Adaptive Manufacturing wird Realität

Feature | 12. Oktober 2004 von admin 0

Mit Adaptive Manufacturing können Unternehmen ihre Produktion schnell und flexibel an veränderte Markt- und Nachfragebedingungen anpassen. Voraussetzung ist die Integration aller an der Produktion beteiligten Systeme und Prozesse auf einer Plattform. “Die meisten Produktionsfirmen sehen sich weiterhin mit dem Problem einer mangelhaften Integration von Fertigungssystemen mit Unternehmensanwendungen konfrontiert. Dies hat nachhaltige Folgen: Unternehmen können nur verzögert auf Nachfrage, Kundenanforderungen oder Lieferbedingungen reagieren“, erläutert Dan Miklovic, Vice President und Manufacturing Research Director bei Gartner. „Die Integration der Fertigung mit Unternehmens- und Lieferkettenprozessen ist zwingend notwendig, um eine bedarfsorientierte Lieferkette und Produktion etablieren zu können.”

Manufacturing Intelligence Dashboards in ersten Pilotinstallationen

Im engen Dialog mit mehr als 150 Anwendern hat SAP seine Softwarelösungen darauf ausgerichtet, die Produktions- und Unternehmensprozesse enger zu verzahnen und Informationen ohne Zeitverzögerung durchgängig verfügbar zu machen. So werden Lean Manufacturing, Performance Management, Six Sigma, regulierte Fertigung (entsprechend den Bestimmungen 21 CFR Part 11 der U.S. Food and Drug Administration/FDA) oder RFID (Radio Frequency Identification) von mySAP ERP umfassend unterstützt.
Die Mitte dieses Jahres angekündigte Portallösung Manufacturing Intelligence Dashboards befindet sich derzeit bei ersten Kunden in der Pilotphase. Basierend auf der Technologieplattform SAP NetWeaver, erhalten Anwender über vorkonfigurierte Portale Informationen aus unterschiedlichen IT-Systemen. Die Dashboards unterstützen Mitarbeiter in der Fertigung, damit sie qualifizierte Entscheidungen schneller treffen können. In der ersten Phase werden vorkonfigurierte Rollen für Werksleiter, Fertigungsleiter, Wartungsleiter und Qualitätsbeauftragte erhältlich sein.
“Echtzeitprozesse sind die Voraussetzung für Adaptive Manufacturing”, erklärt Claus Heinrich, Vorstandsmitglied der SAP. “Fertigungsprozesse, die über Insellösungen gesteuert werden, sind das größte Hemmnis für ein Adaptive Manufacturing-Konzept. Mit Insellösungen sind Unternehmen nicht in der Lage, die tatsächlichen Produktions- und Lieferprozesse umfassend und in Echtzeit abzubilden. Damit fehlt die transparente, durchgängige Sicht auf die Fertigung, was die Möglichkeiten zur schnellen Reaktion stark einschränkt. Wir arbeiten erfolgreich daran, Fertigungssteuerungssysteme eng mit anderen Geschäftsvorgängen zu verbinden, um anpassungsfähige Produktionsprozesse umzusetzen.”

SAP forciert Akzeptanz des S95 Standards

Mit dem Shop Floor Partnerprogramm soll die Entwicklung von Lösungen für die Fertigungsindustrie gefördert werden. Ziel ist es, die Integration der Produktionsebene – des Shop Floor – weit über den einfachen Datenaustausch hinaus voran zu treiben. Die Initiative adressiert Anbieter, die integrierte Lösungen auf Basis von SAP NetWeaver entwickeln. Das Programm erweitert die SAP-Initiative “Powered by SAP NetWeaver”. Die Unternehmen TechniData, NRX, Lighthammer und Vendavo haben diese Zertifizierung bereits erhalten, weitere 14 Lösungsanbieter für die Fertigungsindustrie befinden sich aktuell im Zertifizierungsprozess und weitere in der ersten Projektphase. SAP plant interaktive Workshops mit den Partnerfirmen, bei denen die Strategie des “Adaptive Manufacturing” vermittelt und gemeinsam ein Fertigungssystem zur Optimierung von Produktionsprozessen aufgebaut werden soll.
Standards bilden die unverzichtbare Basis für übergreifende Lösungen. Im Rahmen einer SAP-Initiative zur Verbreitung des S95 Standards hat das Unternehmen vor kurzem Anwender, Entwickler und Branchenexperten zu einem Workshop eingeladen. Mehr als 30 Kunden-Vertreter aus der Pharma-, Chemie- und Konsumgüter-Industrie sowie unabhängige Lösungsanbieter haben daran teilgenommen. Ziel war die Entwicklung eines gemeinsamen Zeit- und Aktionsplans, um die Akzeptanz des ISA S95 Standards zu erhöhen. Als direktes Ergebnis wird die SAP Exchange Infrastructure (SAP XI) in SAP NetWeaver um Funktionen zur ISA S95-Integration erweitert, die ab 2005 verfügbar sein werden.

Mehrwert für Hersteller

Mehr als 12.000 Kunden weltweit nutzen SAP-Softwarelösungen für die Fertigung, etwa für die Bedarfsplanung und Produktionsdurchführung, die Qualitätssicherung und das Instandhaltungs-Management oder für Umwelt- und Sicherheitsfunktionen. Zahlreiche Firmen arbeiten bereits mit integrierten Produktionsprozessen, so etwa Rexam und Dow Corning.
“Unser Ziel ist es, sämtliche Geschäftsprozesse für Produktion und Logistik zu optimieren”, erläutert Paul Martin, Vice President und CIO von Rexam, dem größten Aluminium-Verarbeiter und Getränkedosenhersteller der Welt. “Dank der SAP-Lösungen für die Prozessindustrie werden Informationen aus den Produktionsprozessen, die bislang von Mitarbeitern erfasst wurden, jetzt von einem SAP-System erfasst und verarbeitet. Unsere Mitarbeiter müssen jetzt nur noch in Ausnahmefällen oder bei Störungen direkt eingreifen.”
“Wir möchten möglichst viele Entscheidungen direkt in der Produktion treffen”, betont Lori Schock, Global Supply Manager bei Dow Corning. “Durch den Einsatz der Manufacturing Intelligence Dashboards erhalten unsere Mitarbeiter die spezifischen Informationen, Warnhinweise oder Leistungskennzahlen, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Zusätzlich bekommen die Vorarbeiter und Produktionsleiter alle Informationen, um kosteneffiziente Entscheidungen für die Lieferkettenprozesse zu treffen. Durch die Unterstützung des S95-Standards ermöglicht SAP die Integration unserer Manufacturing Execution-Systeme (MES) und der Anwendungen zur Maschinensteuerung. Damit erhalten wir eine durchgängige Transparenz in der Produktion und Informationen in Echtzeit. Die Kosten für die Entwicklung zusätzlicher Schnittstellen werden minimiert und so senken wir unsere Gesamtbetriebskosten.”

Quelle: SAP AG

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