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5 Geheimnisse erfolgreicher CIOs

3. Dezember 2013 von Friederike Orths 0

Innovation, Daten-Management und Kundenorientierung: 13 Prozent der IT-Abteilungen sind “High Performer”. Was der erfolgreiche CIO anders macht.

Die erfolgreichsten IT-Abteilungen sehen ihr Unternehmen als digital, konzentrieren sich auf den Kunden und setzen verstärkt auf bestmögliche Kommunikation mit anderen Abteilungen sowie der Geschäftsleitung. Die weltweite Studie “High Performers in IT: Defined by Digital” des Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture zeigt klar: CIOs müssen mehr tun als die IT zu verwalten. Ganzheitliches unternehmerisches Denken trägt maßgeblich zum langfristigen Erfolg bei. Trotzdem sehen viele CIOs ihre Hauptaufgaben nach wie vor darin, die Betriebskosten zu senken, die Produktivität zu erhöhen und Prozesse zu automatisieren.

1. Auf agile Methoden setzen

Was haben die High Performer der Branche den anderen voraus? „Besonders erfolgreiche CIOs haben den Rollenwandel zum Business Enabler vollzogen“, zeigt sich Oliver Bittner, Head of IT Strategy & Transformation bei Accenture, überzeugt. „Stärker als der Rest des Feldes setzen sie auf agile Methoden. Den Erfolg ihrer Arbeit überprüfen sie, indem sie die Auswirkungen ihrer IT-Investitionen analysieren, die Änderungen bei Geschäftsprozessen überwachen und die Leistung von Anwendungen kontrollieren.“

2. CIO investiert mehr als die Hälfte des IT-Budgets in Innovation

Untersucht haben die Studienautoren Innovation, Umsatz und Beweglichkeit bei den Teilnehmern. 150 Leistungsindikatoren flossen in die Beurteilung ein, ob ein Unternehmen im IT-Management eine „High Performance“ an den Tag legt. Bei vielen Fragen mussten CIOs die derzeitige Leistung ihrer IT einschätzen und was sie für die Zukunft anstreben. In allen drei Kategorien schnitten nur dreizehn der 202 befragten Unternehmen überdurchschnittlich ab. Dabei zeigte sich deutlich, dass die „High Performer“ die IT als Teil der Geschäftsstrategie begreifen, was sich auch in der Budgetverteilung niederschlägt: Über die Hälfte (55 Prozent) ihres Etats stecken sie in strategische Vorhaben, die Wachstum und Leistungsfähigkeit verbessern. Als Beispiel für eine solche Initiative verweist die Studie auf Verizon Wireless, den größten Mobilfunkanbieter der USA: Seit der Einführung von 20.000 Tablets im Verkauf könne das Unternehmen direkter mit Kunden kommunizieren und seine Produkte besser vorführen, was sich auch in den Verkaufszahlen niederschlage. Der Rest der befragten Unternehmen hingegen stellte für solche strategischen Projekte durchschnittlich nur 37 Prozent des IT-Budgets zur Verfügung.

3. Die Infrastruktur durch Cloud Computing, Analytics, Social und Mobile IT aufmöbeln

Klare Wettbewerbsvorteile hat laut der Studie, wer auf Schlüssel-Technologien wie Cloud Computing, Analytics, Social und Mobile IT sowie auf verbesserte IT-Sicherheit setzt. Auszuzahlen scheint sich, eine sogenannte hybride IT-Umgebung zu schaffen. Jedes dritte Unternehmen aus der als „High Performer“ identifizierten Gruppe modernisiert seine alten Systeme mit Private- und Public-Cloud-Komponenten. Jedes sechste verwendet eine zentralisierte, komplett virtualisierte hybride Infrastruktur – mit Erfolg, wie die Zahlen zeigen:

  • 33 Prozent gaben an, dass sie durch die Transformation ihre Kosten senken konnten, während dies nur bei  14 Prozent der anderen Befragten der Fall ist.
  • Für 43 Prozent bedeutete die hybride Struktur, dass sie ihr Projekt-Portfolio besser mit den Geschäftszielen abstimmen konnten: Das ist rund ein Viertel mehr als beim Rest des Feldes.
  • Durch Investitionen in Cloud Computing konnten 33 Prozent unmittelbare Einsparungen verzeichnen. Bei den anderen Teilnehmern sind es nur 14 Prozent.

Das heißt allerdings nicht, dass die High Performer sich ganz von ihrer traditionellen IT abwenden. Viel eher sind sie der Ansicht, dass ein Großteil ihrer bisherigen on-Premise installierten oder gehosteten Infrastruktur, Middleware oder Anwendungen zunächst im Einsatz bleiben wird. Auch bei den leistungsstärksten IT-Abteilungen werden der Studie zufolge knapp sechs von zehn Anwendungen bis 2020 weiterhin nach dem traditionellen Lizenzmodell betrieben werden.

4. Sauberes Daten-Management verbessert die Wertschöpfung

Wer bereits vor ein paar Jahren in Master Data Management und Datenqualität investiert hat, liegt bei der intelligenten Datennutzung vorne. 77 Prozent der besonders erfolgreichen IT-Abteilungen konnten dank Daten-Management eine Wertschöpfung generieren, die ihre Erwartungen erfüllt oder sogar darüber hinausgeht. Andere Befragte liegen hier nur bei 30 Prozent.

5. Analytics-Kompetenz aufbauen, um Kundenwünsche nicht zu verschlafen

Kompetenzen für Analysen helfen knapp 46 Prozent der besonders erfolgreichen CIOs: Sie konnten dadurch neue Kundenbedürfnisse nicht nur erkennen, sondern daraus auch geschäftlichen Nutzen ziehen – im Gegensatz zu nur drei Prozent der anderen Studienteilnehmer. Wer sich am Kunden orientiert, gewinnt, ist eine zentrale Erkenntnis der Studie. Eine gute Informationspolitik, Interaktion mit dem Kunden und das Verfügbarmachen neuer Produkte oder Dienstleistungen sind die wichtigsten drei Prioritäten der High Performer. Andere Befragte konzentrieren sich hingegen nach wie vor sehr stark auf interne Prozesse.

Die zunehmende Digitalisierung, einerseits ein Erfolgsfaktor,birgt auf der anderen Seite neue Risiken. Diese möglichst gering zu halten, ist nicht einfach. Die meisten Befragten sind der Meinung, dass ihre derzeitigen Investitionen im Bereich Sicherheit und Compliance auf einem guten Stand sind. Gleichzeitig geben aber auch 44 Prozent an, dass sie bei dem Thema Cyber-Sicherheit in der Vergangenheit zu nachlässig waren. Das gelte besonders für den Umgang mit Endgeräten. Drei Viertel geloben Besserung und planen für das kommende Jahr beschleunigte Security-Upgrades.

Accenture: Reines Effizienzdenken in der IT ist von gestern

Es gibt also einiges, das CIOs verbessern können, um langfristig besser dazustehen: „Besonders leistungsfähige IT-Abteilungen haben den reinen Effizienzgedanken und das Ziel der IT-Produktivitätssteigerung hinter sich gelassen und investieren stärker in zukunftsweisende Technologien“, sagt Oliver Bittner. „An ihnen müssen sich durchschnittliche IT-Abteilungen messen. Angesichts der Studienergebnisse sollte die Verbesserung der Kundenerfahrung stets das Ziel sein. CIOs sollten gleichzeitig eng mit anderen Abteilungen zusammenarbeiten, um zum Geschäftserfolg beizutragen. Wie die Studie zeigt, ist das Rollenbild des CIO als reiner IT-Verwalter nun endgültig überholt.“

Unter diesem Link finden Sie die vollständige Studie.

 

 

Bildquelle: Shutterstock

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