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Bildung als Schlüssel gegen Kinderarmut

Feature | 29. Oktober 2015 von John Ward 0

Plan International, ein internationales Kinderhilfswerk, hat es sich zum Ziel gesetzt, in weltweit mehr als 50 Ländern Kinder von den Fesseln der Armut zu befreien.

Plan geht das Problem auf vielfältige Weise an – von Katastrophenhilfe bis hin zu Gesundheitsprogrammen. „Unsere Mission ist es, jedem Kind die Chance zu geben, sein gesamtes Potenzial ausschöpfen zu können“, erklärt Nigel Chapman, Geschäftsführer der gemeinnützigen Organisation. Laut des Hilfswerks ist Bildung die effektivste Strategie, den Kreislauf der Kinderarmut zu durchbrechen. In den weltweiten humanitären Maßnahmen der Organisation spielt das Thema Bildung eine wichtige Rolle – ganz gleich, ob das nun Plans Reaktion auf verheerende Stürme betrifft oder Kampagnen wie „Because I am a Girl“.

Eine Welt aus Scherben wieder zusammensetzen

Als der Taifun Haiyan im Jahre 2013 auf die Philippinen traf, wirkte sich das auf mehr als fünf Millionen philippinische Kinder aus. Der Taifun entsprach einem Hurrikan der Kategorie 5 und zwang Plan zu sofortigem Handeln. Die Mitarbeiter der Organisation beurteilten die Lage und entschieden, wer als Ersthelfer geeignet war und welche Ressourcen dringend benötigt wurden. Innerhalb von 48 bis 72 Stunden, nachdem der Wirbelsturm das Festland erreichte, hatte Plan Rettungshelfer vor Ort.

In den ersten Monaten nach dem Taifun stand vor allem die Notversorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Medikamenten und Unterkünften an erster Stelle. Plans Unterstützung endete jedoch nicht, als die notwendigsten Rettungsmaßnahmen abgeschlossen waren. Mehr als 600 Schulen wurden durch den Taifun beschädigt oder zerstört. In nicht einmal einem Jahr half Plan unzähligen philippinischen Kindern dabei, wieder die Schule zu besuchen. Das Kinderhilfswerk baute neue Klassenzimmer, bildete Lehrer aus und stellte den Kindern 44.000 sogenannte „Back to School“-Boxen mit Büchern und anderem Schuldbedarf zur Verfügung. Auf diese Weise konnte wieder ein wenig Normalität in das Leben der Kinder zurückkehren.

„Because I am a Girl“

Naturkatastrophen sind bei Weitem nicht die einzigen Bildungsbarrieren. Leider muss tagtäglich überall auf der Welt dafür gekämpft werden, Bildung für alle zugänglich zu machen. „Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung und Bildung bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung,“ erläutert Chapman in einem Leitartikel, den er letzten Sommer geschrieben hatte. „Trotz allem gehen 126 Millionen Kinder weltweit weder in die Grund- noch in die Mittelschule.“

Vor allem bei jungen Mädchen ist diese Situation besonders besorgniserregend. Plan liefert diesbezüglich ernüchternde Zahlen:

  • 62 Millionen Mädchen weltweit gehen nicht zur Schule.
  • Weniger als 50 Prozent der Mädchen beenden in armen Ländern die Grundschule.
  • Fast eins aus fünf Mädchen geht nicht in die Mittelschule.

Die Forschung geht aber trotzdem davon aus, dass selbst kleine Verbesserungen einen großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einfluss haben könnten:

  • Ein zusätzliches Jahr in der Sekundarschule kann das zukünftige Einkommen eines Mädchens um 15 bis 25 Prozent steigern.
  • Mit jedem zusätzlichen Jahr schulischer Bildung bei jungen Mädchen, wird auch die Kindermortalitätsrate um 5 bis 10 Prozent sinken.
  • Das BIP würde um 0,3 Prozent steigen, wenn 1 Prozent mehr Mädchen die Mittelschule besuchten.

Plans Kampagne „Because I am a Girl“ legt ihren Schwerpunkt auf die Ausbildung und Unterstützung Millionen junger Mädchen. Chapman warnt allerdings auch in seinem Artikel: „Wir sollten uns alle dafür schuldig fühlen, dass so viele Mädchen nicht zur Schule gehen können. Dieser Zustand ist unzumutbar und muss schnellstmöglich geändert werden, denn wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir im Jahr 2086 immer noch mit den gleichen Problemen konfrontiert sein.“

Der Kampf geht weiter

Plan investierte in den letzten fünf Jahren mehr als 180 Millionen US Dollar in die Grundschulbildung in 40 Ländern, darunter Asien, Afrika, Lateinamerika und die Karibik. Allein im Jahr 2014 unterstützte Plan den Bau und Wiederaufbau von mehr als 2.450 Schulen und bildete 104.000 professionelle und freiwillige Pädagogen aus, die kindorientiert arbeiten.

Plan weiß allerdings auch: Es gibt noch viel zu tun.

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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf SAP Business Trends veröffentlicht.

 

Bildquelle: Shutterstock

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