So einfach ist Business Intelligence

18. Februar 2013 von Andreas Schmitz 0

Bayer BBS

Eigentlich sollte es so einfach funktionieren wie die mobile Restaurantsuche: App auf das Smartphone laden, etwa von Yelp, Ortungsdienste zulassen und schon auf Fingertipp den Italiener, Griechen und Thailänder um die Ecke mit Bewertung angezeigt bekommen.

Nicht so sehr viel anders sollte, ginge es nach Lothar Burow (60), demnächst auch die Business Intelligence in den Unternehmen funktionieren, die detaillierte Analyse von Unternehmensleistungen und -ergebnissen. „Nehmen Sie die wirtschaftliche Krise 2009“, sagt der Chef der Business Intelligence im Bayer-Konzern, „hier war es wichtig, so schnell wie möglich Informationen darüber zu bekommen, wie sich der Absatz in den Regionen entwickelt“. Und auch darüber, ob es wieder Anzeichen dafür gibt, dass sich die Wirtschaft erholt und etwa die Kurzarbeit in den Werken wieder beendet werden kann.

Doch die gängigen Frontendtools boten seines Erachtens nicht das, was dazu nötig war. „Trockene Zahlenwelt, schlechte Bedienbarkeit“, lautete allzu oft das Urteil des gelernten Physikers, der sich seit über 15 Jahren mit Business Intelligence beschäftigt.

Was also tun?

Die Anforderungen

Die Lösung

Ein wichtiger Tipp

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„Klar“, sagt BI-Experte Lothar Burow, „iOS hat die Bedienung einfach gemacht, aber das geht auch auf PCs“

„Klar“, sagt BI-Experte Lothar Burow, „iOS hat die Bedienung einfach gemacht, aber das geht auch auf PCs.“

Die Anforderungen

Das geeignete Tool statt Standards, Selbermachen statt geliefert bekommen und Mobilität als BI-Mantra: Das sind drei der wichtigsten Trends für Business Intelligence, die Forrester-Analyst Boris Evelson kürzlich in seinem Blog kundtat. Jeder soll in der Lage sein, die Kuchen- und Balken-Grafiken auf dem Bildschirm zu verstehen und selbst zusammenzustellen. Das entsprechende Tool, sei es „Webi“, das SAP BusinessObjects Web Intelligence Tool SAP BusinessObjects Design Studio oder Tools von den Wettbewerbern Tableau Software oder Microstrategy, gerät für Burow fast zur Nebensache. „Eine gute Usability, hohe Performance und Verfügbarkeit“ sind für ihn die magischen drei Anforderungen an seine BI – die Business Intelligence im Bayer-Konzern. „Wichtig ist, dass die Komplexität in den Hintergrund tritt“, meint Burow. Das allerdings heißt nicht per se, einen Apple-Klon anvisieren zu müssen. „Klar“, sagt Burow, „iOS hat die Bedienung einfach gemacht, aber das geht auch auf PCs“.

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Die Lösung

So gesehen hat iOS und deren herausragende Usability Tablets zwar zum Maß aller Dinge erhoben, doch ist für Burow die mobile Anbindung erst der letzte Schritt in der Entwicklung. Ausgehend vom Backend, das vorwiegend von SAP NetWeaver BW geprägt ist, schlägt der BI-Experte einen Weg ein, der vor allem Optionen in Hinsicht des Frontendtools offen lässt. Schon als er noch ausschließlich für den Bereich MaterialScience die BI verantwortet hat, waren einige verschiedene Tools im Einsatz, bis letztlich die Eigenentwicklung „roi (PE)“ entstand, entwickelt auf der Flex-Plattform, zunächst ausschließlich für den PC. Generell war Burow der Aufwand, einen Report zu erstellen, meist zu hoch. „Man muss einen endlosen Customizing-Baum durchlaufen, ehe dann irgendwann ein Report daraus wird“, so Burow, „von Drag- und Drop-Funktionalitäten ganz zu schweigen“. 2007 schließlich initiierte das Controlling von Bayer ein Marktscreening, das das vorrangige Ziel verfolgte, einen Report ohne Hilfestellung durch die IT bewerkstelligen zu können. „Webfocus“ hieß damals die Lösung der Stunde. Von den Funktionalitäten her „ein Traum“, allerdings waren mehr Javascript-Codes nötig als erwartet, so dass die zunehmenden Kosten letztlich eine Fortsetzung der BI auf dessen Basis nicht möglich machten. „Daraufhin haben wir uns keine Tools mehr angeguckt, sondern selbst entwickelt“, sagt Burow. Nicht das große gemeinsame Vielfache, sondern individuelle Wünsche besonders in Hinsicht auf die Usability sind letztlich der Grund, dass er sich für den Eigenbau entschied.

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Der Tipp

In dieser Herangehensweise sieht der BI-Spezialist BI Scorecard den Weg, den auch andere in der Zukunft gehen werden. Reichen die Funktionalitäten der Standardanbieter in Hinsicht auf geeignete Dashboards nicht aus, mixen sie verschiedene Tools und integrieren sie in eine individuelle BI-Landschaft. Es entsteht ein harter Wettbewerb, denn auch große Softwarehäuser werden sich darauf einstellen müssen, mit kleinen wenigen Unternehmen und Entwicklerschmieden mithalten zu müssen. Bayer-BI-Mann Burow achtet deshalb auf die Integrationsfähigkeit seiner Landschaft. „Niemand kann mir garantieren, dass unsere Eigenentwicklung in einem Jahr für uns noch das Maß aller Dinge ist.“ Dann werden die Karten wieder neu gemischt. Und entschieden nach neuen Vorzeichen. Heute allerdings plant Bayer sein bisher ausschließlich auf dem PC laufendes Tool zunächst einmal im Gesamtkonzern laufen zu lassen, bevor er es dann auch für das iPad, Android-Tablets oder Geräte auf Windows-8-Basis fit machen will.

Vielleicht bringt das den Bayer-Mitarbeitern dann auch das „Yelp-BI“, das Burow sich für die Zukunft vorstellt.

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