Adaptive Manufacturing bindet Maschinen an Märkte

Feature | 2. Mai 2005 von admin 0

Mit Flexibilität gewinnen industrielle Fertigungen, um im Wettbewerb zu bestehen. Diesem Zweck dienen Manufacturing Execution Systeme (MES). Als einer der ersten Anbieter stellte MPDV Mikrolab auf der Hannover Messe Industrie 2005 eine Lösung vor, die mySAP ERP um MES-Funktionalitäten erweitert. Die Lösung informiert die Anwender mittels Online-Übersichten (Dashboards), die mySAP ERP für die Fertigungsebene schon bereithält.

Ende der Insellösungen

Komponenten des MES

Komponenten des MES

Um dem Fertigungsunternehmen größtmöglichen Nutzen zu bringen, erfüllt das MES-System zusammen mit mySAP ERP eine Reihe von Kriterien. Es ist anpassungsfähig und beliebig skalierbar, weil es für Betriebssystem, Datenbank und Netzwerktechnik ausschließlich Standards verwendet. Es unterstützt die gängigen Schnittstellen zu den SAP-Anwendungen und integriert so die historisch gewachsene und damit heterogene Welt der Produktionsanlagen und Maschinen eines Fertigungunternehmens in mySAP ERP.
Das in mySAP ERP integrierte MES ermöglicht es zudem, Informationen bedarfsorientiert etwa für Unternehmensleitung, Werksleiter, Instandhaltungsleiter oder Qualitätsbeauftragte zu verteilen. Hydra liefert Auswertungen bis hin zu aktuellen Bearbeitungszuständen einzelner Aufträge. Die Bedienoberfläche lässt sich leicht anpassen. Sie erlaubt dem Anwender, die Fertigungsprozesse nach eigenen Vorgaben auszuwerten.
Manufacturing Execution Systeme sollen in verschiedenen Fertigungsorganisationen und Branchen in mySAP ERP integriert werden. Zudem sollen MES auch für künftige Anforderungen gerüstet sein. Deshalb muss sich die gesamte Bandbreite der Systeme innerhalb eines Fertigungsunternehmens in die ERP-Lösung einbinden lassen. Darunter fällt alles von der Zugangskontrolle bis zur Qualitätssicherung, vom individuell programmierten Prozessleitsystem bis hin zum Erfassungssystem oder gar zu Maschinen und Aggregaten. Nur auf diese Weise besteht die Chance, die in der Fertigung auch heute noch anzutreffenden Insellösungen zu überwinden.

Fertigungseinheiten kommunizieren

Integrationstechnologien SAP-Hydra

Integrationstechnologien SAP-Hydra

Um dies sicherzustellen ist es notwenig, alle in der Industrie gängigen Technologien auf der Automationsebene (Automation Layer) zu unterstützen. Das MPDV-Modul “Manufacturing Link Enabling” gewährleistet eine durchgängige Kommunikation zwischen den Fertigungseinheiten zu den SAP-Modulen Produktionsplanung, Materialwirtschaft, Instandhaltung und Qualitätsmanagement sichergestellt. Das gewährleisten die entsprechenden SAP-Schnittstellen, wie etwa PP-PDC für Fertigungsaufträge, MM-MOB für Materialbewegungen, PP-POI für Terminierungsdaten oder QM-IDI für Qualitätsdaten.
Beispielsweise werden auf diese Weise der Auftragsvorrat von der Fertigungsplanung übernommen und lohnscheinbezogene Rückmeldungen erzeugt oder Materialbewegungen in der Fertigung an die Materialwirtschaft übermittelt. Bei einem Maschinenstillstand lassen sich automatisch Instandhaltungsaufträge generieren, die das Manufacturing Execution System daraufhin umsetzt. Die Statusinformationen sind direkt im SAP-Portal über die iViews “Maschinen- und Auftragsstatusübersicht” vom Portal-Benutzer abzurufen.

HYDRA-PCC

HYDRA-PCC

Der Process Communication Controller (HYDRA-PCC) stellt sicher, dass sich alle gängigen, in der Industrie verwendeten Maschinenanbindungen und -steuerungen über Netzwerke mit der SAP-Lösung koppeln lassen. Hierzu zählen beispielsweise die Protokolle OPC und Euromap. HYDRA-PCC ermöglicht es darüber hinaus, weitere digitale oder analoge Signale einzubinden, etwa für Waagen oder für die Verwendung der Identifikationstechnologie RFID.

Alarmmeldungen und KPI-Überwachungsliste

Über das Enterprise Portal in mySAP ERP, zum Beispiel in Form eines Plant Manager Dashboard, erhält der Portal-Anwender Alarmmeldungen, falls kritische Situationen in der Fertigung auftreten, etwa über Maschinenstörungen, Verletzung von Auftrags- oder Qualitätsvorgaben. Diese Informationen werden von Hydra über einen Alert-Monitor im Dashboard bereitgestellt.

OEE in der KPI-Überwachungsliste

OEE in der KPI-Überwachungsliste

Darüber hinaus definiert Hydra Kennziffern (Key Performance Indicators, KPIs). Über die KPIs werden die für die Fertigung wichtigen Prozesskenngrößen über Fertigungsstellungsgrade, Anlagenauslastung und Ausschussraten angezeigt. Zum Beispiel lässt sich der Overall Equipment Efficency Index (OEE) in die KPI-Überwachungsliste einstellen. Dieser Kennwert, der für die Leistungsfähigkeit aller Produktionsanlagen steht, setzt sich aus Messwerten zusammen, die Hydra für jede Maschine einzeln definiert und berechnet. Der Anwender hat die Möglichkeit, die aktuelle Entwicklung des OEE mit den Abweichungen nach oben oder unten aus der KPI-Überwachungsliste zu entnehmen.
Aus dieser Liste heraus greift der Anwender per Mausklick direkt auf Detailinformationen zu, etwa auf unplanmäßige Stillstände von Einzelmaschinen oder Störanalysen im MES. In Hydra wird hierzu die Drill-Down-Technologie von SAP NetWeaver verwendet, die wie eine Zoom-Funktion die Zustände bis auf einzelne Maschinen anzeigt. Der Anwender braucht hierfür seine Portal-Umgebung nicht zu verlassen.

Steuerung der Fertigung

Über eine so genannte Werkstattsteuerung lassen sich einzelne Fertigungsbereiche lenken. Fertigungsbereiche werden in mySAP ERP und in SAP Advanced Planning and Optimization (SAP APO) geplant. Die Umsetzung dieser Planung gewährleistet das MES, indem es Abweichungen vom Plan frühzeitig aufdeckt und unmittelbar an die SAP-Lösung zurückmeldet. Da das MES das verfügbare Personal, Material und den Zustand der Produktionsanlagen überwacht, lässt sich hier steuernd eingreifen.
Über eine Materialverfolgung bietet das MES den Anwendern die Möglichkeit, den Materialfluss durch alle Fertigungsstationen zu überwachen. Es stehen auch Informationen über Materialbewegungen in der Fertigung zur Verfügung. Hierdurch wird ein reibungsloser Fertigungsablauf unterstützt und Stillstände infolge Materialmangels vermieden.
Das MES Hydra von MPDV verwendet Integrationstechnologien von SAP NetWeaver und erhielt dementsprechend das Zertifikat “Powered by SAP NetWeaver”.

Wolfhard Kletti

Wolfhard Kletti

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