ByDesign: „Kern unserer Cloud-Strategie“

23. August 2012 von Michael Zipf 0

Pravin Agarwalla (zweiter von links, untere Reihe) und sein Team.

Herr Agarwala,  wie sieht die Zukunft von SAP Business ByDesign aus?

Pravin Agarwala:.

Wir sehen großes Potenzial für SAP Business ByDesign im öffentlichen Sektor, im Mittelstand und als Lösung für Tochtergesellschaften. Wir haben kürzlich unseren bisher größten Cloud-Vertrag mit der Wirtschaftsförderungsbehörde von New South Wales in Australien unterzeichnet. Sie werden ihr altes System auf unsere SAP-Cloud-Plattform übertragen. Ansonsten gilt das, was Lars Dalgaard, der im Vorstand unser Cloud-Geschäft verantwortet, bereits klar und deutlich gesagt hat: SAP Business ByDesign wird weiterhin ein Hauptbestandteil unserer Cloud-Strategie bleiben.

Organisatorisch gab es viele Veränderungen und die Entwicklung wurde nun nach Bangalore verlegt. Warum?

Ja, wir haben die Entwicklung größtenteils in Indien zentralisiert. Planung, Entwicklung, Durchführung und Qualitätssicherung – all dies findet nun in Indien statt. Dadurch sind wir noch leistungsfähiger. Wenn sich alles auf einen Standort konzentriert, können die Mitarbeiter Probleme schneller lösen. Doch es gibt auch einige wichtige Rollen im Außendienst oder Vertrieb, die an anderen Standorten angesiedelt sind, zum Beispiel in Deutschland, USA und China.

Bei diesen Entscheidungen haben natürlich auch die Kosten eine Rolle gespielt. Aber in erster Linie geht es darum, eine klare Strategie zu verfolgen, bei der ein Standort die komplette Verantwortung für einen wichtigen Themenbereich unserer Cloud-Strategie übernimmt.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit anderen Standorten?

Als Standort konzentrieren wir uns auf ByDesign, aber es geht letztendlich nicht nur darum. Wir haben alle ein gemeinsames Ziel: noch mehr zufriedene Kunden. Auf SAP-Seite gibt es Mitarbeiter, die an den Produkten von SuccessFactors arbeiten. In meinem Team sind einige Kollegen, die in den Büros von SuccessFactors in Indien arbeiten. In Deutschland gibt es Mitarbeiter, die an Employee Central von SuccessFactors arbeiten. Darüber hinaus haben wir Kollegen, die ByDesign und andere Projekte des Professional-Services-Teams unterstützen.

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Der größte On-Demand-Kunde der SAP

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Was ist denn die größte Herausforderung für Sie?

Unsere größte Herausforderung ist es, sicherzustellen, dass alle unsere Aktivitäten darauf ausgerichtet sind, Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen und potenzielle Neukunden zu überzeugen.

Wie gehen Sie dabei vor?

Wir müssen unsere Ressourcen bestmöglich nutzen und jene Dinge verbessern, die keinen direkten Mehrwert schaffen. Es geht darum, die Energie unserer Mitarbeiter in Dinge zu stecken, die einen messbaren Mehrwert erzeugen und uns somit helfen, noch mehr Kunden zu gewinnen. Und wir müssen sicherstellen, dass die meisten unserer Kollegen produktive Rollen haben, zum Beispiel als Entwickler.

Woran arbeiten Sie derzeit?

Vor zwei Wochen haben wir die Verfügbarkeit von Feature Pack 4.0 bekanntgegeben. Mit FP 4.0 erschließen wir neue Märkte, darunter Dänemark, die Niederlande, Italien und Spanien. In diesen Ländern stocken wir gerade unsere indirekten und direkten Vertriebsteams auf. Aber da die Lösung bereits verfügbar ist, kann sie auch zunächst von unseren globalen Ressourcen unterstützt werden.

Wir haben zu einem vierteljährlichen Releasezyklus gewechselt, um schneller auf Kundenanforderungen reagieren zu können. Mit dem Außendienst arbeiten wir auch sehr eng zusammen. Wir arbeiten weiterhin an unserer Roadmap, in deren Mittelpunkt Tochtergesellschaften und Professional Services stehen. Wir erweitern die betreffenden Lösungen um noch mehr und bessere Funktionen.

Darüber hinaus investieren wir sehr stark in unsere Mitarbeiter, ihre Weiterbildung und persönliche Entwicklung.  

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Was haben Sie geändert, seitdem Sie die Rolle übernommen haben?

Früher haben wir zuerst Funktionen entwickelt und haben dann Kunden gesucht. Heute verfolgen wir einen anderen Ansatz. Wir versetzen uns in die Lage unserer Kunden und Partner und bringen ihre Anforderungen in das Produkt. Wir arbeiten viel kundenorientierter. Auf der CeBIT 2011 haben wir das Forum „SAP Business ByDesign Ideas“ vorgestellt. Im August letzten Jahres folgte dann das globale englische Forum. Unsere Kunden und Partner teilen uns darin ihre Ideen mithilfe dieses leicht anwendbaren Tools mit und wenn wir neue Releases planen, gehen wir die Liste durch, priorisieren die Inhalte und setzen die Ideen um, die uns am sinnvollsten erscheinen. Bisher wurden 1.400 Ideen eingereicht, wovon wir 800 umgesetzt haben.

Wie sieht es mit den Partnern aus?

Unsere Partner sind nach wie vor unsere wichtigsten Unterstützer. Mit FP 4.0 steht ihnen nun auch das Software Development Kit (SDK) zur Verfügung. Sie können damit die SAP Business ByDesign erweitern und Lücken beim Kunden schließen. Wir investieren weiterhin in ein öffentliches Lösungsmodell, damit unsere Partner unsere Neuentwicklungen schneller nutzen können. Außerdem liefern wir wiederverwendbare Bausteine, die ihnen helfen, kundenspezifische Add-Ons in kürzerer Zeit zu entwickeln. Wir bieten auch ein Lokalisierungskit, das sie beim Customizing der Lösung unterstützt, zum Beispiel für eine Niederlassung in einem Land, in dem wir noch nicht präsent sind.

Sie haben das SDK erwähnt. Bedeutet das, dass die SAP sich nun mehr oder weniger auf ihre Partner verlässt, wenn es darum geht, neue Funktionen zu entwickeln?

Auf keinen Fall. Unsere Partner erweitern die von uns entwickelten Kernfunktionen. So wird es möglich, die letzten Lücken beim Kunden zu schließen. Wir werden auch selbst nicht in der Lage sein, in alle Branchen und Industriezweige vorzudringen. Aber wir möchten, dass unsere Partner uns dorthin bringen. Accenture hat beispielsweise etwas für die chemische Industrie entwickelt. In solchen Fällen bauen wir auf unsere Partner, aber das heißt nicht, dass wir nicht in neue Funktionen investieren. Natürlich werden wir dies weiterhin tun.

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Mit Abstand der größte Deal

Der momentan größte On-Demand-Kunde ist die australische Wirtschaftsförderungsbehörde New South Wales Department of Trade and Investment, die über die nächsten drei Jahre von SAP Cloud-Lösungen wie SAP Business ByDesign, SAP Payroll sowie Cloud Consulting Services bezieht. Das Vertragsvolumen beträgt 14,5 Millionen australische Dollar. Im Rahmen des Projekts wird das ERP-Altsystem von NSW Trade & Investment – mit 16 Behörden und insgesamt mehr als 8.500 Mitarbeitern – auf einer einzigen Plattform in der SAP-Cloud konsolidiert. Die Behörde erwartet aufgrund von Effizienzsteigerungen jährliche Einsparungen in Höhe von 12,5 Millionen australischen Dollar.

 

Pravin Agarwala – Kurzvita

Pravin Agarwala ist Vice President und Leiter der Entwicklungsorganisation SAP Business ByDesign. In dieser Rolle gibt er die Richtung vor und entscheidet über die Strategie für das Produkt sowie die Produkt-Roadmap und Entwicklung. Agarwala arbeitet seit mehr als 15 Jahren bei der SAP, wo er zahlreiche Rollen und Zuständigkeiten übernommen hat, – von der Entwicklung bis zur Kundenbetreuung und Implementierung, von der Forschung bis hin zu verschiedenen Rollen im Management. Im Bereich Cloud-Entwicklung arbeitet er seit Januar 2005. Seinen Bachelorabschluss der Elektrotechnik und Telekommunikation erwarb er 1996 am Assam Engineering College (Guwahati, Indien).

 

 

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