CeBIT live: Technik-Trends

2. März 2011 von Frank Völkel 0

Stromsparende IBM-Server für Cloud-Systeme auf der CeBIT (Foto: Frank Völkel)

Stromsparende IBM-Server für Cloud-Systeme auf der CeBIT (Foto: Frank Völkel)

Eigentlich müsste die CeBIT dieses Jahr unter dem Motto „Alles mobil“ laufen. Schließlich lässt sich fast alles, was an Exponaten und Konzepten gezeigt wird, darauf zurückführen. Stattdessen gibt es das Modethema „Cloud“, den Messe und Bitkom als Claim auserkoren haben.

Gegenüber den vergangenen zwei schwierigen Jahren ist die Stimmung auf der weltgrößten IT-Messe wieder deutlich besser. Laut aktuellen Bitkom-Prognosen gibt es vor allem in China (11 Prozent) und den USA (3,2 Prozent) ein deutliches Marktwachstum – in Europa (1,7 Prozent) und Japan (0,7 Prozent) fällt die Bilanz eher verhalten aus.

Der sich stetig spezialisierende IT-Markt lässt die CeBIT bei den Interessenten seit Jahren schrumpfen, so dass von den 830.000 Besuchern im Jahre 2001 schätzungsweise noch 330.000 im Jahre 2011 zu verzeichnen sind. Dafür gibt es verstärkt Branchenmessen mit Themenfokus.

Die Messe hat sich thematisch neu ausgerichtet und adressiert auch erstmals das Thema Soziale Netzwerke. Weiterhin gibt es Bereiche für Behörden und Verwaltungen sowie Forschungsthemen betreffende Einrichtungen.

Sowohl für Geschäftsanwender als auch für Endverbraucher gibt es den Bereich Heimautomation und Home Entertainment mit mobilen Geräten und teilweise Software im Prototyp-Stadium. Dort gibt es Anwendungen für Sport und Gesundheitstechnik zu sehen, die sich auch mit den Entwicklungen bei intelligenten Stromnetzen (Smart Grid) auseinandersetzen.

Zu diesem Thema veröffentlichen wir einen separaten Artikel.

Microsoft: Smartphones mit Windows Phone 7 (Foto: Frank Völkel)

Microsoft: Smartphones mit Windows Phone 7 (Foto: Frank Völkel)

Die Ökosysteme für die Smartphones und Tablet-PCs, also die Infrastruktur aus Geräten, Systemen, Apps und Verkaufskanälen, haben schon seit dem vergangenen Jahr einen großen Auftritt auf der Messe. Schließlich gibt es eine ganze Reihe neuer Tablet-PCs zu sehen, die vor allem im Business-Bereich für unterschiedlichste Aufgaben zum Einsatz kommen sollen.

Dabei hat sich gleichzeitig der Markt gewandelt: Klassische Software auf CD oder DVD zur Installation auf Client-/Server-Systemen verschwindet so langsam und dafür treten Browser-basierte Anwendungen auf Abruf. Doch bis sich dieser Wandel flächendeckend in Gang gesetzt hat, werden wohl noch mindestens 5 Jahre vergehen.

Viele Firmen setzen auf ausgelagerte Dienste und Anwendungen

Viele Firmen setzen auf ausgelagerte Dienste und Anwendungen

Modular: Apps für ByDesign 2.6

Online-STORE: Apps für Business ByDesign 2.6 (Foto: Frank Völkel)

Online-STORE: Apps für Business ByDesign 2.6 (Foto: Frank Völkel)

Ein echtes Highlight ist der in Kürze zur Verfügung stehende SAP STORE für die Browser-basierende Software Business ByDesign. Voraussetzung zur Installation der momentan rund 50 angebotenen Apps ist die Software-Version 2.6. Die Idee der Verbreitung von verschiedenen Apps, die die Funktionalität der ERP-Software modular erweitern, gibt es schon seit Anfang des vergangenen Jahres.

Die Apps werden grundsätzlich von SAP-Partnern erstellt, die die Software-Erweiterungen innerhalb verschiedener Kategorien im STORE einstellen können. Auf der Kostenseite wird ähnlich wie bei Business ByDesign abgerechnet: Die Lizenzierung erfolgt variabel pro Anwender und Monat – Rabatte können selbstverständlich von Partnern eingeräumt werden.

Prüfung der Kompatibilität: Vor dem Kauf der ByD-App (Foto: Frank Völkel)

Prüfung der Kompatibilität: Vor dem Kauf der ByD-App (Foto: Frank Völkel)

Der SAP STORE ist die erste kommerzielle Plattform (CP), um Software-Erweiterungen für die ERP-Software Business ByDesign anzubieten. Im finalen Stadium soll die Konfiguration von Software-Funktionen ähnlich einfach wie bei der Ausstattung eines Autos sein.

So haben beispielsweise die SAP-Partner Data One und Bautzen IT die Apps “CRM planning table” beziehungsweise “Equipment Management” im Angebot. Der Online-STORE wird zunächst in Deutschland, USA, Großbritannien, Frankreich, Indien und China verfügbar sein.

Lizenzmodell anhand Nutzerzahl und Dauer: App für ByD (Foto: Frank Völkel)

Lizenzmodell anhand Nutzerzahl und Dauer: App für ByD (Foto: Frank Völkel)

Kompakte sparsame Server

IBM Power 795 Server: 256 CPU-Kerne und bis 8 TB (Foto: Frank Völkel)

IBM Power 795 Server: 256 CPU-Kerne und bis 8 TB (Foto: Frank Völkel)

Bei leistungsstarken Servern folgt die Entwicklung zu immer kompakteren und sparsameren Plattformen – die meisten setzen hier auf Prozessoren des weltgrößten Chipherstellers Intel. Das gilt vor allem für die immer größer werdenden Rechenzentren, die das in allen Hallen mitschwingende Thema „Cloud Computing“ erst ermöglichen. Hier sind die Firmen IBM, Dell und Fujitsu als Hardware-Ausstatter von Rechenzentren führend.

Office 365: Büro in der Cloud

MS Office individuell im Browser: Office 365 (Foto: Frank Völkel)

MS Office individuell im Browser: Office 365 (Foto: Frank Völkel)

Bei Microsoft stehen gleich mehrere Produkte im Fokus: Neben dem Internet Explorer 9 in der Beta-Version zeigt der Hersteller das für kleinere Unternehmen interessante Office-Paket zum Mieten „Office 365“, welches per Browser über die Cloud aufgerufen wird. Damit sollen sich Geschäftskunden und Privatleute modular ein Paket zusammenstellen können und nur die Funktionen bezahlen, die sie auch wirklich benötigen.

IE9: Erweiterte Unterstützung von HTML5-Video, CSS3 und (Foto: Frank Völkel)

IE9: Erweiterte Unterstützung von HTML5-Video, Geolokalisation und Canvas (Foto: Frank Völkel)

Der Internet Explorer 9 verspricht Performance-Gewinne bei Animationen und komplexen Grafikdarstellungen durch eine integrierte Hardware-Beschleunigung, die jedoch nur mit bestimmten Grafikkarten aktiv ist. Zu erwähnen ist auch die Unterstützung neuer Webstandards wie HTML5-Video, Canvas, SVG und CSS3-Funktionen.

Weiterhin gibt es eine Geolokalisation-API, die dann ortsbezogene Dienste erlaubt. Bei den HTML5-Video-Codecs läuft zurzeit alles auf einen Kampf von Googles VP8 gegen den bereits etablierten und beliebten H.264-Codec hinaus, auf den auch Microsoft setzt.

Multitouch wie beim iPad: Windows 7 Enterprise

Multitouch wie beim iPad: Windows 7 Enterprise

Microsoft und SAP: Duet Enterprise und Sharepoint

SAP hat sich im Projekt Duet Enterprise mit Microsoft zusammengetan, um Office-Programme als Frontend für Berichte und Workflows zentraler SAP-Installationen zu nutzen und Sharepoint-Server als Basis für die Zusammenarbeit einzusetzen.

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