Business Content für SAP NetWeaver

Feature | 6. September 2004 von admin 0

Einkäufer benötigen Informationen aus den unterschiedlichsten Systemen: aus dem System zur Verfolgung der Lagerbestände, aus dem Beschaffungssystem mit Informationen über Lieferanten und Preise und möglicherweise noch externe Quellen. Diese Anwender haben zweifellos Wichtigeres zu tun, als zu Experten in jedem dieser Systeme zu werden oder die IT mit multidimensionalen Analysen zu beauftragen, um die Daten in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. Sie möchten einfach nur gewarnt werden, wenn die Lagerbestände ein Minimum erreichen, sie möchten schnell überschauen, welche Lieferanten welche Waren zu welchem Preis und zu welchen Konditionen liefern, und wie gut die Leistungen dieser Lieferanten in der Vergangenheit waren. Dabei wollen sie Dokumente und Informationen mit Kollegen gemeinsam nutzen und dann den Einkauf in die Wege leiten. Langfristige Ziele wie eine Senkung von Lagerbeständen und Beschaffungskosten erfordern zusätzlich eine Analyse von Einkaufsmustern, um den Lieferantenbestand zu konsolidieren und so bessere Preise und Konditionen auszuhandeln.
In einem Szenario wie diesem könnte das IT-Team jede der benötigten Schnittstellen und Funktionen von Grund auf neu entwickeln. Mit dem vordefinierten Business Content von SAP erübrigt sich das. Im Gegensatz zu anderen Plattformen, die zur Lösung der beschriebenen Integrationsprobleme einen strikten “Toolbox”-Ansatz verfolgen, ist SAP durch 30-jährige Erfahrung mit Best Practices in der Lage, SAP NetWeaver mit vordefiniertem Business Content und damit die Unternehmen mit einer Sofort-Starthilfe für ihre SAP-Implementierung auszustatten. Anstatt nur die einzelnen Tools für die Entwicklung von Datenzuordnungen, Nachrichtenschnittstellen, Alert-Mechanismen, Datenextraktoren, Datenmodelle, Portlets (iViews) oder Rollen bereitzustellen, geht SAP damit einen Schritt weiter und hat bereits einen Großteil dieser Arbeiten für den Kunden erledigt. Von der Verwendung von Business Content profitieren nicht nur Endanwender und IT-Personal, sondern auch Kunden durch Kosteneinsparungen und kürzere Implementierungszeiten – was wiederum dazu führt, dass die Anwender das neue System schneller und vorbehaltloser annehmen.

Von der Plattformintegration zum Monitoring

Business Content setzt sich in erster Linie aus Metadaten zusammen, die Anwendungen bei der Integration auf SAP NetWeaver unterstützen: SAP NetWeaver stellt die technische Basis für die Backend-Integration bereit. Mit Business Content kann der Anwender Geschäftsszenarien modellieren: SAP NetWeaver stellt eine breite Palette von rollenbasierten Business Packages, Abfragen, Datenmodellen und InfoCubes bereit, die die Datenbeziehungen für bestimmte Berichte und Analysen definieren.
Zudem umfasst SAP NetWeaver Rollen und Vorlagen zur Erweiterung von Kundenlösungen: So lassen sich neue Portal-iViews, Motive und Layouts, Vorlagen für Content-Management- und Kollaborationsfunktionen festlegen, damit Business Content auch von mobilen Geräten aus zugänglich ist. Hierbei stellt SAP NetWeaver nicht nur vordefinierten Content bereit, sondern unterstützt auch das IT-Team bei der Systemüberwachung und -optimierung.

Integration von Plattformen und Anwendungen

Zur Vereinfachung des Datenaustauschs stellt SAP NetWeaver Konnektoren und Adapter für SAP- und Nicht-SAP-Lösungen sowie vorgefertigte Zuordnungen und Nachrichtenschnittstellen bereit – darunter auch branchenspezifische, beispielsweise mit dem Standard RosettaNet konforme Zuordnungen. Um auch unstrukturierte Daten in Unternehmensdokumente aufnehmen zu können, helfen Repository Manager bei der Anbindung des Unternehmensportals an Dateisysteme, Webserver und Datenbanken.
Auf der strategischen Ebene bekennt sich SAP als Vorstandsmitglied des WS-I (Web Services Interoperability Organization) zu offenen Standards und Web-Services und entwickelt alle eigenen Lösungen auf Basis der Enterprise Services Architecture. SAP NetWeaver ’04 wird auch JCA, den Branchenstandard für die Verbindung von J2EE-Servern mit EIS, und BPEL, den offenen Standard für Web-Services, unterstützen.

Modellierung von Geschäftsszenarien

SAP-Lösungen sind extrem leistungsfähig und arbeiten in der Regel mit Hunderten von Transaktionen. Jede noch so überschaubare Rolle braucht Zugriff sowohl auf Web-Service-Funktionen, als auch auf andere Anwendungen – von SAP oder von Drittanbietern. Will man nun auch noch Anwendungsdaten auf mehrdimensionale Beziehungen hin analysieren, steht man vor einer echten Herausforderung an die Benutzernavigation.

Beispiel für ein Business Package

Beispiel für ein Business Package

Für diesen Überblick bietet Business Content so genannte Business Packages – Portalschnittstellen, die genau diejenigen Alerts, Transaktionen, Berichte und Analysen aufbereiten, die von einer bestimmten Rolle benötigt werden. Beispielsweise profitiert ein Bereichsleiter vom vordefinierten Zugriff auf mehrere SAP-Lösungen und Business-Intelligence-Funktionen. Im Rahmen seiner Zuständigkeit für Personal und Budget rangieren die Aufgaben dieses Anwenders von der Personalbeschaffung über Leistungsprüfungen bis zur Budgetüberwachung und -planung. Zu seiner Unterstützung findet er im Package für Manager die üblichen Formulare, Aufgaben und Berichte. Mit der Integration von mySAP ERP Human Capital Management, von mySAP ERP Financials und Business-Intelligence-Funktionen in das Business Package für Manager Self-Service kann ein Bereichsleiter einfach auf alle nötigen Ressourcen für Personal und Budget zugreifen.
Die Analysen im Lieferumfang der Business Packages sind lediglich eine kleine Teilmenge des Business Contents, der im Rahmen der Lösung SAP Business Intelligence verfügbar ist. Dabei ist das Manager Package nur eines von rund 100 dieser Packages auf der Basis von SAP-Lösungen, die zusammen mehr als 3.500 iViews umfassen. Über 25 SAP-Verkaufspartner bieten weitere Business Packages an.

Erweiterung von Anwendungen

Eine der wichtigsten Erweiterungsoptionen besteht darin, dass Kunden zusätzliche iViews anlegen können. Neben Tools für Geschäftsanwender und Java-Entwickler bietet SAP daher auch Vorlagen für eine ganze Reihe von iView-Typen wie Zugriff auf SAP R/3-Transaktionen, Datenbanksichten, einfache URLs und viele andere iView-Typen, die mit Hilfe von Wizards erzeugt werden. Um ihr Portal unternehmensweit einheitlich, aber auch auf verschiedene Benutzergruppen zugeschnitten erscheinen zu lassen, finden Kunden im Business Content vordefinierte Seitenlayouts, beispielsweise auch ein Design für sehbehinderte Anwender. Eine Reihe von Vorlagen erleichtert die Einrichtung von Content-Management- und Kollaborationsumgebungen und für die mobile Kommunikation.

Überwachung von Operations

SAP NetWeaver enthält zahlreiche Überwachungstools wie Alert Management zur Erkennung kritischer Situationen und zur Benachrichtigung der hierfür zuständigen Anwender, Central Monitoring für die Überwachung der Integration Engine und SAP Solution Manager für die Überwachung der Systemenperformance. Jede Überwachungslösung umfasst Business Content mit vordefinierten Überwachungsparametern und Output-Vorgaben. So bietet SAP Solution Manager vier flexibel anpassbare Protokolldateien. Eine Reihe von Abfragen erleichtert die Überwachung von SAP Business Intelligence. Sie analysieren Dutzende von Variablen – wie die Content-Objekte, die am häufigsten oder am seltensten genutzt werden, die jeweils aktiven Benutzer sowie Objekte mit Verarbeitungszeiten oberhalb bestimmter Schwellenwerte – und stellt die Ergebnisse anschaulich in grafischer Form dar. So lassen sich die Auswirkungen bestimmter Content-Objekte auf die Performance verfolgen und damit eine Verbesserung der Zugriffszeiten planen.

Senkung des TCO

Wie eine SAP-Anwenderstudie aus dem Jahr 2003 bestätigt, nutzen 91 Prozent der Kunden von SAP Business Intelligence den Business Content dieser Lösung, und 81 Prozent von ihnen konnten beträchtlichen geschäftlichen Nutzen daraus ziehen.

Vorteile von Business Content für SAP EP und SAP BI

Vorteile von Business Content für SAP EP und SAP BI

Bereits während der Implementierung der SAP-NetWeaver-Komponenten SAP Enterprise Portal oder SAP Business Intelligence profitieren Kunden vom Business Content. In der Planungsphase eines Projekts können die Rollen, Seiten und iViews aus den Business Packages von SAP dabei helfen, den Projektumfang zu definieren; sie dienen als wertvolle Basis für Diskussionen unter den wichtigste Projektbeteiligten und vereinfachen den Entwurf von Prototypen. Während der Projektumsetzung kommt das Prinzip “Kaufen ist billiger als Selbermachen” zum Tragen, da vordefinierter Business Content unverändert oder mit leichten Anpassungen verwendet werden kann. Dabei muss eigentlich gar nichts mehr gekauft werden, denn Business Content ist in der Regel ein integraler Bestandteil der Lizenzen für SAP NetWeaver beziehungsweise für mySAP Business Suite. Während der operativen Phase lassen sich mit Hilfe des für SAP Business Intelligence bereitstehenden “Demo Content” im Handumdrehen Schulungs- und Supportunterlagen entwickeln.
Unternehmen werden anhand von SAP NetWeaver ’04 und weiteren Updates schnell feststellen, dass Business Content auch für andere SAP-NetWeaver-Komponenten zu einer TCO-Verringerung beiträgt. Insbesondere im operativen Geschäft verschafft eine Strategie zur synchronen Aktualisierungs von Softwareversionen dem Support und dem Change Management Erleichterung. SAP arbeitet an weiterem Business Content zur Unterstützung konsistenter Installations- und Aktualisierungsprozesse und einer einheitlichen Liefer- und Pflegestrategie für alle SAP-NetWeaver-Komponenten.
Die englische Originalversion dieses Artikels ist auf www.SAPinsider.com erschienen und wird mit freundlicher Erlaubnis des Herausgebers veröffentlicht.

Sylvia Lehnen

Sylvia Lehnen

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