Banken blicken nach vorn

Feature | 14. Oktober 2009 von Marcus Winkler, Sabine Höfler 0

Die Banken schöpfen nachd er Krise neuen Mut

Die Banken blicken nach der Krise optimistisch in die Zukunft (Foto: Jupiterimages)

„Das Runde muss in das Eckige“ – so einfach können Erfolgsrezepte ein. Und das nicht nur im Fußball, wie der langjährige Bundesligamanager Reiner Calmund in einer Hauptrede beim Bankenkongress betonte. Das Zitat von Trainerlegende Sepp Herberger bringt für ihn auf den Punkt, was zählt. Unter dem Titel „Kompetenz und Leidenschaft, das ist die Formel zum Erfolg“ zeigte Calmund die Parallelen zwischen Sport und Wirtschaft auf. Nach einem Sturz wieder aufzustehen und in der Krise nach vorn zu blicken – diese Regeln gelten in beiden Bereichen.

Den Trends auf der Spur

Welche Wege in die Zukunft sich für die Bankenbranche eröffnen, dazu bot der SAP-Kongress am 6. und 7. Oktober die passenden Orientierungshilfen. Das dicht gepackte Programm im Congress Center der Messe Frankfurt gab mit fast 40 Fachvorträgen, Kundenberichten und Workshops zahlreiche Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Trends. Gut 600 Besucher waren der Einladung zu der traditionsreichen Veranstaltung gefolgt, die nun zum elften Mal stattfand. Der Zuspruch übertraf die Erwartungen der Veranstalter. Angesichts der Krise hatten sie mit deutlich weniger Teilnehmern gerechnet. Das Konzept und das breite Themenspektrum trafen den Nerv des Publikums. Unter anderem ging es um das Risikomanagement in Zeiten der Finanzkrise, der Einsatz von Contact Centern in der Vertriebssteuerung, die globale Entwicklung des Leasing oder – als Denkanstoß für die Banken – Beispiele für kundenorientierte Angebote aus anderen Branchen.

Die Expertenvorträge über die SAP-Lösungen wurden in Workshops und Live-Präsentationen vertieft. Zudem zeigten rund 40 SAP-Partner in der begleitenden Ausstellung ihre Produkte und Services rund um das SAP-Banking-Portfolio. Die Partner spielen mit ihrem Branchen-Know-how eine zentrale Rolle für SAP, um die Anforderungen der Kunden an die IT zu erfüllen.

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Gezielte Investitionen in die Zukunft

Die Banken haben die Zukunft fest im Blick, betonte Martin Schroter, Leiter der Industry Business Unit Banking bei SAP: „Viele Kunden begreifen die Krise als Chance und werden ihre IT-Budgets in den nächsten zwölf Monaten beibehalten oder anheben“, erläuterte er in seiner Keynote. Diese Unternehmen wollten mit gezielten Investitionen die Qualität ihrer Geschäftsprozesse erhöhen und Entscheidungen mit maßgeschneiderten Informationen unterstützen. „Die Bankenbranche ist ein strategischer Markt für SAP. Unser Lösungsportfolio trifft die Nachfrage“, sagte Schroter.

Dr. Werner Brandt, Finanzvorstand von SAP, wies der aktuellen Krise die Rolle eines Katalysators für mehr Transparenz zu. Von dieser Entwicklung werde SAP profitieren, ist Brandt überzeugt. Diese Einschätzung teilte Wilhelm Wälti, Vizepräsident Financial Services Industries in der Region EMEA. „Wir haben 2008 rund 100 Neukunden aus dem Bankenbereich gewonnen und gehen für 2009 von einer ähnlichen Größenordnung aus“, betonte er.

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Von der Praxis lernen

Der SAP-Kongress für Banken lebt traditionell von den Praxisberichten der Kunden und vom Austausch untereinander. So auch diesmal: Wenn Vorstände und Projektleiter von Banken, Sparkassen oder Finanzdienstleistern ihre aktuellen SAP-Projekte vorstellten, waren die Vortragsräume im Congress Center gut gefüllt – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Teilnehmer von konkreten Erfahrungen mit SAP-Lösungen lernen wollen. Etwa von der Einführung des SAP Bank Analyzer bei der Eurohypo, einer Tochter der Commerzbank. Monika Boge, Senior Projektmanager Group Finance bei der Commerzbank, gab unter anderem Einblick in den Aufbau einer integrierten Datenbasis, um die hohen Anforderungen an Datenintegrität sicherzustellen. „Wir haben eine korrekte und vollständige Basis für die Bilanzierung nach IFRS“, sagte Boge.

Viele Referenzkunden gehören mit der Einführung einer SAP-Lösung zu den Vorreitern. Als eine der ersten in Nordamerika ersetzt etwa die kanadische Bank ATB Financial bis 2010 ihr komplettes Kernbanksystem durch eine SAP-Lösung. Verantwortlich für die Umstellung ist Ken Casey, Executive Vice President des Unternehmens. „Wir wollen wachsen und brauchen dafür die Möglichkeit, innovative Produkte schneller an den Markt zu bringen“, erklärte er. ATB setzt auf das Konzept der serviceorientierte Architektur (SOA) und definierte 40 Enterprise Services für Geschäftsprozesse. Auch die argentinische Banco Galicia gehört mit ihrem SAP-Projekt zu den Pionieren. „Mit unserer heterogenen IT-Landschaft konnten wir die Anforderungen unserer Kunden nicht mehr erfüllen. Mit SAP bekommen wir die Flexibilität, um schnell auf neue Entwicklungen zu reagieren“, betonte CIO Eduardo Agra.

Die Auswahl der Referenzkunden auf den Bankenkongress unterstrich die Internationalität des SAP-Lösungsportpolios für die Branche, die auch den Kunden im deutschsprachigen Heimatmarkt zu Gute kommt. „Viele neue Funktionen unserer Software stammen aus der Globalisierung. Jeder Kunde bringt hat neue Anforderungen an uns, von denen Sie profitieren“, betonte SAP-Manager Schroter gegenüber dem Publikum. Dieser Investitionsschutz – auch das wurde auf dem Bankenkongress deutlich – ist für viele Kunden einer der wichtigsten Gründe bei ihrer Entscheidung für SAP.

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