Tag der Abrechnung

Feature | 10. März 2010 von Sebastian Nikoloff 0

Lupe

Eine Rechnung für alles: Mit der Software von Highdeal behalten Provider den Überblick über die verschiedenen App-Anbieter.

2009 wurde das Handy erwachsen: 18 Jahre zuvor ging in Finnland das erste moderne Handynetz in Betrieb. Früher wurde es nur ausnahmsweise genutzt, für die nächtliche Autopanne mitten im Nirgendwo oder die Ich-bin-gut-in-Peking-gelandet–SMS. Heute nutzen wir unser Handy längst nicht mehr nur zum Telefonieren. Wir schreiben E-Mails, lesen Nachrichten, schauen YouTube-Videos an, laden Bilder in unser Facebook-Profil hoch, kaufen uns online die neuesten Apps, bezahlen den Bus oder spenden Geld an wohltätige Organisationen. Und all das wollen wir nicht nur im Heimatnetz tun können, sondern auch im Urlaub in Venedig, auf den Bahamas und im Himalaya – und natürlich auch auf dem Weg dorthin im Flieger.

Wir Konsumenten haben eine hohe Erwartungshaltung an unsere Dienstanbieter: Wir nutzen Dutzende Dienste unterschiedlicher Anbieter, doch die Rechnung dafür wollen wir von einem einzigen erhalten, bei voller Kostentransparenz, natürlich in Echtzeit. Wir möchten uns nicht mit der komplexen Abrechnung herumschlagen. Das soll doch bitte der Anbieter für uns tun – natürlich IT-gestützt.

Highdeal ist Spezialist für Consume-to-Cash-Lösungen, also dafür, den Wust an Diensten, Anbietern und den damit verbundenen Kosten, den wir täglich verursachen, für Millionen von Kunden zu entwirren. Das französische Unternehmen mit heute etwa 200 Mitarbeitern wurde 2000 als Start-up aus der France Telecom ausgegründet und im Frühjahr 2009 von SAP gekauft. Als „SAP Convergent Charging“ erleichtert die Highdeal-Software seitdem Mobilfunkanbietern, jeden Cent auf unserer Rechnung hinterher dem richtigen Anbieter zuzuordnen.

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Die Software von Highdeal ordnet die Tarife der verschiedenen App-Anbieter. So erhält der Kunde am Ende nur eine einzige Abrechnung.

Die Software von Highdeal ordnet die Tarife der verschiedenen App-Anbieter. So erhält der Kunde am Ende nur eine einzige Abrechnung.

Komplexe Abrechnungssysteme entwirren

Die Software unterstützt Telekommunikationsanbieter, doch natürlich auch Unternehmen in vielen anderen Utility-Branchen. Sie alle stehen unter enormem Druck, müssen neue Geschäftsmodelle finden und sie vor allem schnell umsetzen können. Dies ist Ausdruck eines weitreichenden Wandels. „Was wir erleben, ist der Veränderung ganzer Volkswirtschaften – von produzierenden hin zu Dienstleistungsökonomien“, sagt Eric Piellevesse, CEO von Highdeal. Betroffen sind auch Energieversorger, Banken, High-Tech-Unternehmen, Maut-Systeme – alles, wo integrierte Angebote mit komplexen und hochflexiblen Abrechnungsmodellen in hohen Volumina abgewickelt werden müssen.

Der Mobilfunk dient bestens als plastisches Beispiel für komplexe Abrechnungssysteme: Grundgebühr, unterschiedliche Minutenpreise in verschiedene Netze, abhängig von der Uhrzeit, monatlich verfallene SMS-Freiguthaben, sich abhängig von den bislang konsumierten Gesprächsminuten oder dem Standort ändernde Tarife. Wenn jedes halbe Jahr diese Tarifstruktur erneuert wird, schlagen die armen Programmierer die Hände über dem Kopf zusammen. „Heute können sie mit unserem Produkt solche Änderungen mit wenigen Mausklicks in einer grafischen Benutzeroberfläche ganz leicht umsetzen“, erklärt Eric.

Klein und dennoch ganz groß

Ein Traum, dennoch zögerten manche Unternehmen, die Lösung von Highdeal einzusetzen. Zu klein war das Unternehmen aus Frankreich, zu hoch das damit verbundene Risiko. „Mit SAP im Rücken ist das kein Problem mehr“, erklärt Eric. „Unternehmen weltweit kennen, schätzen und vertrauen der SAP als ihrem zuverlässigen Ansprechpartner für Unternehmenslösungen.“ Doch genauso wichtig wie die Integrität, die die SAP mit sich bringt, ist für Highdeal die Flexibilität, die sich aus einer kleinen und schlagkräftigen Organisation ergibt. Daher soll auch in Zukunft das erfolgreiche Highdeal-Team bestehen bleiben, quasi als Unternehmen im Unternehmen.

Bei der Integration der Software in bestehende SAP-Angebote gibt es jedoch keine Kompromisse. SAP Convergent Charging ist in SAP ERP (Enterprise Resource Planning) integriert. Und schon in der ersten Jahreshälfte 2010 wird SAP Convergent Charging mit SAP CRM, der SAP-Lösung für Kundenbeziehungen, verknüpft. Somit ist die Lösung längst Teil der SAP Business Suite, SAP’s Software für große Unternehmen, längst im Einsatz bei Unternehmen wie Microsoft oder dem deutschen Energieversorger Eon.

Eine Welt ohne Telekommunikation ist für uns inzwischen undenkbar. Ähnlich integriert wie Angebote von Sprach- und Datenverkehr schon heute sind, werden auch andere Branchen künftig arbeiten müssen – unterstützt von SAP Convergent Charging. Dafür werden wir als anspruchsvolle Konsumenten schon sorgen.

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