltung gesetzlicher Richtlinien und das Risikomanagement zu schaffen. Im Gegensatz zu gängigen Produkten, die nur Teilaspekte adressieren, setzt SAP auf einen ganzheitlichen Ansatz, um gesetzlich geforderte Kontrollen und Instrumente für nachhaltige Unternehmensführung fest in den IT-Strategien der Unternehmen zu verankern. Die Lösungen adressieren börsenrechtliche Auflagen wie Sarbanes-Oxley, branchenspezifische Anforderungen wie Emissionsrichtlinien für die Energiewirtschaft oder Basel II für den Bankensektor, aber auch branchenübergreifende Aufgaben, etwa zur Einhaltung internationaler Handelsbestimmungen mit SAP Global Trade Services.

Geschäftssoftware für nachhaltige Unternehmensführung und bessere Risikosteuerung gewinnt an Bedeutung und Firmen benötigen leistungsfähige Lösungen, die auch in heterogenen Umgebungen Geschäftsprozesse optimal steuern sowie Risiken und gleichzeitig Kosten reduzieren. Durch die Einbindung entsprechender Kontrollfunktionen in Geschäftsprozesse können Unternehmen jeder Größe und Branche die für sie gültigen Auflagen automatisch und kostengünstig erfüllen. Nach neun Monaten strategischer Planung und dem offiziellen Abschluss der Virsa-Übernahme am 12. Mai, verschafft sich SAP mit einer umfassenden Palette an Compliance-Software eine Schlüsselposition in diesem rasant expandierenden Markt. Die 250 Beschäftigten von Virsa und ihr umfassendes Know-how bilden dabei ein konstituierendes Element für den neuen GRC-Geschäftsbereich. “Die Virsa-Übernahme stärkt die Position der SAP im GRC-Markt nachhaltig”, bestätigt John Hagerty, Vice President und Research Fellow beim US-Amerikanischen Analystenhaus AMR Research. “Damit lassen sich zwar noch nicht alle Aufgaben umsetzen, aber SAP legt einen soliden Grundstein für weitere Entwicklungen. Es ist davon auszugehen, dass SAP ihr Portfolio in spezifischen Funktionsbereichen durch die Integration von Partnerprodukten vervollständigt.”

Führungsposition im Compliance-Markt
Firmen stehen unter einem großen Druck zusehends komplexere Auflagen und Richtlinien zu erfüllen sowie gleichzeitig die Unternehmensleistung, die Risikosteuerung und das Vertrauen der Anleger zu erhöhen. GRC-Lösungen stießen bislang auf zwei Hindernisse: verteilte, fragmentierte Geschäftssysteme und -prozesse, die hohe Kosten für Risiko- und Compliance-Management nach sich zogen, sowie geringe Investitionen in die Planung und schrittweise Umsetzung einer umfassenden GRC-Strategie. Dies liegt auch in den hohen Anforderungen und der Komplexität einer unternehmensweiten IT-Strategie begründet, die GRC-Prozesse und -Anwendungen umfassend unterstützen kann: Bisher gab es für Firmen kaum eine Lösung, um Risiken effizient zu kontrollieren und zu steuern, gleichzeitig fehlen ihnen die finanziellen Mittel und Ressourcen für einen Bereich, der keinen unmittelbar messbaren Ertrag generiert.

“Unternehmensweites Risikomanagement ist bei CA weitreichender als es Sarbanes-Oxley vorschreibt. Dazu setzen wir Lösungen von SAP, Virsa sowie eigene Produkte ein”, erklärt Kevin Kern, CIO beim Datenbank- und Systemmanagement-Spezialisten CA. “Wir sehen klare wirtschaftliche Vorteile in der direkten Verknüpfung zentraler Geschäftsprozesse mit einem GRC-Management. Um das Vertrauen unserer Investoren zu steigern, setzen wir nicht nur auf Nachkontrollen, sondern auch auf Prävention – auf ein Rahmenwerk, das unser Geschäft transparent und zuverlässig macht. Daher unterstützen wir die SAP-Initiative für einen ganzheitlichen Ansatz im Risiko-Management.”

Ganzheitliches Compliance-Management
Jedes Rahmenwerk für Governance, Risikomanagement und Compliance muss auf das individuelle Unternehmen zugeschnitten sein. Dafür müssen zentrale Geschäftsanforderungen mit bereits vorhandenen Compliance-Prozessen und den Zielsetzungen der Unternehmensleitung sorgfältig abgestimmt werden. Idealerweise werden zunächst wenige, besonders wichtige Risikobereiche ausgewählt, um hierfür passende GRC-Lösungen zu implementieren, die sich an den Geschäfts- oder GRC-Zielen orientieren. Aufbauend auf den gewonnenen Erfahrungen lassen sich Modelle für den weiteren Ausbau des Governance, Risk and Compliance Management entwerfen, um so schrittweise eine komplette GRC-Strategie umzusetzen.

“Schätzungen zufolge werden Unternehmen alleine in diesem Jahr rund 27 Milliarden US-Dollar für taktische Compliance-Lösungen ausgeben”, erläutert Henning Kagermann, Vorstandssprecher der SAP. “Dennoch bleiben hohe Risiken und der Kostendruck weiter bestehen. Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir Firmen dabei unterstützen, gesetzliche Auflagen zu erfüllen sowie gleichzeitig ein strategisches Risikomanagement zu betreiben, nicht zuletzt, um dies als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Hierfür werden wir für unsere Kunden ein integriertes, heterogenes GRC-Fundament schaffen, das sie pragmatisch umsetzen können – basierend auf ihrer vorhandenen IT-Umgebung mit SAP-Anwendungen und anderen Technologien.”

Zu den wichtigen Vorteilen eines ganzheitlichen Compliance-Ansatzes zählen:

  • Wertzuwachs für Aktionäre – nachhaltige Unternehmensführung wirkt vordringlich auf “weiche” Faktoren wie Markenwert, Kultur und Reputation eines Unternehmens, kann jedoch den Aktienkurs positiv beeinflussen.
  • Risikominimierung und Ertragsteigerung bei Projekten – höhere Transparenz und fundierte Entscheidungsgrundlagen für die Auswahl (und Ablehnung) von Projekten durch eine bessere Risikobeurteilung in Relation zum möglichen Ertrag
  • Geringere Kosten der GRC-Prozesse – der deutlich geringere Ressourceneinsatz für Risikoanalysen und Compliance-Prozesse führt zu verminderten Kosten
  • Bessere Unternehmensleistung und Geschäftsprognosen – erzielt durch höhere Transparenz, ein systematisches Risikomanagement sowie das geeignete Instrumentarium, um wichtige Aufgaben und geeignete Maßnahmen zu definieren
  • Nachhaltige Unternehmensführung – als Resultat automatisierter Prozesse, Analyse- und Alert-Funktionen sowie der Übersicht über Risiko-Wechselwirkungen, die zu besseren, rountinemäßigen Kontrollen und effizienten GRC-Lösungen führen.
  • Flexible Unternehmensführung – Entscheider können Simulationen und verschiedene Zukunftsszenarios nutzen und bewerten. Dies erhöht die Reaktionsfähigkeit und schafft Wettbewerbsvorteile.
  • Intelligentes IT-Risikomanagement – eine intelligente Netzwerk-Infrastruktur liefert Informations- und Steuerungsmechanismen für ein hochleistungsfähiges IT-Risikomanagement

“Bei General Mills setzen wir SAP als globale Plattform für unsere integrierten Transaktionsprozesse ein. Zugleich schaffen wir damit eine Kontrollmatrix zur Trennung von Zuständigkeiten für unsere IT-Systeme, wie das von Sarbanes-Oxley gefordert wird”, erklärt Michael Carr, Director Information Systems bei dem Lebensmittelhersteller General Mills. “Software und Geschäftsprozesse, die Compliance und Risikomanagement in einem Unternehmen fördern, sind der Schlüssel für eine effiziente Betriebsführung. Integrierte, unternehmensweite SAP-Werkzeuge stellen einen wesentlichen Entwicklungsschritt für diesen Aufgabenbereich dar.”

(1) s. a. SAP-Pressemitteilung vom 3. April 2006: “SAP kündigt Übernahme von Virsa Systems an”

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