Sägenhafte Business Intelligence

Feature | 9. Dezember 2010 von Dieter Huber 0

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Scharfe Produkte und BI-Analysen bei AKE Knebel (Foto: AKE Knebel)

Business Intelligence ist in mittelständischen Unternehmen immer noch die Ausnahme. 80 Prozent werten geschäftliche Daten über Excel-basierte Programme aus, so eine Studie des IT-Beraters Wolfgang Martin und dem Institut für Business Intelligence (IBI). Die AKE Knebel GmbH & Co. KG analysiert dagegen mit SAP BusinessObjects XI Informationen aus allen wichtigen Geschäftsbereichen.

Der Hersteller von Fräswerkzeugen und Kreissägeblättern aus Balingen in Baden-Württemberg beschäftigt weltweit rund 550 Mitarbeiter. Implementiert wurde die Business-Intelligence-Lösung vom SAP-Partner basycs. Die Folge: ein Wettbewerbsvorteil durch effiziente Unternehmensführung.

Daten aus SAP-ERP für BusinessObjects XI

Datenanalyse mit Business-Intelligence-Software heißt, dass Hersteller schneller auf neue Markt- und Kundenanforderungen reagieren und Absatz-, Produktions- und Finanzplanungen voranbringen können. Daten werden dabei gebündelt, zu Informationen aufbereitet und anschließend in Echtzeit ausgewertet.

Die nötigen Daten zieht BusinessObjects XI aus dem bei AKE Knebel eingesetztem SAP-ERP und einem BDE-System (Betriebsdatenerfassung) von Interflex. Excel-basierte Anwendungen und weniger flexible Standardwerkzeuge des ERP werden dabei ersetzt. Für den Außenhandel garantiert SAP GTS zusätzlich eine ATLAS-konforme Zollabwicklung.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Visualisierung mit Crystal Dashboard Design

Visualisierung: Crystal Dashboard Design und Reports

Neben Flexibilität in punkto Datenauswertungen besitzt SAPs BI-Software laut Uwe Widmann, IT-Leiter AKE Knebel GmbH & Co. KG, „ein unschlagbares Preisleistungsverhältnis sowie eine einfache Handhabung.“ Sämtliche Kennzahlen, Abfrageergebnisse und Analysen lassen sich interaktiv aufbereiten und grafisch übersichtlich darstellen.

Die Visualisierung erfolgt durch Crystal Dashboard Design (ehemals Xcelsius), interaktive Berichte werden mit Crystal Reports von der internen IT erstellt. Auswertungen und Berichte können nach Bedarf täglich, wöchentlich oder einmal im Monat über Intranet oder per E-Mail gesendet werden. Geschäftsanwender müssen komplexe Abfragen somit nicht selbst durchführen. Zudem entfallen aufwendige Zusatzprogrammierungen an den SAP-Standardauswertungen.

„Ziel von AKE Knebel ist es, mit Hilfe der BusinessObjects Intelligence-Plattform das Unternehmen transparenter und intelligenter zu machen sowie kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ein wichtiger Aspekt ist, dass die BI-Lösung dank grafischer Benutzeroberflächen sehr anwenderfreundlich ist und die IT-Abteilung Anforderungen des Business an neue BI-Prozesse rasch und komfortabel umsetzen kann“, so Widmann.

Vertrieb im Detail

Da Kundenaufträge in hoher Detailtiefe abgebildet werden, erhalten Geschäftsführung und Vertriebsleitung Aufschluss, wie sich in den Vertriebsregionen die Nachfrage nach Produkten in Relation zum Vorjahr beziehungsweise zur Absatzplanung entwickelt.

Prozentuale Angaben zu einzelnen Kunden und den zuständigen Vertriebsmitarbeitern werden genauso geliefert, wie zum Umsatz pro Neukunde und Produkt. AKE sieht zudem, welche Marktchancen sich bieten und wo die Ursache für rückläufige Absatzzahlen liegt. Dem Kunden kommt zugute, dass Vertriebsmitarbeiter nun den Status von Kundenaufträgen von der Konstruktion bis zum Versand nachverfolgen können.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: BI behält Kunden und Finanzen im Auge

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Crystal Dashboard Design übernimmt die Visualisierung (Grafik: AKE Knebel)

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Investitionen und Produkte durch Kennzahlen im Blick (Foto: AKE Knebel)

BI für spezielle Kunden

Für die Produktion liefert die BI-Anwendung Informationen zu inkorrekten Rückmeldungen von Arbeitsschritten oder Abweichungen zwischen Plan- und Ist-Zeiten. Störungen und Verzögerungen im Produktionsablauf können daher zügig behoben werden. Zugleich bietet die Auswertung von Produktionskennzahlen Ansatzpunkte, um Fertigungsprozesse und Liefertreue zu verbessern.

Weiterhin wurden die Kosten für Einkauf und Lagerhaltung bei der AKE GmbH gesenkt. Da zumeist nach individuellen Kundenanforderungen produziert wird, sind häufig Produktvarianten auf Lager, die einander ähneln. Die Disposition erkennt heute anhand von Kennzahlen, ob zu viele gleichartige Waren auf Lager sind. Überzählige Produkte werden dann zu Rohteilen umgeformt und bei Bedarf verwendet.

Liquidität und Investitionen im Auge

Auswertungen zu Kosten und Erlösen sowie zu voraussichtlichen Zahlungseingängen sind mit BusinessObjects XI ebenfalls möglich. „So erhalten wir einen genauen Cash-Forecast, vermeiden Liquiditätsengpässe und können Investitionsvorhaben sicher planen. Dies ist gerade in Zeiten von regressiven Märkten ein wichtiger Punkt hinsichtlich der Finanzplanung“, erläutert Jürgen Daiber, CFO bei AKE Knebel.

Finanzielle Risiken im Exportgeschäft können daher schnell identifiziert und beispielsweise durch Hermes-Bürgschaften abgesichert werden. Weiterhin planen Uwe Widman und sein Team ein zentrales Dashboard zu modellieren, das Kennzahlen, KPIs (Schlüsselkennzahlen) und Auswertungen aus allen Geschäftsbereichen auf einer Benutzeroberfläche zusammenführt. Damit soll die Geschäftsführung künftig jederzeit einen aktuellen Überblick zur wirtschaftlichen Gesamtsituation des Unternehmens haben.

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