Software hilft Hirn

Feature | 29. September 2009 von Jeff Reich 0

Notebook-Intelligenz

Sogenannte Business Intelligence-Software macht es möglich, bestehendes Datenmaterial nicht nur aufzubereiten, sondern auch zu verstehen und zu interpretieren. Marktforscher messen Business Intelligence (BI) eine große Bedeutung zu, da sie die Bedeutung von Unternehmenssoftware völlig verändern. Jonathan Becher, Geschäftsführer SAP Enterprise Solution Marketing, äußert sich dazu: „Wir erleben gerade einen Wechsel von einer Zeit, in der Informationen in den Händen von nur Wenigen zu einer Ära, in denen die Informationen in den Händen Vieler liegt. Heute sind alle Informationen für jedermann frei zugänglich.“

Im Blickfeld

Eine neue Generation von BI-Anwendungen ermöglicht eine tieferen Einblick in die Geschäftsdatenwelt. Die Software ist dabei sehr einfach zu bedienen – ähnlich wie bei einer Google-Suche. In naher Zukunft wird die gesamte Belegschaft eines Unternehmens  diese Tools nutzen können, die ursprünglich nur für Wenige gedacht waren.

BI für alle – nicht nur für Chefs

Es geht also ein Ruck durch die Unternehmen, eine Demokratisierung, weil  Business Informationen für jeden Mitarbeiter auf einfachem Wege zur Verfügung stehen.

Die Bedienoberfläche der BI-Software hat sich von einem klassischen Reporting-Tool zu einem Entdecker-Tool gewandelt. In Zukunft werden BI-Nutzer dazu in der Lage sein, zwischen den Daten hin und her zu klicken und dabei Dinge entdecken, von denen sie vorher nicht einmal wussten, dass es sie überhaupt gibt.

„Unter dem alten Paradigma des Reportings, also Berichtswesens, wusste man vorher schon die Frage, die man stellen wollte. Das BI-System nutzte man nur dafür, um die Hypothese zu verifizieren,“ erklärt Becher. „Unter der Entdecker-Perspektive wechseln Sie schnell zwischen den einzelnen Datenbeständen hin und her und entdecken dabei Dinge, die Sie vorher gar nicht vermutet haben.

Die Frage „Warum unterscheiden sich die Umsätze im Nordosten des Landes vom Südosten?“ kann beispielsweise viel schneller beantwortet und in einen größeren Zusammenhang gestellt werden. Wenn Sie erst einmal Vergleiche und Bezüge herstellen, haben Sie das Gesamtkonzept von BI verinnerlicht und in Ergänzung zu Ihrer eigenen Business Intelligenz erreichen Sie ein viel machtvolleres Level.

Lesen Sie auf Seite 2: Vorausschauende Analysen

Vorausschauende Analysen

Wie Becher es in der Vergangenheit beobachtet hat, basierte BI größtenteils auf der Analyse von historischen Informationen, woraus dann Zukunftsprognosen getroffen worden waren. In den kommenden Monaten und Jahren jedoch wird BI laut Becher das leisten, was man „vorausschauende Analysen“ nennt.

Mit der klassischen BI-Software berechnete man die Umsätze der letzten 30 bis 90 Tage. Aber die neue BI-Software wird in der Lage sein, einen breiteren Einblick über künftige Umsätze zu geben und dabei vielschichtige Berechnungen durchzuführen. Dadurch werden Manager in der Lage sein, durchdachtere Entscheidungen zu treffen.

BI-Software bei SAP

Mit der kürzlichen Einführung von SAP BusinessObjects Explorer, so wie SAP NetWeaver BW Accelerator und andere Tools, beschleunigt SAP die Entwicklung von BI-Software an allen Fronten.

Dabei geht es um:

  • Geschäftsanwender: Mit den neuen SAP BI-Lösungen können Anwender auf eine breite Variation von Reporting-Tools und Werkzeuge für Analysen, Abfragen, Visualisierung oder Datenmodellierung zugreifen.
  • Informationsvielfalt: Ob Profianalyst oder normaler Geschäftsanwender: alle Mitarbeiter eines Unternehmens werden in der Lage sein, die BI-Tools zu nutzen, um an die Informationen zu gelangen, die Sie brauchen. Die Bedienung von BI-Software lässt sich ohne längere Schulungen oder Fortbildungen leicht erlernen und verbraucht wenig IT-Ressourcen.
  • Vorhersehbare Analysen: SAP BI macht Business-Trends-Vorhersagen noch differenzierter und präziser. Mit neuen Lösungen wie SAP BusinessObjects Predictive Workbench zum Beispiel, erkennen Nutzer Trends und Muster in der Geschäftswelt, können somit Veränderungen vorausahnen und schneller auf diese reagieren.

Das Unerwartete voraussehen

In der neuen BI-Umgebung wird herkömmliche Software, die nur Informationen bereitstellt und Reports generiert, irgendwann einmal der Vergangenheit angehören.

„Die Software sagt mir nichts, was ich bereits weiß“, sagt Becher. „Sie stößt mich auf unvorhersehbare Dinge – Dinge, die ich vorher gar nicht erwartet hatte.“

Damit steht fest: BI-Software hat eine große Zukunft. Sie gibt die Möglichkeit, Entwicklungen zu erkennen, Veränderungen zu erahnen und vorausschauender zu planen. BI wird immer mehr zu einem Bestandteil, ohne das künftig kaum ein Unternehmen existieren kann.

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