Business First

Feature | 22. Dezember 2003 von admin 0

Kleine bis mittlere Unternehmen (KMU) wissen, welches Potenzial darin steckt, sich für neue Geschäftspartner und Kunden zu öffnen. Diese Einsicht ist unabhängig davon, ob es sich um ein Unternehmen handelt, das die technische Anbindung an Zulieferer und Händler sucht, oder eine Tochterfirma, die mit dem Mutterkonzern und anderen Niederlassungen kommunizieren möchte. Die KMU sind sich der Bedeutung einer sinnvollen Integration sehr bewusst. Sie stehen vor Herausforderungen wie etwa der Optimierung des Kundenservices, der Verbesserung der Geschäftsbeziehungen und der Interaktion mit den Zulieferern. Integrationstechnologien werden von den KMU vermehrt strategisch verwendet, etwa um wichtige Geschäftspartner besser anzubinden oder Informationen rascher verarbeiten zu können. Einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts Gartner zufolge werden bis 2005 über 60 Prozent der KMU ihre Anwendungen mit denen der Geschäftspartner integrieren.
Ganz gleich welche Motivation für eine bessere Anbindung vorliegt, die hohen Kosten und die Komplexität des Marktes sind oft ein Hindernis. Während sich die geschäftlichen Anforderungen der KMU stark von denen großer Unternehmen unterscheiden, sind die Geschäftsziele überall gleich – Kosteneinsparung, höhere Erträge und kürzere Produktionszyklen. SAP ist daher bestrebt, die KMU mit genauso viel Potenzial auszustatten wie die größeren Geschäftspartner.

Auf den Punkt gebracht

Der wahrscheinlich beliebteste Integrationsansatz ist vermutlich auch heutzutage noch die Punkt-zu-Punkt-Integration. Für einige Unternehmen ist dieses Modell in der Tat auch die Ideallösung. Andere hingegen haben sich vor allem aus Kostengründen dafür entschieden – darunter viele KMU. Doch der Nachteil dieser Integrationslösung besteht darin, dass sie nur bis zu einem gewissen Punkt ausbaufähig ist – das Potenzial für Erweiterungen ist also eingeschränkt. Ist vorgesehen, mit mehreren Geschäftpartnern zusammenzuarbeiten, bedeutet jeder zusätzliche “Integrationspunkt” einen erheblichen Mehraufwand und eine Verlangsamung des gesamten Prozesses. Unter dem Strich führt dies wiederum zu einer Kostensteigerung.
Um diesem Dilemma vorzubeugen, sollten sich die Unternehmen den Unterschied zwischen einer Integrationstechnologie und einer ganzheitlichen Integrationsstrategie klar machen. Die Integration sollte nicht von einem beeindruckenden, aber schwer verständlichen Geflecht von Einzel-Verbindungen und einzelnen Berührpunkten abhängen. Das Ziel sollte vielmehr sein, die Lösung einfach handhaben zu können, den technischen Aufwand zu minimieren sowie die Daten und Geschäftsabläufe zu harmonisieren. Eine effektive Integrationsstrategie kombiniert Unternehmensvision, Geschäftspraxis und Technologie mit dem Ziel, alle Beteiligten sowie Informationen und Geschäftsprozesse zu integrieren.

Alle Wege …

SAP blickt auf eine langjährige Erfahrung mit Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen zurück. Die SAP-Lösungen für den Mittelstand sind in zwei Produktlinien geteilt, SAP Business One und mySAP All-in-One. Diese beiden Pakete werden über das Partnernetzwerk von SAP an die KMU ausgeliefert. Die mySAP All-in-One-Lösungen für mittelgroße Unternehmen setzen sich aus Produkten der mySAP Business Suite zusammen. Technologische Basis dieser Lösung ist SAP NetWeaver, die Integrations- und Applikationsplattform mit einer offenen, flexiblen Infrastruktur, die eine nahtlose Integration von SAP-Applikationen und anderen Anwendungen ermöglicht. Diese leistungsstarke Kombination bietet den Kunden von mySAP All-in-One enorme Möglichkeiten zur Integration und Zusammenarbeit.
SAP NetWeaver erweitert die Funktionalität von mySAP All-in-One: Ein Vorgehen nach dem Satz “Alle Wege führen nach Rom” ist hiermit möglich. Über den Integrationshub kommunizieren alle Anwendungen miteinander. Dadurch ist die Anzahl der Einzel-Verbindungen erheblich reduziert. Sind alle Rechner mit dem Hub verbunden, erfolgt der Datentransfer zwischen den einzelnen Parteien nach einer einfachen Logik. Standardschnittstellen, Interoperabilität und Webservices verbinden Anwender, Informationen und Geschäftsprozesse über Unternehmensgrenzen und technische Schranken hinweg. Die Integration aller Beteiligten wird durch die Portal-Technologie und den Multi-Channel-Zugang gewährleistet. Business Intelligence und Business Process Management sorgen dafür, dass Informationen und Geschäftsprozesse integriert sind.

… führen nach Rom

Ganz zugeschnitten auf die Anforderungen kleiner Unternehmen, beruht SAP Business One auf offenen Standards und bietet Integrationsmöglichkeiten für die Kommunikation mit externen Systemen. Der Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem Klein-Unternehmen und den Partnern, die Lösungen der mySAP Business Suite verwenden. SAP bietet für diesen Zweck SAP Business One als Komplettpaket inklusive des SAP Business One Integration Toolkit für die mySAP Business Suite an. Das SAP Business One Integration Toolkit 1.5, das seit Juni 2003 auf dem Markt ist, bietet eine webgestützte Umgebung, mit deren Hilfe sich die SAP Business One in andere Systeme integrieren lässt. Das Werkzeug ermöglicht es, Daten einfacher zu transferieren, und es unterstützt integrierte Geschäftsszenarien.
Diese vorkonfigurierten Geschäftsszenarien bedienen sich der Integrationstechnologie der SAP Exchange Infrastructure. Das ist wichtig für Unternehmen, die auf die mySAP Business Suite setzen: kleinere Tochtergesellschaften, die sich SAP Business One bedienen, sind automatisch voll integriert. Die voreingestellten Szenarien helfen der Muttergesellschaft, den Datentransfer zu optimieren, die unternehmensweiten Daten zu konsolidieren und die Aktivitäten der Tochterfirmen zu überwachen. Umgekehrt profitieren auch die KMU von der Integration in die mySAP Business Suite: Sie erzielen eine größere Transparenz in ihrer Wertschöpfungskette. Gleichzeitig erhalten die KMU eine verbesserte Datenkonsistenz und Datenüberwachung. Diese Vorteile gelten indes nicht nur für Unternehmen und deren Tochtergesellschaften – wann immer SAP-Lösungen aufeinander treffen profitieren die beteiligten Parteien von der Integration der mySAP Business Suite mit SAP Business One oder mySAP All-in-One.

Integration in Aktion

Als Beispiel für ein Integrationsszenario eignet sich das Zusammenspiel eines von einem Partner verwalteten Lagerbestands mit einer zentralen Wiederauffüllungsplanung. Die Warenwirtschaft auf der Basis der mySAP Business Suite liegt beim Konzern. Kleinere Tochtergesellschaften oder Partner verwenden SAP Business One, sollen jedoch auch von der Planung der Muttergesellschaft profitieren. Bei den Tochterfirmen und Partnern handelt es sich in diesem Beispiel um lokale Verkaufsbüros. Diese sind verantwortlich für den Verkauf der Produkte und müssen daher die am meisten nachgefragten Produkte auf Lager haben. Die Zahlen über Verkaufsaufträge und aktuelle Lagerbestände der lokalen Verkaufsbüros sind die Basis für die Absatzplanung, die mit Hilfe der mySAP Business Suite von der Muttergesellschaft erstellt wird.
Durch solche Integrationsszenarien lassen sich die Zahlen über Verkaufsaufträge und aktuelle Lagerbestände täglich von SAP Business One in den SAP Advanced Planner and Optimizer (SAP APO) übertragen. Dort werden die Absatzplanung, die Prognosen und das Supply Network Planning erstellt und auch die Transportaufträge generiert. In SAP R/3 wird für die Materiallieferung zu den Tochterfirmen oder Partnern ein Verkaufsauftrag erzeugt. SAP R/3 überträgt die Daten an SAP Business One, das einen entsprechenden Kaufauftrag anlegt. Der in SAP R/3 angefertigte Lieferschein erzeugt in SAP Business One einen automatischen Hinweis in Form einer Versandanzeige (Advanced Shipping Notification). Daraufhin verschickt SAP R/3 eine Ausgangsrechnung, die dann als Eingangsrechnung in SAP Business One verbucht wird. Der Prozess ist beendet. Der Echtzeit-Datentransfer und die Anbindung an dieses Szenario gewährleisten, dass alle Bindeglieder in der Wertschöpfungskette synchron ablaufen und dass Auftrag und Lieferung rechtzeitig und auf dem schnellsten Weg abgewickelt werden.

Der Weg nach vorn

Wie verhält es sich nun mit der Integration von Nicht-SAP-Systemen? Offene, system- und providerübergreifende Integrationsstandards sollten Priorität haben, wenn die KMU nach Möglichkeiten einer unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit suchen. Die mySAP All-in-One-Lösungen beispielsweise verfügen über Schnittstellen zu den Lösungen von Drittanbietern, mit denen sich ein hoher Grad an Vertikalisierung erzielen lässt. So wird das Schlagwort “All-in-one” Wirklichkeit.
Im Falle von SAP Business One unterstützt das SAP Software Development Kit Unternehmen bei der Anpassung an die Schnittstellen der SAP-Lösung. Die Integration von Anwendungen von dritter Seite wird dadurch erleichtert – sowohl auf Ebene der Datenbank als auch auf Ebene der Schnittstelle. Da Schnittstellen, Mustercodes, Dokumentation und Entwicklungstools mitgeliefert werden, kann das Entwicklungsteam des Kunden mit Hilfe des SAP Business One SDK die Funktionalitäten von SAP Business One an die individuellen branchen- oder unternehmensspezifischen Anforderungen anpassen. Künftig wird SAP Business One eine zunehmende Zahl an Technologien und Kommunikationsstandards unterstützen, um weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu schaffen.
SAP hat sich für ihre Kunden zum Ziel gesetzt, Technologien zu liefern, die den Anforderungen der Kunden genügen und die sich in einer Ertragssteigerung oder in sinkenden Kosten bemerkbar machen. Flexibilität, Geschäftsmobilität und Reaktionsgeschwindigkeit stehen bei der KMU-Strategie der SAP auch für 2004 und darüber hinaus im Mittelpunkt.
Weitere Informationen

Christoph Behrendt

Leave a Reply