Android im Business

15. Februar 2011 von Christiane Stagge ) 0

Mit Google-Betriebssystem: Business-Smartphone von Motorola (Foto: Vodafone)

Mit Google-Betriebssystem: Business-Smartphone von Motorola (Foto: Vodafone)

Wer sich Smartphones mit Touchscreen oder Tablet PCs zulegen möchte, bleibt mittlerweile nicht mehr nur auf Apple-Produkte beschränkt. Ob LG, HTC, Motorola oder Samsung – inzwischen gibt es auch viele Geräte südkoreanischer oder taiwanesischer Hersteller auf dem Markt, die von ihrer Bedienoberfläche stark an iPhone und iPad erinnern und noch dazu preiswerter sind.

Sämtliche Geräte haben eines gemeinsam: Ihr Betriebssystem Android. 2005 wurde Android von Google gekauft und ständig weiterentwickelt. Seit 2008 macht es als mobiles Betriebssystem iOS, Windows Mobile und Symbian Konkurrenz. Mit Erfolg: Laut Gartner lag der Marktanteil 2010 bei 25,5 Prozent. Im ersten Quartal 2010 wurden in den USA erstmals mehr Android-Smartphones als iPhones verkauft.

Böse Zungen behaupten, ohne Apple gäbe es kein Android. In der Tat erinnert auf dem ersten Blick das Google-Betriebssystem stark an iOS. Doch Android will nicht nur eine Kopie sein, sondern hat auch einige Besonderheiten.

Multitasking,  HDMI-Schnittstelle und SD-Kartenslot

Smartphones oder Tablet-PCs, auf denen Android läuft, sind häfig mit SD-Kartenslot, USB- und HDMI-Schnittstelle sowie mit Kameras ausgestattet, die mit Digitalzoom und Blitzlicht fotografieren können. Außerdem beherrscht das Android-Betriebssystem Multitasking. Das bedeutet, dass mehrere Programme gleichzeitig ausgeführt und im Hintergrund laufen können.

Das war bisher bei den Apple-Geräten nicht möglich. Seit iOS 4.2.1 ist dieser Mangel aber behoben.

Smartphones von Herstellern wie beispielsweise HTC oder Samsung sind auch im Businessumfeld vorzufinden. Jedoch waren diese bisher mit dem Betriebssystem Windows Mobile beziehungsweise in der neueren Version Windows Phone ausgestattet. Wenn sich Android immer mehr durchsetzt, wird das Google-Betriebssystem bald auch im Geschäftsumfeld anzutreffen sein.

Doch wie businesstauglich ist Android? Lesen Sie mehr dazu auf der nächsten Seite.

Android Bedienoberfläche

Die einzelnen Apps müssen manuell auf dem Handy-Desktop abgelegt werden. (Screenshot: Android)

Motorola Xoom

Vorgestellt auf der CES 2011: Motorola Xoom als neuer iPad-Konkurrent (Quelle: YouTube)

Neben speziellen Business-Programmen und Funktionalitäten wie E-Mail, Internet und GPS spielt bei Mobilgeräten, die im Geschäftsumfeld genutzt werden, vor allem die Sicherheit eine Rolle. Mobile Betriebssysteme dürfen für Viren, Trojanern und Malware kein Einfallstor sein. smartphones müssen bei Verlust oder Diebstahl geschützt sein. Per Fernzugriff müssen Administratoren die Geräte notfalls auf Werkseinstellungen zurücksetzen und persönliche Daten verschlüsseln können.

Android: Besonderheiten

Android basiert auf Linux Kernel 2.6 und ist im Gegensatz zu seinen Mitstreitern eine quelloffene Plattform. Cupcake, Donut, Eclair, Froyo oder Gingerbread – die Versionsnummern tragen stets den Namen einer Süßspeise. Demnächst soll mit „Honeycomb“ Android 3.0 auf den Markt kommen. Die Version ist speziell für die Bedienung auf Tablet PCs konzipiert.

Android funktioniert auf jedem Smartphone anders und sieht auf jedem Handy anders aus. Die Grundfunktionen sind jedoch gleich.

Eines hat Android dem Apple-Betriebssystem voraus: Die Unterstützung von Adobe-Flash. Auf iPhone und iPad können bis heute keine Flash-Inhalte wie beispielsweise Videos angezeigt werden.

Eine weitere Funktion, mit der Android lange Zeit gepunktet hat, war das Multitasking. Dies ist jedoch bei allen Apple-Geräten, die mit iOS 4.2 laufen, jetzt möglich. Nun können auch auf iPhone und iPad mehrere Programme gleichzeitig laufen, beispielsweise der Musikplayer und der Internetbrowser.

Wenn iPhone-Nutzer sich Apps aus dem AppStore herunterladen, erscheinen die Mini-Programme automatisch als kleine Icons auf dem Startbildschirm. Bei Android-Geräten ist das nicht der Fall: Dort müssen Nutzer die Apps nach dem Kauf manuell in das Hauptmenü ziehen. Anders als bei iOS lassen sich die Icons auf dem Display nicht verschieben. Beim iPhone können Nutzer zudem Websiten auf dem Startmenü speichern als wären sie Apps. Das ist bei Android-Geräten nicht möglich.

E-Mail und Internet

Wie Apple-Mobilgeräte unter iOS können auch Android-Smartphones mit einem Exchange-Server verbunden werden. IMAP und POP werden ebenfalls unterstützt. So können unterwegs E-Mails synchronisiert, gelesen und bearbeitet sowie Kontakte und Termine verwaltet werden.  Das Programm übernimmt auch die Ordner-Hierarchie aus dem E-Mailsystem im Büro.

Einige Android-Geräte erweisen sich dabei jedoch als wenig bedienfreundlich. So erscheint weißer Text auf schwarzem Hintergrund. Im Gegensatz zu iOS merkt sich Android auch nicht die E-Mailadressen, so dass der Nutzer sie beim Eintippen nicht automatisch vervollständigen kann.

Ein weiterer Nachteil: Anwender berichten, dass sich die Ordner nur manuell und nicht automatisch synchronisieren lassen.  Auch der Kalender wird über Exchange nicht automatisch synchronisiert, was hingegen bei iOS 4 möglich ist. Einladungen lassen sich wie auf Apple-Geräten nicht annehmen.

Mit der App „TouchDown“ können Android-Geräte auch mit Lotus Notes verbunden werden. Novell wird nicht unterstützt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Sicherheit und SAP-Anwendungen

Android

Android Bedienoberfläche (Screenshot: Android)

Sicherheit

Egal ob Businessuser oder Privatnutzer – jeder der ein Smartphone oder Tablet-PC mit dem Android-Betriebssystem nutzen will, benötigt ein Google-Mail-Benutzerkonto, dessen Nutzung bei Firmen aus sicherheitstechnischen Gründen selten üblich ist. Das Exchange-Benutzerkonto lässt sich aber über eine SD-Karte importieren.

Der wesentliche Nachteil ist jedoch die beschränkte Exchange ActiveSynch(EAS)-Richtlinien-Unterstützung. Damit können auch andere Geräte unerwünscht Zugang zu Exchange Servern bekommen. Smartphones können nicht per Fernzugriff gesteuert werden. Bei Verlust oder Diebstahl verliert die Firma die Kontrolle über das Gerät.  Viele Android-Geräte können jedoch durch die fehlende EAS-Unterstützung erst gar nicht mit dem Unternehmensserver verbunden werden.

Android Market

Ähnlich wie im AppStore können Nutzer im Android-Market Anwendungen kaufen und sich auf das Smartphone herunterladen. Im Android-Market gibt es derzeit 218.000 Anwendungen, also längst nicht so viele Apps wie in Apples AppStore. Darüber ließe sich vielleicht noch hinwegsehen, wenn nicht das Problem der mangelhaften Sicherheit wäre. So restriktiv die Einschränkungen im AppStore manch einem Entwickler scheinen mögen, sie haben doch Vorteile. Im Gegensatz zum AppStore wird der Android Market nicht von einer Zentrale aus koordiniert. Das macht es zwar Entwicklern leichter, ihre programmierten Apps anzubieten, jedoch werden auf diesem Wege auch Pishing-Apps oder Trojaner in die Angebotspalette gestreut.

Android und SAP

Trotz allem halten Smartphones mit Android-Betriebssystem im Business-Umfeld Einzug. So auch bei SAP: Da Android 2.2 (Froyo) Flash unterstützt, können User Anwendungen wie BusinessObjects Explorer, BusinessObjects Dashboard Design ( früher unter den Namen Xcelsius bekannt) und WebIntelligence nutzen, siehe Artikel „BusinessObjects erobert Android.“ Die Bedienung erfolgt über den Internetbrowser. Nutzer sollten jedoch vor dem Start die Auflösung der Software an die jeweilige Auflösung des Displays anpassen.

Seit Anfang Februar ist das Feature Pack 2.5 für Business ByDesign auf dem Markt. Für August ist Feature Pack 3.0 geplant. Mit dem neuen Release läuft die on Demand-Softwaren auch auf Android-Geräten und unterstützt Windows Phone 7.

Samsung, Android Market

Inzwischen gibt es viele Smartphones mit Android, beispielsweise das Samsung Nexus One. Im Android Market gibt es die passenden Apps. (Screenshot: T-Mobile / Android)

Tags:

1 comment

Leave a Reply