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Ariba unterstützt ethisches Verhalten im Einkauf

Feature | 3. Dezember 2015 von Susan Galer 0

Alex Atzberger erklärt, wie das Ariba-Netzwerk Unternehmen helfen kann, Geschäftsziele und soziale Ziele miteinander zu vereinbaren. Denn mit Hilfe der Datenbank von Made in a Free World und Ariba können sie Roherzeugnisse zurückverfolgen und Sklavenarbeit bei Lieferanten aufdecken.

Welche Vision und Strategie verfolgt Ariba?

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Alex Atzberger, President von SAP Ariba, über die reale Möglichkeit, mit Geschäftsnetzwerken Mehrwert zu schaffen, die Effizienz zu verbessern und Geschäftsmodelle im Sinne einzelner Unternehmen und der gesamten digitalen Wirtschaft zu verändern.

Wir wollen den Handel zwischen Unternehmen vereinfachen, indem wir einen transparenten Marktplatz für Geschäftstransaktionen schaffen. Während viele Unternehmen bereits ihre internen Prozesse optimiert haben, vereinfachen wir ihre Geschäftsabwicklung untereinander. Das betrifft primär die Beziehung zwischen Käufern und Verkäufern, aber darüber hinaus auch mit Banken und Logistikunternehmen, die zusätzliche Services für die Unternehmen erbringen. Am Anfang konzentrierte sich Ariba auf bewährte Vorgänge in der Beschaffung, wie Bezugsquellenfindung, Einkauf und Bezahlung. Mittlerweile bieten wir auf Verkäuferseite zusätzlichen Mehrwert an. Damit meine ich Lösungen, die ihnen helfen, neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen, Zahlungsvorgänge zu beschleunigen und den weltweiten Kundenstamm erweitern. Das Schöne daran ist: Je mehr Geschäfte über das Netzwerk abgewickelt werden, desto mehr können wir die Fülle an Informationen aus dem gesamten Ariba-Netzwerk nutzen und es Unternehmen ermöglichen, sich zu datenorientierten Unternehmen weiterzuentwickeln.

Wie trägt Ariba zur Mission der SAP bei?

Unsere Vision unterstützt ganz direkt die Strategie der SAP, die Wirtschaft zu digitalisieren und die Abläufe in der weltweiten Wirtschaft zu vereinfachen und zu verbessern. Für ein digitales Unternehmen ist es zunächst einmal essenziell, die Nachfragesignale der Verbraucher zu verstehen, die über die Lieferkette die Lieferanten erreichen. Diese vorauszusehen, nachzuvollziehen und dementsprechend zu handeln, erfordert die Kooperation in einem Netzwerk, das Lieferanten als Partner einbindet – und diese Voraussetzung schafft Ariba. Dies ist ein wichtiger Teil der digitalen Strategie der SAP. Außerdem vereinfachen wir komplizierte, manuelle, papiergebundene Prozesse in den Bereichen Rechnungsstellung, Bestellung und Bezahlung. Ariba Pay ist ein Paradebeispiel dafür, was es heißt, Prozesse zu vereinfachen.

Welche kurz- und langfristigen Geschäftsanforderungen formulieren Ihre Kunden?

Kunden legen Wert auf drei Dinge: Innovation, Bedienerfreundlichkeit und Akzeptanz bei den Benutzern. Kunden haben unglaubliche Vorteile durch das Ariba-Netzwerk, denn es beschleunigt die Innovation in der digitalen Wirtschaft, die durch schnellen und oft unerwarteten Wandel geprägt wird. Durch die digitale Anbindung an ihre Lieferanten können unsere Kunden sich auf alles einstellen: vom schwankenden Angebot natürlicher Ressourcen bis hin zu der sich ständig ändernden Nachfrage ihrer Endkunden. Indem das Netzwerk dazu beiträgt, geeignete Lieferanten zu finden und auf neuartige Weise mit ihnen zusammenzuarbeiten, wird die Beschaffung zum Wertschöpfungsfaktor. Zu unseren höchsten Prioritäten gehört auch, eine attraktive Benutzeroberfläche zu schaffen, die in puncto Bedienerfreundlichkeit Amazon gleichkommt. Damit wollen wir sicherstellen, dass jeder Mitarbeiter das Netzwerk leicht nutzen und damit die Vorgaben des Unternehmens einhalten kann. Für ein Cloud-Unternehmen ist die Akzeptanz der Nutzer einer der wichtigsten Faktoren. Wenn wir darin erfolgreich sind, kann unser Cloud-Geschäft erfolgreich wachsen.

Warum kooperiert Ariba mit Made in a Free World?

Möchten Unternehmen Gutes oder Böses tun? Das ist die essenzielle Frage. Allerdings wissen sie oft nicht, wie Rohmaterialien für ihre Produkte erzeugt und verarbeitet werden. Wir helfen Unternehmen dabei, sich ethisch zu verhalten, indem wir den Einkauf dabei unterstützen, keine Sklavenarbeit in der Lieferkette mehr zu dulden. Mit Hilfe der Datenbank von Made in a Free World und Ariba können Unternehmen Roherzeugnisse in ihren Produkten zurückverfolgen und auf diese Weise Risiken aufdecken, die mit dem Produktionsstandort oder anderen Faktoren verbunden sind. Sie können ihre Lieferanten darauf aufmerksam machen, dass deren Unterlieferanten möglicherweise auf Sklavenarbeit zurückgreifen. Das ist kein Aktivismus, stattdessen wollen wir durch eine gemeinsame Anstrengung Geschäftspraktiken verbessern. Die Resonanz war beeindruckend. Einzelne Einkäufer sind erstaunt, weil ihnen nicht klar war, dass sie Möglichkeiten haben, etwas Gutes für die Welt zu tun. Gleichzeitig können Unternehmen Big Data für bessere Entscheidungen nutzen und so die Welt verbessern. Das Ariba-Geschäftsmodell zeigt anschaulich, wie man das Leben der Menschen konkret beeinflussen kann, indem man Geschäftsziele und soziale Ziele miteinander vereinbart.

Wie halten Sie die Start-up-Kultur von Ariba nach der Übernahme durch die SAP aufrecht?

Man kann eine Start-up-Mentalität beibehalten, indem man einerseits schnell agiert und gleichzeitig die Vorteile einer großen Organisation voll ausschöpft. Unsere höchste Priorität ist es, in Bezug auf Schnelligkeit und Geschäftsumfang wie ein Cloud-Unternehmen zu agieren, damit wir Innovationen vorantreiben und den Kundenfokus stärken können. Wir akzeptieren keine Bürokratie, denn weder unsere Kunden noch unsere Wettbewerber arbeiten bürokratisch. Unsere Kultur sollte davon geprägt sein, unseren Kunden möglichst schnell Geschäftsergebnisse zu liefern.

Was können Kunden von Ariba und SAP in Zukunft erwarten?

Wir werden noch schneller Innovationen für unser gesamtes Source-to-Pay-Lösungsportfolio und unser Netzwerk liefern. Wir werden den Beschaffungsprozess weiter vereinfachen und weitere, auf die Lieferkette bezogene Prozesse in das Netzwerk integrieren. Darüber hinaus werden wir die Möglichkeiten der Ariba-Community verstärkt nutzen, um Inhalte zu generieren und weitere Innovationen, wie SpotBuy und AribaPay voranzutreiben. Mit der vereinten Kraft von SAP HANA und den anderen Bereichen des SAP-Geschäftsnetzwerks werden wir Unternehmen außerdem helfen, ungeahnte neue Möglichkeiten zu erschließen – und zwar schneller und besser als jemals zuvor. Wir sehen gespannt der Zukunft entgegen.

 

Folgen Sie Susan Galer: @smgaler

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