SAP TechEd: Datenanalyse auf iPhone

Feature | 27. Oktober 2009 von Frank Völkel 0

Jim Hagemann-Snabe - die Zeit von Planen und Ausführen ist vorüber (Foto: Frank Völkel)

Jim Hagemann Snabe - die Zeiten von Planen und Ausführen sind vorüber (Foto: Frank Völkel)

Die charmante Stadt Wien ist zum dritten Mal Austragungsort der Technologie-Veranstaltung SAP TechEd. Hier treffen sich Entwickler und Partner aus dem SAP-Dunstkreis, um neben dem aktuellen Entwicklungsstand ihre Ideen auszutauschen. Auch sind Demos und Vorabversionen von Produkten zu sehen, die frühestens 2010 marktreif sein werden.

Es geht hauptsächlich um die Vernetzung von Geschäftsprozessen, die Bewertung von Unternehmensdaten aus verschiedenen Quellen und das, was man in letzter Zeit als Enterprise 2.0 bezeichnet: Die Verknüpfung der Prozess-Welt mit der Online-Community.

Die Überleitung zur eigentlichen Keynote übernahm Mark Yolton und sprach über adaptive Geschäftsprozesse. Große Bedeutung mißt er sozialen Netzen bei, deren Teilnehmerzahl sich innerhalb eines Jahres verdreifacht hat. Im kurzen Rückblick verweist er auf die modulare SAP Business Suite, die neuen SmartOps (Vistex) Erweiterungen und den Fokus auf Nachhaltigkeit.

Die Eröffnungsrede hält der Vorstand für Technik und Entwicklung, Jim Hagemann Snabe, der heute seinen 44. Geburtstag feiert. Und er kommt auch gleich zum Punkt: Die Zeit des nacheinander Abarbeitens – also von der Planung bis hin zur Ausführung – ist vorbei. Dazu führte er einen Vergleich an: Der Radio-Empfänger brauchte 38 Jahre, um 50 Millionen Menschen auf der Welt zu erreichen. Beim darauf folgenden Fernsehen waren noch 13 Jahre nötig. Innerhalb von 4 Jahren war das Internet für 50 Millionen Anwender verfügbar – die Community-Plattform Facebook benötigte für die gleiche Verbreitung nur noch 2 Jahre. Snabe betonte, dass die Verfügbarkeit von Technologie für eine wachsende Zahl von Anwendern in immer kürzerer Zeit erfolgt.

Innovation: 6 Wochen, 6 Monate, 6 Jahre

Laut Snabe gibt es bei Innovationszyklen mittlerweile drei verschiedene Zeiträume: 6 Wochen, 6 Monate und 6 Jahre. Damit ein Unternehmen innovativ sein kann, braucht es stabile Geschäftsprozesse, so Snabe weiter. Dazu ist die geeignete Software notwendig, die über Jahre im Voraus sich an zukünftige Entwicklungen anpassen lässt. An dieser Stelle verweist er auf die Marktdurchdringung mit SAP-Software: 65% der weltweiten Schokoladenproduktion und 75% der jährlichen Bierherstellung werden über SAP abgewickelt.

Doch wovon ist der Erfolg von Technologien abhängig? Snabe führt das Beispiel Apple iPhone in Kombination mit dem Appstore an, welches nur durch eine gut strukturierte Infrastruktur erfolgreich sein kann.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Business Objects auf iPhone

Mark Yolton spricht über

Co-Keynote: Mark Yolton spricht von adaptiven Geschäftsprozessen (Foto: Frank Völkel)

 

Business Objects auf dem iPhone

Highlight: BusinessObjects Explorer auf einem iPhone (Foto: Frank Völkel)

Highlight: SAP BusinessObjects Explorer auf einem iPhone (Foto: Frank Völkel)

Am ersten Tag der TechEd wurde das iPhone als mobiler Begleiter beinahe in jeder Veranstaltung erwähnt. Neben der technischen Basis ist es vor allem die Benutzerfreundlichkeit, die den Einsatz bei Geschäftsanwendungen beflügeln soll. Und die Nachricht lautete: BI auf dem iPhone. Dazu soll es in Kürze den SAP BusinessObjects Explorer für das iPhone geben, der dann einen direkten Zugriff auf Business-Intelligence-Inhalte zulässt. Und das ganze soll mit wenigen Fingerbewegungen zu realisieren sein, auch Grafikdarstellungen bauen sich zügig auf – der Flaschenhals ist hier eher die Datenbandbreite des Mobilfunknetzes.

Beim Catalog Browser handelt es sich um eine Web-Applikation, die direkt auf die SAP BusinessObjects Enterprise XI 3.1 Plattform zugreift. Damit soll die Sicherheit bei BI-Dokumenten gegeben sein, denn nur authentifizierte Benutzer können auf den Enterprise-Plattform zugreifen.

Ein weiteres Highlight während der Keynote war die Vorstellung des SAP BusinessObjects Explorer auf dem iPhone. Die Anbindung des Service erfolgt über eine Software-App auf dem Smartphone, die sich derzeit noch im Entwicklungsstadium befindet.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: SAP setzt auf Google Wave

iPhone: Optisch ansprechende Datenanalyse und Darstellung (Foto: Frank Völkel)

iPhone: Optisch ansprechende Datenanalyse und Darstellung (Foto: Frank Völkel)

SAP setzt auf Google Wave: Gravity

Google-Wave-Erfinder Lars Rasmussen - Bildmitte (Foto: Frank Völkel)

Google-Wave-Erfinder Lars Rasmussen - Bildmitte (Foto: Frank Völkel)

Glaubt man dem Entwickler von Google Wave, Lars Rasmussen, dann bedeutet „Wave“ eine Revolution in der Online-Kommunikation. Im kleinen Kreis am runden Tisch stellten Entwickler von Google und SAP ihre Prototypen vor. Google Wave kombiniert die Techniken wie E-Mail, Dokumenten-Sharing und Instant Messaging zu einem Echtzeit-Tool, wodurch verschiedene Anwender simultan zusammenarbeiten können. Das Research- und NetWeaver-Team bei SAP haben gemeinsam die Anwendung „Gravity“ programmiert, die auf Google Wave aufsetzt.

Als praktische Anwendung wurde das Prozessmodell für eine hypothetische Fusion zwischen einer Versicherung und einer Bank demonstriert. Nach einer kurzen Bearbeitungszeit konnte das Prozessmodell in SAP NetWeaver BPM exportiert werden. In der anschließenden Diskussion wurde festgestellt, das neben SAP auch Salesforce und Wikipedia die Technik von Google Wave nutzen.

Noch im Beta-Stadium: Social Network Analyzer 1.1 von SAP

Noch im Beta-Stadium: Social Network Analyzer 1.1 von SAP

Original1: Kampf gegen Kopien

Chefin von Original1: Claudia Alsdorf (zweite von links)

Chefin von Original1: Claudia Alsdorf (zweite von links)

Drei Firmen verbünden sich im Joint Venture zu Original1, bei den Beteiligten handelt es sich um Giesecke & Devrient (G&D), Nokia und SAP. Es geht gegen die Produktpiraterie, die weltweit für die betreffenden Firmen Milliarden-US-Dollar an Verlusten bedeutet. Dabei will SAP das Supply Chain Management und den Zugriff auf die Produktdaten in die Hand nehmen. Die Datenverschlüsselung steuert G&D bei, während Nokia seine Erfahrungen bei Mobilfunkgeräten und der zugehörigen Technik einbringt.

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