Brückenschlag zwischen den Kontinenten

Feature | 13. Oktober 2004 von admin 0

Die erst 2002 gegründete MeiDa Information Technology in Peking ist der erste Softwareanbieter, der auf dem chinesischen Markt mySAP-All-in-One-Lösungen für kleine und mittelständische Unternehmen vertreibt. Für produzierende Unternehmen bietet MeiDa ab sofort die FIStec-All-in-One-Lösung in ihrer ChinaMainframe-IT-Lösungsfamilie an. ChinaMainframe-Lösungen für die Service-Industrie (ChinaMainframe ServiceOne) und für die High-Tech-Manufacturing Industrie (ChinaMainframe HighTechOne) sind bereits auf dem Markt und SAP-zertifiziert. ChinaMainframe Fistec EngineerOne ergänzt die Palette um die bislang fehlende Mittelstandslösung für Produktionsunternehmen. Alle ChinaMainframe-Lösungen beinhalten die chinesische Sprachoberfläche, chinesische und internationale Rechnungslegung sowie die spezifischen Anforderungen der chinesischen Regierung für Reporting.
Laut MeiDa-CEO Herbert P. Goertz ist die FIStec-Lösung jetzt in chinesischer Sprache und mit sämtlichen landesspezifischen Eigenheiten inklusive gesetzlicher Bestimmungen und chinesischer Rechnungslegung auf dem Markt. „Mit dem von SAP zertifizierten Produkt können ausländische Firmen in China schneller Fuß fassen“, so Herbert Goertz. Zudem sei es für chinesische Tochterfirmen internationaler Unternehmen nun möglich, die erprobte SAP-Lösung der FIStec AG in ihren Landesorganisationen einzusetzen, um Kosten zu reduzieren und Prozesse zu verbessern.
Das mySAP-All-in-One-Paket „FIStec-Engineer“ ist in verschiedenen Varianten für Kundeneinzelfertiger, Projektfertiger, Serienfertiger, Variantenfertiger und Mischformen aus verschiedenen Fertigungstypologien verfügbar. Die Standardversion für kleinere Unternehmen beinhaltet alle typischen Funktionalitäten der Branche in den Bereichen Finanzbuchhaltung, Controlling, Anlagenbuchhaltung, Einkauf und Materialwirtschaft sowie Vertrieb und Produktion. Die Version FIStec-Engineer Advanced enthält zudem ergänzende Funktionalitäten aus den Bereichen Projektabwicklung sowie maschinelle Kapazitätsplanung und befindet sich laut Karl Friedrich Schmidt, CEO der FIStec AG, auch als Vorlage für größere Unternehmen im produktiven Einsatz. Dabei orientiert sich die auf den Mittelstand ausgerichtete Einführungsmethode an mittelstandstypischen Gegebenheiten wie dünne Personaldecke, restriktives Projektbudget sowie hohe Flexibilität und Innovationskraft. Mit dem internationalen Einsatz des Produktes hat man bei FIStec bereits Erfahrung. Außer in Europa wird das mySAP-All-in-One-Paket in den USA eingesetzt.

Chance China

Erste Kontakte zwischen FIStec und MeiDa gab es vor rund 18 Monaten. Professor Dr. Ralf Oetinger, Mitbegründer und Aufsichtsratsvorsitzender der FIStec AG sowie Dekan im Fachbereich Maschinenbau an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, sah im aktuellen Trend der Produktionsauslagerung nach China eine Chance, das eigene Geschäftsmodell und die eigenen Produkte auf eine globale Basis zu stellen. Schon heute besitzen 1.600 deutsche Unternehmen Niederlassungen in China; rund die Hälfte von ihnen lässt bereits im größten asiatischen Land produzieren. Im Rahmen von Dr. Oetingers Professur für Industrieinformatik intensivierten sich zudem die Kontakte zur stetig wachsenden Zahl chinesischer Studenten, die ein großes Interesse an SAP und den SAP-Lösungen zeigen. Der Gedanke an eine Kooperation mit einem chinesischen Partner lag also nahe.
Dreh- und Angelpunkt der weiteren Entwicklungen war das globale SAP SMB-Team, das die notwendigen Kontakte in China herstellte und Ralf Oetinger mit Herbert Goertz, dem Geschäftsführer von MeiDa, zusammenbrachte. Im noch recht jungen chinesischen Markt ist MeiDa so etwas wie ein „Urgestein“. Das Unternehmen entwickelte als erster SAP Business Partner eine qualifizierte mySAP-All-in-One-Lösung für den chinesischen Markt. Seit 2002 verfügbar, setzen mittlerweile zehn Kunden die Lösung ein. Betreut werden sie von den rund 100 MeiDa-Mitarbeitern in Peking, Shanghai und Guangzhou. Der SAP Business Partner deckt den kompletten chinesischen Markt ab.
Sommer 2003: Aus der Projektidee wurde Wirklichkeit – und das ohne nennenswerte Schwierigkeiten. „Die Vorteile einer solchen Kooperation lassen sich am ehesten mit einem Beispiel verdeutlichen. So wird eine deutsche Firma, die in China produzieren lässt, in Deutschland von FIStec betreut. Um den Betrieb in China kümmert sich dagegen MeiDa. Jeder trägt also mit seinem Geschäfts- und Lösungs-Know-how zum Erfolg bei und steht dem Kunden vor Ort als Ansprechpartner zur Verfügung. Durch die enge Zusammenarbeit beider Unternehmen ist es uns gelungen, eine durchgängige und ganzheitliche Projektierungs- und Betreuungsstruktur für unsere Kunden aufzubauen. Der Kunde kann auch über diese Distanz die Vorteile eines Ansprechpartners nutzen“, erklärt FIStec-Geschäftsführer Schmidt. Als wesentlichen Vorteil neben der Produktidee sieht Schmidt die Zusammenarbeit gemischter deutsch-chinesischer Projektteams beim Roll-out nach China. Hier hat die Kooperation FIStec-MeiDa bereits Früchte getragen. Man denke nur an die interkulturellen Herausforderungen solcher Projekte, deren Bewältigung oft erfolgsentscheidend ist.

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