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Betrug in Echtzeit aufdecken

Feature | 25. November 2015 von Paul Baur 0

Mit SAP Fraud Management haben Betrüger keine Chance mehr. Denn mit SAP HANA lassen sich Transaktionsdaten in Echtzeit analysieren und so besonders riskante Transaktionen beobachten und stoppen.

Ein Treffen zum Kaffee mit Torsten Zube; niemand würde auch nur im Traum daran denken, dass dieser freundliche SAP Product Owner dabei geholfen hat, unzählige Lügner, Betrüger und Diebe hinter Gitter zu bringen. Mithilfe der Echtzeit-Plattform SAP HANA konnte Zube und sein Team ein dichtes Netz spinnen, um jeden, der kriminelle Absichten hegt, einzufangen. Seine Entwicklung: die Lösung SAP Fraud Management.

Betrug und Korruption sind Sand im Getriebe von Unternehmen und Gesellschaften. Unentdeckter Betrug und Diebstahl können in Unternehmen und ganzen Staaten große finanzielle Schäden anrichten – sei es in Banken und Versicherungen, im Gesundheitswesen oder im öffentlichen Sektor. Laut einer Studie büßen Unternehmen fünf Prozent ihres Umsatzes aufgrund von Betrügerei ein. Die Anwendung SAP Fraud Management hilft Unternehmen, den schwarzen Schafen auf die Spur zu kommen und so Schäden zu vermeiden.

In den letzten vier Jahren hat Zube sein Konzept zunächst in einen Prototyp und dann in ein SAP-Produkt umgesetzt. Der Weg dorthin war zeitweise steinig und schwer. Aber er folgte seinem sechsten Sinn und hatte den Mut, für seine Überzeugung einzustehen. Dieses Engagement zahlte sich letztendlich sowohl für ihn als auch für das ganze Unternehmen aus. Über 75 Kunden haben bereits einen Vertrag für SAP Fraud Management und die anderen Produkte, die auf demselben Konzept basieren, unterzeichnet – 460 weitere Firmen interessieren sich für das Produkt.

Wettbewerbern die Zähne zeigen

Für Zube begann alles im Jahr 2010. Damals brachte Hasso Plattner den Stein ins Rollen, als er erklärte, wie mit SAP HANA riesige Datenmengen in Echtzeit analysieren werden können. Zube beschäftigte sich mit der Frage, wie diese technologische Innovation der SAP helfen könnte, mit einem Produkt für Betrugsaufdeckung neue Märkte zu erschließen. Im SAP-Produktportfolio war dies noch eine der wenigen Lücken, und Mitbewerber schnappten der SAP bereits die ersten Kunden weg. Zube erkannte und ergriff die Chance, den Mitbewerbern Paroli zu bieten.

Seine Idee: Bisherige Systeme zur Betrugsbekämpfung können zwar potenzielle Gefahren aufzeigen, sind aber unheimlich langsam. Die Daten müssen von hochqualifizierten Mitarbeitern manuell extrahiert, übertragen, geladen und ausgewertet werden. Dies geschieht allerdings immer erst dann, wenn bereits betrügerischen Verhalten erkannt wurde.

Zubes Ansatz bestand darin, mithilfe von SAP HANA Transaktionsdaten in Echtzeit zu analysieren, um besonders riskante Transaktionen beobachten und stoppen zu können. Um die Algorithmen effektiv an die sich ständig ändernden Betrugsmuster anzupassen, können die Anwender die Parameter im laufenden Betrieb anpassen und die Daten ständig überwachen. Das System sendet Warnhinweise, sobald es eine Unregelmäßigkeit in den Daten findet und erlaubt so, das Prinzip „Management by Exception“ anzuwenden. „Kein anderes System kann das alles bewältigen“, erklärt Zube.

Mit Unternehmergeist und dem Willen zum Erfolg kämpfte Zube für seine Idee. Tests mit zwei Pilotkunden im Finanzbereich und der SAP-internen Revisionsabteilung erwiesen sich als erfolgreich. Zube erhielt mehr Ressourcen und bekam die Chance, ein Produkt zu entwickeln, das man auch verkaufen kann.

Es erforderte viel Beharrlichkeit, Skeptiker davon zu überzeugen, dass die Lösung auch in anderen Branchen als dem Versicherungswesen genutzt werden könnte. Zube war sich sicher, dass eine generische Lösung nicht nur dem öffentlichen Dienst, sondern auch anderen Bereichen zugutekommen würde, und er behielt Recht. „Es war die schwerste und gleichzeitig beste Zeit meines Lebens“, erinnert sich Zube. „Du musst es durchziehen, für deine Ideen kämpfen und darfst dich nicht unterkriegen lassen.“

Weitere Informationen:
Mehr zu den Gewinnern und Finalisten des Hasso Plattner Founders’ Award 2015

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