CeBIT – Indikator für Konjunktur und Trends

Feature | 9. März 2006 von admin 0

Alfred Ermer

Alfred Ermer

Herr Ermer, was sind Ihre Ziele bei der IMG?

Ermer: Die strategischen Ziele bei IMG sind gesetzt und haben sich in den vergangenen beiden Jahren auch als tragfähig erwiesen. Wir verstehen uns als ganzheitlicher Dienstleister, der international mittelständische Kunden berät und unterstützt. Wir stehen mit der Business-Engineering-Vorgehensweise für die methodische Zusammenführung von Betriebswirtschaft, IT und Change-Aspekten. Wir entwickeln für unsere Kunden international taugliche Geschäftsmodelle, beraten sie also, wie sie ihre Leistungen oder Produkte an den Markt bringen und wie die entsprechenden Prozesse auszusehen haben. Diese Prozesse verpacken wir anschließend in ein IT-Konzept und setzen sie im dritten Schritt um.

Vor diesem Hintergrund wird mein Schwerpunkt in den kommenden Jahren sein, die globale Präsenz weiter auszubauen, insbesondere in den USA und in Asien. Unsere Hauptzielgruppe, der internationale Mittelstand, der sich der Globalisierung stellen muss, sieht sich mit immer komplexeren Prozessen konfrontiert. Mit unserem ganzheitlichen Ansatz reduzieren wir für unsere Kunden diese Komplexität, mit Lösungen aus einem Guss. Zu diesem Zweck verfügen wir über Spezialisten mit Kompetenzen für die Branche, die IT-Lösung und für die lokalen Besonderheiten.
Inhaltlich ist es wichtig, dass wir das Beste aus zwei Welten mitbringen. Zum einen starkes Prozess-Know-how mit branchenspezifischer Ausprägung, natürlich auch über die Vernetzung mit der Uni St. Gallen, zum anderen starkes IT-Know-how mit Schwerpunkt SAP. Unser Branchenfokus liegt auf der technischen Industrie, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Prozessindustrie, Banken, Versicherungen und im Handel.

Was steht aus Ihrer Sicht in der IT-Branche im laufenden Jahr auf der Agenda?

Ermer: Sicherlich wird Outsourcing ein Thema sein. Meiner Ansicht nach wird sich der Trend zu Dienstleistungen als Wachstumsmotor weiter verstärken. Bei den innovativen Themen wird Mobility nach wie vor weit oben auf der Liste stehen. In diesem Zusammenhang ist auch RFID zu nennen. Zwar ist die Technologie aus der Hype-Phase heraus, durchaus mit der einen oder anderen Ernüchterung, aber die Unternehmen beginnen nun, sich verstärkt damit auseinander zu setzen. In der SAP-Welt sind für mich vor allem neue analytische Funktionen und Projekte wie Mendocino, hervorgebracht in einer Kooperation mit Microsoft sehr, sehr spannend.

Wie beurteilen Sie die CeBIT?

Ermer: Die CeBIT ist Indikator für die Konjunktur und den Reifegrad bestimmter Technologien oder Trends. Die Messe eignet sich zudem hervorragend dazu, Verbindungen zu knüpfen und auch Mitarbeiter anzuwerben. Ich erwarte – wie schon im vergangenen Jahr – eine gute Besucherresonanz für die CeBIT. Die Tiefpunkte der Jahre 2003 / 2004 sind sicherlich der konjunkturellen Schwäche und den Sparmaßnahmen der Unternehmen geschuldet. Nach den Hype-Jahren 2000 bis 2002 schlug damals das Pendel eben in negativer Richtung aus, eine ganz normale Reaktion.

Sie sind in Deutschland Systemhaus für das neue Produkt SAP Dealer Business Management. Wie beurteilen Sie den Markt?

Ermer: Mit SAP Dealer Business Management wollen wir uns einen neuen Markt erschließen. Speziell im Automobilhandel beobachten wir einen Konsolidierungsprozess. Es bilden sich Zusammenschlüsse oder Händlergruppen, die vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen stehen. Denn: Mit der Konsolidierung geht natürlich das Thema Integration einher und damit benötigen die Händler eine reife und anpassungsfähige betriebswirtschaftliche Plattform, um ihre Prozesse abzubilden – gleich ob Neuwagenverkauf, Werkstattbetrieb oder die Kommunikation mit den Herstellern und Kunden. Wir profitieren im Zusammenhang mit SAP Dealer Business Management davon, dass wir uns sehr früh mit SAP zusammen mit dem Thema befasst haben daher über Spezialwissen und Spezialisten verfügen, um die Kunden kompetent zu unterstützen.

Es hat sich gezeigt, dass das Thema international von Bedeutung ist. Wir haben derzeit die ersten Nachfragen aus dem asiatischen Raum und den USA. Interessant sind die unterschiedlichen Beweggründe, aus denen die Nachfrage resultiert. In Europa handelt es sich im Prinzip um ein Deregulierungsthema, entstanden aus der EU-Gesetzgebung, die beispielsweise die Markenbindung der Händler aufgehoben hat. Die Treiber in den USA und in Asien sind rein wirtschaftlicher Natur. In Asien geht es darum, über eine IT-Plattform zu verfügen, die Wachstum ermöglicht, die Händler in den USA wollen ihre Integration mit den OEMs optimieren.

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