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10 Fakten zur Digitalen Transformation

Feature | 18. August 2016 von Andreas Schmitz 60

Neue Geschäftsmodelle spielen noch eine untergeordnete Rolle, viele Projekte sind „Innovationsinseln“ und es herrscht weiterhin sehr hoher Bedarf an Wissen in Sachen digitale Transformation: Zehn Fakten zur digitalen Transformation.

1. 80 Prozent der DSAG-Mitglieder geben digitaler Transformation hohe Priorität

Auf der Agenda der Führungskräfte ist das Thema digitale Transformation gesetzt: Über 80 Prozent der Befragten maßen dem Thema in einer aktuellen Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) eine hohe oder sehr hohe Bedeutung zu. Arbeitsabläufe, Geschäftsprozesse, der Kundenzugang, die Logistik sowie die Geschäftsmodelle sind vorrangig in Veränderungen durch neue digitale Ansätze involviert – das berichten die Experten der in der DSAG organisierten Anwenderunternehmen.

2. Digitale Transformation: 42 Prozent setzen Strategie auf

Dennoch haben viele Unternehmen das Thema Digitale Transformation bislang noch nicht umfassend vorangebracht. Wie eine aktuelle europaweite Studie vom Marktforscher IDC zeigt, sehen zwar fast die Hälfte (46 %) der über 1.000 befragten Entscheider in dem Thema eine der Top-Prioritäten in der Geschäftsführung, doch beginnen 42 Prozent gerade erst damit, eine entsprechende Strategie für das Unternehmen aufzusetzen, weitere 12 Prozent warten noch ab.

3. Reifegrad: Mehr „Digital Disrupter“ in europäischen Unternehmen

Gemessen am Digital Transformation Maturity Model der IDC hat sich die Situation in europäischen Unternehmen etwas gebessert. Zwar zählt die Mehrheit der Unternehmen auf einer Skala von eins bis fünf noch eher zu den so genannten Digital Resistern (Stufe 1) und Digital Explorern (Stufe 2), doch hat sich der Anteil der Digital Transformer mit plus 4 Prozent und die der Digital Disrupter mit plus 5 Prozent im Zeitraum von 2015 auf 2016 klar verbessert. Der Anteil der Digital Resister ist zudem von 20 Prozent auf 16 Prozent gesunken.

4. Digitale Plattform: Mehrheit der Unternehmen nutzt sie

Einzelinitiativen haben zwar bereits 87 Prozent der von IDC befragten Unternehmen gestartet, doch zeigt die Befragung auch, dass fast jedes dritte Unternehmen (31 %) lediglich einzelne Projekte startet oder noch auf der Suche nach passenden Anwendungsszenarien ist (16 %). „Ein ganzheitlicher Ansatz für die digitale Transformation ist in vielen Unternehmen noch nicht umgesetzt“, so Anja Schneider, Head of Innovation Sales im Office of the CTO EMEA/MEE bei SAP, die zudem die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen hervorhebt: „Erfolgsversprechend sind vor allem Projekte, die im Schulterschluss mit der IT umgesetzt werden.“ Jedes zweite der bereits aktiven Unternehmen (54 %) greift für seine Projekte bereits auf eine digitale Plattform zurück.

5. Skepsis: Jedes dritte Unternehmen sieht Hindernisse

Diverse Herausforderungen macht IDC in seiner Analyse aus. Es bestehe gar keine Notwendigkeit, sich digital zu transformieren (38 %), die Mitarbeiter hätten noch nicht die geeigneten Fähigkeiten dafür (36 %) und es gebe nicht jene Unternehmenskultur, die Innovationen hervorbringen würde (32 %), so die drei wichtigsten Argumente.

6. Digitale Kompetenz: Defizite bei der Transparenz und gegenseitigem Vertrauen

Um herauszubekommen, wie die digitale Transformation im Unternehmen angekommen ist, hat die Managementberatung Doubleyuu über 1.000 Vertreter aus den Abteilungen von Konzernen und Mittelstand befragt. Nur knapp mehr als die Hälfte (58 %) konnten einen Zuständigen für das Thema ausmachen, im Bereich der Unternehmensführung sogar nur 52,7 Prozent der Befragten. Zudem lag die eigene Einschätzung der digitalen Kompetenz meist weit höher, als jene der Kollegen aus anderen Fachbereichen. „Hoch und sehr hoch“ antworteten über 47 Prozent der Marketiers auf die Frage, für wie kompetent sie sich halten, in der Unternehmensführung waren es 44 Prozent. Nur knapp jeder vierte Mitarbeiter (23 %) aus anderen Abteilungen vergab die Höchstnoten an die Marketiers, und nur 13,9 Prozent für die Unternehmensführung. „Gewinner“ der Einschätzungsfrage war die IT: Hier schätzten die anderen Abteilungen ihre Kompetenz sogar höher ein als sie sich selbst (46 % ggü. 43 %).

7. Treiber: CIOs sind meist federführend

Der IT-Verantwortliche eines Unternehmens ist nach Ergebnissen der aktuellen IDC-Studie auch gleichzeitig oft derjenige, der Projekte zur digitalen Transformation treibt. In 55 Prozent der Unternehmen trifft der CIO die Entscheidungen über entsprechende Projekte, gefolgt vom CEO (46 Prozent) und dem COO (28 Prozent). Entsprechend ist die Mehrheit der Befragten überzeugt, dass die strategische Position des CIO durch die digitale Transformation gestärkt wird und neue Fokus-Bereiche für die IT entstehen werden.

8. Hauptziele: Kundenerfahrung und Effizienz

Noch näher beim Kunden sein, ihm neue Services bieten können sowie eine bessere Akquise und Kundenbindung dominieren die geschäftlichen Anforderungen an die digitale Transformation, so IDC. Geschäftsprozesse optimieren, das Risikomanagement verbessern und Planungs- und Vorhersagemodelle entwickeln sind einige der Erfolge, die sich Unternehmen hinsichtlich einer größeren Effizienz versprechen. Erst auf Rang drei finden sich Themen, die sich um eine Verbesserung oder gar Neuentwicklung von Geschäftsmodellen drehen. „Diese vielen Berichte über disruptive Ansätze durch Uber, mytaxi und Airbnb hatten zunächst unrealistisch hohe Erwartungen geschaffen und viel Hektik ausgelöst“, meint Sonja Zimmer von SAP, die aktuell eine stagnierende Phase beobachtet: „Die Unternehmen überlegen sich jetzt, wie sie konkret mit der digitalen Transformation umgehen wollen.“

9. DSAG-Mitglieder geben SAP eine führende Rolle in der Transformation

Bei diesen Überlegungen sehen drei von vier Anwenderunternehmen der DSAG in SAP einen wichtigen Partner, so Ergebnisse der aktuellen Umfrage. Diese Einschätzung stützt die Beobachtung, dass die Digitale Transformation massive Auswirkungen auf die kritischen Kernbereiche und -Prozesse in den Unternehmen haben wird, die vielfach mit SAP Lösungen gesteuert und realisiert werden. Die Erwartungen der Kunden richten sich hier nicht zuletzt auf die Innovationen im SAP Portfolio, wie SAP S/4HANA, die SAP HANA Cloud Plattform oder die Business Netzwerke, die ausdrücklich mit Blick auf die neuen Anforderungen der Digitalen Transformation entwickelt wurden.

10. Arbeitsmarkt: Digitalisierung schafft Jobs

Nach der Studie „Unternehmen Zukunft: Transformation trifft Tradition“ der Commerzbank gehen 43 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, dass aufgrund von veränderten Anforderungsprofilen an die Mitarbeiter durch neue digitale Technologien der „Personalbestand“ wächst. Nur acht Prozent sehen die Entwicklung aufgrund zunehmender Automatisierung und Verschlankung der Prozesse kritisch, so ein Ergebnis der Studie, für die TNS Infratest über 4.000 Unternehmen befragte.

Weitere Informationen:

„Wo stehen Unternehmen bei der digitalen Transformation?” Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Webinars der DSAG mit Anja Schneider, Vice President Office of the CTO, SAP Deutschland am Dienstag, 6. September 2016, 15:00 Uhr – 16:00 Uhr. Hier geht es zur Registrierung.

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