Gegen die Krise: Business Suite 7

Feature | 4. März 2009 von Stephan Magura 0

Jim Hagemann Snabe on SAP Business Suite 7 (Englisch) SAP Executive Board Member Jim Hagemann Snabe introduces the new SAP Business Suite 7

Herr Snabe, unsere Kunden gehen harten Zeiten entgegen; sie müssen IT-Kosten sparen und aus ihrer Software alles herausholen. Warum sollen sie ausgerechnet jetzt in die SAP Business Suite 7 investieren?

Weil gerade jetzt großer Bedarf daran besteht. Die neue Suite hilft Unternehmen, Geld zu sparen und die Chancen, die sich in der Krise noch bieten, sofort wahrzunehmen. Die IT-Kosten senken sie durch Standardisierung, ihre Agilität steigern sie durch mehr Transparenz und flexiblere Abläufe.

Mit der SAP Business Suite 7 unterstützen wir neue, optimierte Prozesse, die bisherige System- und Abteilungsgrenzen überwinden. Dadurch wird der Einsatz unserer Software sowohl einfacher wie wirtschaftlicher. Außerdem kann während der Einführung der Geschäftsbetrieb des Kunden wie gewohnt weitergehen.

Die SAP Business Suite 7 bietet

  • Unterstützung und Optimierung von Wertschöpfungsszenarien durch systemübergreifende Bündelung standardisierter, vorkonfigurierter Funktionen;
  • Erweiterungspakete mit mehr als 150 funktionalen Neuerungen, aus denen Unternehmen diejenigen auswählen können, die sie zur Kostensenkung brauchen;
  • eine neue, für sämtliche Anwendungen einheitliche Oberfläche – dadurch sinkt der Schulungsaufwand;
  • integrierte Funktionen aus dem SAP-BusinessObjects-Portfolio zur umfassenden Datenanalyse.

Mit ihrer serviceorientierten Architektur und über 2.800 betriebsinformatischen Webservices (Enterprise Services) verleiht die SAP Business Suite 7 Unternehmen mehr Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Geschäftsprozesse.

Die SAP Business Suite 7 gilt als erste einer neuen Generation modularer Softwarelösungen. Was ist darunter zu verstehen?

Dahinter steckt ein neuer Ansatz. Ausgangspunkt der Entwicklung waren weder das technisch Machbare noch der Wunsch, einzelne Applikationen zu kapseln, sondern die Abläufe in den Unternehmen. Wir wollten die Funktionen so gruppieren, dass sie Prozesse durchgängig abbilden – und zugleich verbessern.

Was hat der Anwender davon?

Eine höhere Wertschöpfung und mehr Wettbewerbskraft. Mit der neuen Suite können Unternehmen Geschäftsszenarien abbilden, die über Systemgrenzen hinausreichen. Damit verlieren lokale IT-Strukturen an Bedeutung, die Wertschöpfung rückt in den Vordergrund, Arbeitsabläufe werden optimiert. Besonders günstig ist für den Kunden, dass er die Funktionen sukzessive nach Bedarf einführen kann.

Was ist an der Suite sonst noch neu?

Alle Anwendungen lassen sich über eine einheitliche Oberfläche bedienen – eine Neuerung nicht nur bei SAP, sondern branchenweit. Dadurch verringert sich der Zeit- und Kostenaufwand zur Einarbeitung. Zudem enthält die Suite Analysefunktionen aus dem SAP-BusinessObjects-Portfolio. Sie erleichtern es dem Kunden, sein operatives Geschäft zu überwachen, und liefern verlässliche Informationen für strategische Entscheidungen.

Das Grundgerüst der Suite bildet die serviceorientierte Systemarchitektur. Über Webservices kann der Anwender bewährte Geschäftspraktiken übernehmen und um eigene Verfahren ergänzen. Die Suite verschafft ihm einen zeitlichen Vorsprung, sei es bei der Wahrnehmung von Marktchancen oder der Differenzierung gegenüber Konkurrenten.

Wie können Kunden nachrüsten, die schon andere SAP-Lösungen oder frühere Versionen der Suite verwenden? Was müssen sie investieren?

Eine wichtige Neuerung der SAP Business Suite 7 sind die Erweiterungspakete. Es gibt auf dem Markt keine vergleichbare Software, bei der Sie ohne kostspielige Upgrades genau die Funktionen einführen können, die Sie brauchen. Dazu müssen Sie natürlich erst den aktuellen technischen Stand erreichen. Dasselbe galt für SAP ERP 6.0, das Herz der neuen Business Suite. Alle Anwendungsfelder außer ERP setzen den Umstieg auf die aktuelle Version voraus. Wir haben bei der Entwicklung viel Zeit darauf verwendet, diesen Wechsel reibungslos zu gestalten. Die Rückmeldungen unserer Ramp-up-Kunden dazu sind äußerst erfreulich.

Wie unterstützt die Suite die Neuausrichtung von Unternehmen?

Gerade in Krisenzeiten suchen Unternehmen, die noch manövrierfähig sind, nach neuen Möglichkeiten. Viele gliedern Geschäftsbereiche aus und konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenzen. Bei unserem Ansatz können wir gemeinsam mit dem Kunden unternehmerische Entscheidungen vorbereiten. Wir helfen ihm, seinen Betrieb in Anlehnung an anerkannte Verfahren zu optimieren und sich vom Wettbewerb abzusetzen. Danach stellen wir die passende Softwarelösung bereit. Somit schlagen wir die Brücke zwischen den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen und der IT, die es zu deren Erfüllung braucht.

Wie senkt die neue Suite die Betriebskosten?

Ihre Funktionen unterstützen vor allem solche Geschäftsbereiche, die besonders zur Kostendämpfung beitragen, darunter Finanzwesen, Liquiditätssicherung und Beschaffung. Daneben versuchen wir, die IT-Kosten unserer Kunden zu senken. Das gelingt unter anderem dadurch, dass man neue Funktionen bis zu fünf Jahre ohne Upgrade nutzen kann. Hinzu kommt der SAP Solution Manager, mit dem unsere Kunden mehrere Anwendungen äußerst wirtschaftlich verwalten können.

Im Trend liegen flexible Lösungen, die auf Hosting, Software als Dienstleistung und Cloud Computing setzen. Warum sollten Unternehmen ihre Zukunft auf eine so komplexe Software wie die SAP Business Suite bauen? Ist das noch zeitgemäß?

Das hängt vom Einsatzzweck ab. Unternehmen wollen ihre Kernprozesse unter Kontrolle behalten. Dazu bevorzugen sie eigene Lösungen, die sich bei Bedarf weiterentwickeln lassen. Ergänzend müssen wir Mietlösungen anbieten. Die sind preisgünstig und sofort verfügbar – was natürlich zu Lasten des Funktionsumfangs geht. Doch immerhin reicht das für Sekundärprozesse, bei denen es nicht darauf ankommt, sich von der Konkurrenz abzuheben.

Hier gilt: Je einfacher, desto besser. Ideal ist aus unserer Sicht eine Kombination aus lokalem und externem Systembetrieb, die das Unternehmen in seiner Entwicklung unterstützt. Dabei entscheidet der Kunde von Fall zu Fall, welches Nutzungsmodell den Zweck am besten erfüllt. Wir werden beide Optionen anbieten und ihr Zusammenspiel gewährleisten.

In der Wirtschaft wird der Führungsanspruch der SAP bisweilen in Frage gestellt, weil die Debatten über SAP Business ByDesign und den SAP Enterprise Support nicht abreißen. Was, wenn die SAP Business Suite 7 die Erwartungen enttäuscht?

Das schließe ich aus. Der Markt braucht die neue Business Suite und wird sie positiv aufnehmen. Wir müssen allerdings dafür sorgen, dass sich unsere Partner auf die Nachfrage einstellen. Wenn uns das gelingt, wird die SAP Business Suite 7 in den nächsten beiden Jahren die wichtigste Anwendung am Markt sein.

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