SAP EWM: Template für Implementierung

29. September 2011 von Bernhard Müller 0

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Von Palettierung bis Verwaltung: SAP Extended Warehous Management (Foto: BASF)

SAP Extended Warehouse Management (EWM) bietet vor allem für Lager, die eine gewisse Größe haben und in denen maschinengesteuerte Teilprozesse etwa mit Palettierern oder Stretchern ablaufen, erhebliche Vorteile gegenüber dem klassischen Lagerverwaltungssystem. Dieses wurde  um zahlreiche neue Features erweitert und stellt nun Instrumente zur Verfügung, mit denen Lager strategisch in der Lieferkette platziert werden können.

Auch komplexe Lagerstrukturen und -prozesse lassen sich damit in einer Standardlösung abbilden. Die Materialflussrechnersteuerung und das Ressourcenmanagement können damit ebenso realisiert werden wie die Steuerung unterschiedlichster Kommissioniersysteme (Pick-by-Voice) oder die Unterstützung der Tätigkeiten durch mobile Datenerfassungsgeräte. Erstmals ist auch die gesamte Fördertechnik eines Lagers direkt aus einem SAP-System steuerbar.

Für eine Implementierung der Software gibt es drei mögliche Szenarien:

1. als integriertes Add-on zum zentralen SAP ERP 6.0

2. als Teil des dezentralen SCM-Moduls mit direkter Anbindung an das ERP-System

3. als dezentrale Stand-Alone-Lösung

Never make a late delivery again: SAP EWM ensures that warehouse processes run smoothly (photo: SAP)

Keine Unterbrechungen in der Lieferkette: Mit SAP EWM laufen die Prozesse in der Lagerverwaltung reibungslos ab. (Foto: SAP)

ROI-Berechnung ist von vielen Faktoren abhängig

Vorteile einer dezentralen EWM-Lösung sind neben der Unabhängigkeit vom zentralen ERP-System auch die bessere Skalierbarkeit, die mögliche Anbindung an mehrere ERP-Systeme, die bessere Performance und die Vereinfachung des Outsourcings. Allerdings wird dadurch auch die IT-Landschaft deutlich komplexer und die Anwender müssen in zwei unterschiedlichen Systemen arbeiten. Ein zentrales Lagerverwaltungssystem benötigt dagegen weniger Systemschnittstellen und verursacht geringere administrative sowie Hardware-Kosten.

Ist sie allerdings erst einmal installiert, zeigt sich der Nutzen einer EWM-Lösung sehr schnell: Durch das verbesserte Lagercontrolling entstehen weniger Fehler beim Kommissionieren, die Inventurkosten verringern sich und letztendlich erhöht sich auch die Zufriedenheit beim Endkunden, wenn er pünktlich und korrekt beliefert wird. Eine Kosten-Nutzen-Analyse und die exakte ROI-Berechnung hängen allerdings natürlich vom Einzelfall ab. Den Ausgaben für Lizenzen, neue Hardware, User-Schulungen und die Einführung der Lösung stehen Effizienzsteigerungen, höhere Transparenz und Einsparungen durch die Ablösung von Altsystemen sowie eine Verringerung der Wartungskosten durch einen einheitlichen Softwarestand gegenüber.

Dadurch, dass mit der technisch recht einfach möglichen Anbindung von Automaten an das Lagerwirtschaftssystem diese ihren „Black-Box-Charakter“ verlieren und die Transparenz steigt, lassen sich diese Prozesse einfacher überwachen und kontrollieren. Die Zahl der fehleranfälligen Schnittstellen verringert sich und eventuell müssen auch weniger externe Dienstleister in Anspruch genommen werden. „Es gibt hunderte von Faktoren, die bei einer Kosten-Nutzen-Analyse eine Rolle spielen und im Einzelfall untersucht werden müssen, aber im Schnitt lassen sich nach unseren Erfahrungen rund ein Drittel der bisherigen Lagerkosten einsparen“, sagt Armin Reiss, Senior IT-Consultant für SCM- und Logistiklösungen bei der BASF.

BASF developed a set of templates for speedier EWM implementations (screenshot: SAP)

BASF entwickelte verschiedene Templates für eine schnellere EWM-Implementation (Screenshot: SAP AG)

Templates decken zehn typische Lagerprozesse ab

Ein EWM-Projekt, so die Erfahrung des Logistikexperten, kann je nach Komplexität und Rahmenbedingungen über ein Jahr dauern. Um diese Zeit zu verkürzen und die Kosten bei der Einführung zu reduzieren, hat die BASF IT Services GmbH einen Template-Ansatz und einen funktionsfähigen Prototypen entwickelt. Darin werden aktuell 10 typische Lagerprozesse abgebildet, die rund 90 Prozent aller Anforderungen abdecken. Dazu zählen z. B. Einlagerungsprozesse, lagerinterne Prozesse und Auslagerungsprozesse. Aber auch die besonderen Spezifika von Block- und Palettenlagern wie die mobile Datenerfassung und die Einbindung von Fördertechnik werden in dem Template berücksichtigt.

Der Anpassungsaufwand im späteren Projekt wird durch diese Vorarbeit sehr überschaubar und lässt sich zudem durch einen detaillierten Customizing-Leitfaden unterstützen. Entstanden ist der Prototyp aus einer Machbarkeitsstudie zum Thema Automatensteuerung mit EWM. Reiss: „Da steckt ungefähr ein Jahr an Arbeit unserer Consultants drin“. Der Effekt: Mit dem vordefinierten Template verkürzt sich nun der Zeitaufwand in einem Projekt um 30 bis 50 Prozent. Aber auch schon die Erfassung der Prozessdetails und des -umfangs lässt sich mit Hilfe der prototypischen IT-Landschaft, in die zum Beispiel auch eine Barcode-Erfassung integriert wurde, schneller und präziser durchführen.

Die Implementierung und der Betrieb von SAP-Systemen zählen zu den Kernkompetenzen von BASF IT Services. So wurden weltweit bereits mehrere hundert SAP-Projekte inner- und außerhalb der BASF-Gruppe erfolgreich umgesetzt, alleine für die Muttergesellschaft betreibt der IT-Dienstleister über 500 SAP-Systeme – darunter einige im SCM-Bereich und in der Lagerverwaltung. Von kleinen Speziallagern bis zu einem der größten Hochregallager in Europa werden dabei ganz unterschiedliche Bereiche abgedeckt.

BASF IT Services has successfully carried out hundreds of SAP implementations (photo: BASF)

BASF IT Services hat mehr als hundert SAP-Implementierungen begleitet. (Foto: BASF)

Aus den Fehlern anderer gelernt

„Besonderes Know-how haben wir natürlich in der Prozessindustrie, beispielsweise in der Chargenverwaltung oder beim Handling von Gefahrgütern“, hebt Armin Reiss hervor. Aber auch in anderen Branchen kennen sich die inzwischen sieben EWM-Spezialisten bei der BASF aus. Sie sind Teil eines SCM-Teams, das drei Kompetenzcenter in Ludwigshafen, Hamburg und Brüssel betreibt und aus mehr als 100 IT-Beratern im Supply-Chain-Management-Umfeld besteht. Rund ein Viertel davon ist auf SAP SCM spezialisiert.

Im Zusammenhang mit der Prototypenentwicklung besuchten die Consultants verschiedene EWM-Pilotanwender aus unterschiedlichen Branchen und werteten in Fachgesprächen detailliert deren Erfahrungen aus. Das gesamte Know-how fließt in eine Wissensdatenbank ein, die von allen Consultants genutzt wird. „Wir lernen auch aus den Fehlern anderer, um die Risiken für unsere Kunden zu minimieren“, erzählt Armin Reiss.

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