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Zero Downtime: Mission erfüllt

11. Juni 2015 von Andrea Diederichs 0

Upgrade ganz ohne Ausfallzeiten? SAP-Bankkunde ATB Financial zeigt, dass es geht.

„Die einfachen Sachen können die anderen Kunden machen“, sagte sich ATB Financial und betrat als allererster SAP-Kunde Neuland – mit einem System-Upgrade nach der völlig neuen Zero-Downtime-Methode. Mit dem Thema Zero Downtime machte das Gewinnerteam des prestigereichen Hasso Plattner Founders‘ Award bereits 2014 Furore.

Die Bank stellte sich der Herausforderung nicht ohne Grund. In der Geschäftswelt von heute sind Ausfallzeiten praktisch keine Option mehr. Speziell im Bankensektor, wo Kunden Dienstleistungen rund um die Uhr erwarten, ob am Bankautomaten oder zuhause beim Online-Banking. „Wenn wir in der Finanzbranche wettbewerbsfähig sein wollen, müssen wir diese Anforderung erfüllen können“, erklärt Cathy Pasula-Jones, Vice President, Enterprise Services, bei ATB.

Die Standardoptionen, die das Team von SAP MaxAttention zunächst anbot, kamen für ATB nicht in Frage, denn alle waren mit mehr oder weniger Ausfallzeit verbunden. Jetzt war SAP an der Reihe, eine für ATB akzeptable Lösung vorzuschlagen, und brachte Zero Downtime auf den Tisch. Beide Seiten waren sich einig, auf diesem Weg weiterzugehen, aber mit Vorsicht – schließlich war das brandneue Verfahren noch nie zuvor bei einem anderen Kunden angewendet worden. „Viele Jahre lang wurde die Standardmethode für Systemupgrades nicht in Frage gestellt“, erläutert Chris Lewis, SAP Solution Architect „Es wurde nur darauf aufgebaut. Der Fokus lag immer darauf, die Ausfallzeiten auf ein kleineres Maß zu reduzieren, einzelne Elemente des Upgrades zeitlich zu reduzieren. Aber um wirklich auf Null zu kommen, mussten wir uns von unseren bisherigen Denkmustern lösen und komplett neu anfangen.“

Die Aussicht, das Downtime-Problem endgültig zu lösen, gab bei ATB den entscheidenden Ausschlag. „Was blieb uns übrig, wenn wir keine zwölf Stunden Systemausfall in Kauf nehmen wollten? Daher war unser Management klar dafür, es mit Zero Downtime zu versuchen“, bestätigt Cathy Pasula-Jones. Jetzt stand das SAP-Team vor der zweiten Hürde: „Der Kunde hat die Messlatte hoch gelegt. Wir mussten zeigen, dass jede Transaktion, die das SAP-System während des Upgrades durchläuft, innerhalb von vier Sekunden bearbeitet werden kann. Das betrifft den kompletten Ablauf, vom Durchziehen der Karte bis zum SAP-System und zurück”, erklärt Lewis. Wird die Schwelle von vier Sekunden überschritten, übernimmt ein Drittanbieter den Vorgang, was für die Bank mit bestimmten Risiken, insbesondere Betrugsrisiken, verbunden ist.

Zawisza Pierzchalski, SAP Service Architect: „Hätten wir Zweifel gehabt, dann hätten wir das nie geschafft!“

Zawisza Pierzchalski, SAP Service Architect: „Hätten wir Zweifel gehabt, dann hätten wir das nie geschafft!“

Nachdem die Anspannung im Vorfeld hoch war, lief beim Live-Upgrade am 8. März „alles genau nach Drehbuch“, erzählt Mariusz Debowski, SAP Chief Support Architect. „Wir haben gezeigt, dass das, was unmöglich schien, doch machbar ist.“ Zawisza Pierzchalski, SAP Service Architect, begleitet die Idee Zero Downtime von der allerersten Stunde an: „Wir haben mehrere Jahre daran gearbeitet, ohne Gewissheit zu haben, dass es klappen wird.“ Von Natur aus ein Optimistist, war Pierzchalski vom Durchbruch bei ATB überzeugt. Für ihn steht fest: „Hätten wir Zweifel gehabt, dann hätten wir das nie geschafft!“

Dan Earl-Gray ist Engineering Architect im Projekt: „Für den Kunden lohnt sich diese Investition hundertprozentig.“ Der Erfolg, so Earl-Gray, liegt darin: „dass rein gar nichts passiert ist“. Der Upgrade ging einfach reibungslos und von den Kunden unbemerkt vonstatten – für die Bank ein unschätzbarer Wettbewerbsvorteil.

Mariusz Debowski, SAP Chief Support Architect

Mariusz Debowski, SAP Chief Support Architect: „Wir haben gezeigt, dass das, was unmöglich schien, doch machbar ist.“

Das Team lobt die exzellente Zusammenarbeit mit dem Kunden: „Das Projekt erforderte Mut auf beiden Seiten. Wir haben etwas versucht, was noch nie jemand zuvor versucht hat.“ Dabei war es entscheidend, das Vertrauen der IT-Abteilung beim Kunden zu gewinnen und alle Projektbeteiligten ins Boot zu holen. „Der menschliche Faktor“, bestätigt Pierzchalski, „ist bei so einem Projekt unheimlich wichtig.“

Debowskis Fazit aus dem Projekt lautet: „Wir bei SAP müssen auf unsere Kunden und ihre Anforderungen hören. ‚Es geht nicht‘ ist einfach nicht gut genug.“

Der Zero-Downtime-Upgrade wurde als Co-Innovationsprojekt zwischen dem Team von SAP MaxAttention und ATB Financial durchgeführt. Cathy Pasula-Jones wünscht sich, dass Zero Downtime künftig auch als Standard angeboten wird. Die SAP-Entwicklung arbeitet zurzeit erfolgreich an einem Verfahren, das sich Zero Downtime Option nennt.

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