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Big Data in der Kunst

4. Mai 2016 von Beth Grant 0

Zwei gegensätzliche Konzepte, ein gemeinsamer Raum. SAP zeigt in einer spannenden Ausstellung, wie „Big Data” und Kunst sich gegenseitig ergänzen.

Wenn ihr euch das Bild unten anseht, was kommt euch da in den Sinn? Hättet ihr gedacht, dass es in Wahrheit aus 100 000 Einzelfotos besteht, die 2013 in Los Angeles auf Twitter gepostet wurden? Es handelt sich dabei um eine von mehreren Installationen der Kollektion Instagram Cities von Damon Crockett, für die auf Instagram veröffentlichte Fotos in 16×16 Pixel große Teile aufgeteilt und nach ihren Durchschnittswerten in Farbschattierung und Helligkeit angeordnet wurden. Die Kollektion gewährt einen Einblick in das kulturelle Leben der jeweiligen Städte. So zeigt sie beispielsweise, in welchen Metropolen vorwiegend Nachtaufnahmen gemacht wurden.

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Das Werk Instagram Cities von Damon Crockett ist Teil der „Big Data Goes Art“ Ausstellung in Walldorf.

Oder nehmen wir Dandelion Mirror von Scottie Chih-Chieh Huang. Das Kunstwerk besteht aus einem Spiegel, in dem sich ein physiologisches Messinstrument mit kontaktfreiem Sensor befindet. Der virtuelle Löwenzahn erblüht, wenn der Betrachter ihn anlächelt, er welkt, wenn der Betrachter aufhört zu lächeln, und er schrumpft zur Knospe, wenn der Betrachter gar kein Lächeln für ihn übrig hat. „Big Data” ist enger mit Kunst verknüpft, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Wann immer man ein Bild oder Video ansieht, spielt „Big Data“ eine Rolle. Die genannten Kunstwerke sind nur zwei Beispiele dafür, wie moderne Künstler sich auf dieses Gebiet vorwagen.

Am Donnerstag, dem 21. April 2016 öffneten sich im Walldorfer Hauptsitz SAPs die Pforten für eine neue Kunstausstellung. Dr. Hans Jörg Stotz, Senior Vice President IoT Strategy Products and Innovation, gab eine Einführung, gefolgt von der Kuratorin Alexandra Cozgarea und der Ansprache Kunst im digitalen Zeitalter der Galerieinhaberin Priska Pasquer. Vom 22. April bis zum 29. Juli stellt SAP die Werke zeitgenössischer Künstler aus, die sich im Rahmen ihrer kreativen Tätigkeit mit digitalen Technologien auseinandersetzen und das Thema „Big Data“ visuell aufgreifen.

 

Die Ausstellung umfasst acht Exponate internationaler Künstler wie Evan Roth, Viktoria Binschtok, Adrian Sauer, Johanna Reich, Philipp Schaerer, Software Studies Initiative, Scottie Chih-Chieh Huang, Laurent Mignonneau und Christa Sommerer in Form von Fotografien, Videos und Installationen. Organisiert wurde die Ausstellung in Zusammenarbeit mit PRISKA PASQUER und dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe.

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Der Dandelion Mirror von Scottie Chih-Chieh Huang reagiert auf das Lächeln des Betrachters.

Vor dem Hintergrund globaler Vernetzung und der massiven Datenflut, die unweigerlich damit einhergeht, stellt „Big Data Goes Art“ einen Versuch dar, gewaltige Datenmengen sichtbar und „Big Data“ durch interaktive Installationen zu einer greifbaren Erfahrung zu machen. Das Zusammenspiel von Kunst und digitaler Technologie wirft dabei Fragen nach äußeren Strukturen und der Grenze zwischen der physischen und der virtuellen Welt, dem Analogen und dem Digitalen, auf. Gleichzeitig zeugen sie vom visionären Aufbruch in eine vielschichtige mediale Zukunft, die von Innovation geprägt ist. Laut Evan Roth, Schöpfer des Exponats Slide to Unlock, sollten „digitale Medien frei und kopierbar“ sein. „Das ist ihr natürlicher Zustand. So wie fließendes Wasser. Wir sind alle Teil der digitalen Revolution. Sie passiert so rasch. Es gibt inzwischen eine neue Gruppe aufgeklärter Sammler, die das Werk zunehmend von innen heraus versteht.“

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