SAP antwortet auf Oracle-Klage

July 3, 2007 by SAP News 0

Walldorf/Bryan(Texas)

  • SAP hatte keinen Zugriff auf Materialien, die TomorrowNow von der Internetseite der Oracle Corporation heruntergeladen hat
  • SAP stellt bei TomorrowNow einige unangemessene Downloads fest und
  • kündigt Veränderungen in der Aufsicht über TomorrowNow an
  • SAP bekräftigt Einhaltung von Kundenverträgen bei TomorrowNow

Die SAP AG hat am 2. Juli US-Westküstenzeit (1) gemeinsam mit SAP America und deren Tochtergesellschaft TomorrowNow ihre Erwiderung auf die von der Oracle Corporation am 22. März 2007 erhobene und am 1. Juni erweiterte Klage eingereicht. Die beim US-Bezirksgericht eingereichte Klageerwiderung ist die erste formelle Antwort von SAP auf die Klage von Oracle. Der Text der Klageerwiderung kann im Wortlaut unter der Internetadresse www.tnlawsuit.com eingesehen werden.

In der eingereichten Klageerwiderung betonte SAP, dass TomorrowNow berechtigt war, im Auftrag seiner Kunden Material von der Oracle-Website zu laden. Gleichzeitig räumte SAP ein, dass TomorrowNow einige Fehlerbehebungen und Wartungsdokumente in unangemessener Weise heruntergeladen habe. SAP stellte dabei aber klar, dass die Materialien auf separaten, eigenständigen Systemen von TomorrowNow verblieben seien und dass SAP über ihre Tochtergesellschaft keinen Zugriff auf geistiges Eigentum von Oracle gehabt habe.

Das US-Justizministerium hat SAP und TomorrowNow um Vorlage einiger Dokumente ersucht. SAP und TomorrowNow werden diesem Ersuchen selbstverständlich Rechnung tragen.

„Für mich ist selbst ein einziger unangemessener Download inakzeptabel und wir bedauern diesen Vorfall sehr“, erklärte Henning Kagermann, Vorstandssprecher der SAP. „Ich möchte unseren Aktionären, Kunden, Partnern und Mitarbeitern versichern, dass SAP jede Abweichung von den hohen Grundsätzen, die wir für alle unsere Geschäfte definiert haben, sehr ernst nimmt, egal wo sie stattfindet und sei sie noch so begrenzt. Als ich von diesem Vorfall erfuhr, habe ich umgehend Maßnahmen eingeleitet, um die Kontrolle über den Geschäftsbetrieb von TomorrowNow zu verstärken und gleichzeitig sicherzustellen, dass TomorrowNow-Kunden auch in Zukunft einen ausgezeichneten Service erhalten.“

Kein Zugriff auf Oracle-Material über TomorrowNow
SAP betonte, dass das Unternehmen keinen Zugang zu Oracle-Material hatte, das TomorrowNow von der Oracle-Internetseite heruntergeladen hat. In diesem Zusammenhang erklärte SAP, dass die Geschäftsstrukturen von TomorrowNow und SAP bewusst durch eine Firewall getrennt sind. Diese Firewall ist so aufgebaut, dass weder SAP AG noch SAP America über TomorrowNow Zugang zu geistigem Eigentum von Oracle haben.

Downloads von TomorrowNow mehrheitlich angemessen
TomorrowNow lädt häufig Wartungsmaterial von der Oracle-Website – für und im Auftrag von Kunden, die sich für eine Fremdwartung ihrer vorhandenen Oracle-Anwendungen entschieden haben. Drittanbieter für Softwarewartung wie TomorrowNow sind davon abhängig, dass ihre Kunden – in diesem Fall Unternehmen, die Oracle-Software einsetzen – es ihrem Dienstleister erlauben, mit Hilfe des Kunden-Passwortes auf Wartungsmaterial zuzugreifen, um so Wartung und Service für die Oracle-Applikationen beim Kunden leisten zu können. SAP bestätigte in diesem Zusammenhang, dass es zu einigen unangemessenen Downloads durch TomorrowNow gekommen sei.

Veränderungen bei TomorrowNow angekündigt
Neben der Bekanntgabe der eingereichten Klageerwiderung kündigte SAP außerdem Veränderungen in der Geschäftsführung von TomorrowNow an, um eine Einhaltung angemessener Geschäftspraktiken sicherzustellen. Zu den Maßnahmen zählen:

  • Die Ernennung von Mark White, Chief Operating Officer und vormals Chief Financial Officer von SAP America, zum Executive Chairman von TomorrowNow. Er wird das Geschäft von TomorrowNow inklusive entsprechender Compliance-Programme leiten. Andrew Nelson, CEO von TomorrowNow, wird an Mark White berichten.
  • Die konsequente Umsetzung bestehender Verfahrensregeln und neuer Richtlinien
  • Die Wiederholung entsprechender Schulungen für die TomorrowNow-Mitarbeiter, um das Verständnis und Wissen über Verhaltensregeln und Richtlinien sicher zu stellen.

Neue Website zum TomorrowNow-Verfahren
SAP gab die Einrichtung einer Website bekannt, die vollständige und aktuelle Informationen zu dem Rechtsstreit bietet. Auf der Internetseite www.tnlawsuit.com werden Schriftsätze, Terminübersichten, Stellungnahmen und Ankündigungen von SAP und TomorrowNow in Bezug auf den Fall sowie entsprechende Hintergrundinformationen bereitgestellt.

Die von SAP beim US-Bezirksgericht eingereichte Klageerwiderung markiert den jüngsten Verfahrensschritt in diesem Fall. Am 4. September werden die weiteren Schritte in dem Verfahren vor Gericht besprochen.

Telefonkonferenz
SAP wird im Rahmen einer Telefonkonferenz Fragen von Medienvertretern und Analysten beantworten. Termin:
Dienstag, 3. Juli 2007, 17:00 Uhr (CET) – Einwahldaten: +44-208 515 2302
Die Telefonkonferenz wird auch über die SAP-Website übertragen unter www.sap.com/press

(1) In Übereinstimmung mit dem Terminplan des Gerichts, hat SAP die Klageerwiderung am 2. Juli 2007 vor Mitternacht US-Westküstenzeit, also vor 9.00 Uhr deutscher Zeit (3. Juli 2007) eingereicht.

Ansprechpartner für die Presse:
Christoph Liedtke, SAP AG, +49 (0) 62 27-75 03 83, christoph.liedtke@sap.com
Frank Hartmann, SAP AG, +49 (0) 62 27-74 25 48, f.hartmann@sap.com
Gabriele Thoering, Burson-Marsteller, +49 (0) 69-2 38 09 39, gabriele.thoering@bm.com
SAP Presse-Hotline: +49 (0) 62 27-74 63 15, press@sap.com

SAP Österreich GmbH
Mag. Yvonne Masopust
Tel.: +43-1-28822- 75 387
E-Mail: sabine-yvonne.masopust@sap.com

Informationen zu TomorrowNow
Als Drittanbieter für Wartungsaufgaben und hundertprozentige Tochtergesellschaft von SAP bietet TomorrowNow Support für Anwendungen von J.D. Edwards, Siebel, PeopleSoft und Baan. TomorrowNow wurde 1998 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Bryan (Texas) in den USA, mit Niederlassungen in Nord- und Südamerika, Europa und Asien. Weitere Informationen unter www.tomorrownow.com

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