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CFO: Kompetenz in Digitalisierung gefragt

Feature | 16. August 2016 von Andreas Schmitz 58

Der Chef der Finanzen ist für seine Kostendirektiven im Unternehmen gefürchtet, gilt aber als wenig innovativ. Das muss sich mit der Digitalisierung grundlegend ändern.

Knapp 43 Jahre alt, fast sechs Jahre in der aktuellen Funktion, bevorzugter Abschluss im Finanzwesen, ein MBA oder Wirtschaftsprüfungsdiplom: Das ist nach einer Befragung unter 669 Finanzchefs in Europa, dem Mittleren Osten, Indien und Afrika der Unternehmensberatung Ernst & Young rein äußerlich der durchschnittliche CFO. Seine Hauptpriorität ist dazu geeignet, ihn in den Abteilungen unbeliebt zu machen: Kostenmanagement geben die meisten CFOs (65 %) erwartungsgemäß als ihr wichtigstes Ziel an und in „signifikanten Kosteneinsparungen“ sehen die meisten Finanzverantwortlichen ihren wertvollsten Beitrag für das Unternehmen in den letzten drei Jahren. Auf Rang 2 und 3 der Prioritätenskala rangieren die Themen Risikomanagement sowie Cashflow, der letztlich die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens beschreibt. So weit, so konservativ.

Mehr Transparenz, bessere Vernetzung, präzisere Analysen: Digitalisierung für die Finanzen gefragt

Kein Wunder ist es also, dass die Mehrheit der Befragten den Eindruck hat, dass das Ansehen der Finanzfunktion in den letzten Jahren nicht gestiegen ist, ihr strategischer Rat im Unternehmen wenig gefragt ist und sie schon gar nicht die „unbesungenen Helden“ der Organisation sind. Das könnte sich durch die Digitalisierung ändern, die in den Unternehmen nun ansteht. Wie die aktuelle CFO-Survey des Beratungshauses Deloitte zeigt, gibt es viele Indizien dafür, dass auch die aktuell gefühlte starke Unsicherheit bezüglich der finanziellen und ökonomischen Risiken den deutschen Chef der Finanzen nicht davon abhält, Innovationsfelder wie die Digitalisierung jetzt anzugehen:

  • Investitionen: 58 Prozent der befragten Finanzchefs geben mehr Geld für IT aus, 40 Prozent tun mehr für den Ausbau der digitalen Kompetenzen und 27 Prozent investieren mehr in Innovation.
  • Vorteile: Von der Digitalisierung versprechen sich die Befragten eine höhere Transparenz und bessere Steuerung der internen Prozesse (60 %), eine bessere Vernetzung der Arbeitsabläufe und Produktionsprozesse (47 %) und mehr Möglichkeiten im Bereich Data Analytics (44 %).
  • Vorreiter: In den Vorreiterbranchen der Digitalisierung Technologie, Medien und Telekommunikation sind die Finanzchefs noch ein Stückchen weiter und sehen im Aufbau neuer Geschäftsmodelle (77 %) bereits den wichtigsten Schwerpunkt im Bereich Digitalisierung, gefolgt von neuen digitalen Dienstleistungen (62 %).
  • Strategien: Die offensiven gewinnen gegenüber den defensiven Strategien wieder an Oberwasser – und damit die auf Innovation, Neues und Wachstum ausgerichteten Unternehmensziele. Zwar ist in der Gesamtbetrachtung die Kostensenkung bei 62 Prozent der Befragten nach wie vor die unangefochtene Nr. 1 in der Prioritätenliste. Doch rücken die Einführung neuer Produkte (52 %), die Expansion in neue Märkte (34 %), das Wachstum durch Firmenübernahmen (35 %) und eine generelle Erhöhung von Investitionen (30 %) künftig mehr in den Fokus.

Die Digitalisierung weckt den Strategen im CFO

Auch diese Einschätzung dürfte mit dazu führen, dass der CFO der Zukunft mehr und mehr bei strategischen Entscheidungen mitmischt. Wie die Studie von Ernst & Young zeigt, werden sich seine Aufgaben in den kommenden Jahren immer mehr vom traditionellen Finanzmanagement (Kosten senken, Risikomanagement, Cashflow) wegbewegen hin zu einer eher strategischen Rolle. So gehen schon heute über die Hälfte der befragten CFOs davon aus, dass sie mehr als 70 Prozent ihrer Zeit mit strategischen Aufgaben verbringen werden.

Die Digitalisierung ist hier als neues Betätigungsfeld offenbar schon angekommen:

  • Denn bereits fast jeder dritte für die Deloitte-Studie Befragte sieht sich in dieser Hinsicht als Treiber und Gestalter für das Gesamtunternehmen (30 %) oder zumindest als kritischer Begleiter („Challenger“) in Management-Meetings (31 %).
  • Die Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie und von Analytics-Anwendungen (je 50 %), das Controlling von digitalen Geschäftsprozessen (48 %), der Einsatz von Cloud- und Mobile-Anwendungen für ein digitalisiertes Finanzwesen (39 %) sind bei vielen CFOs als Schwerpunkte gesetzt. Und selbst neue Geschäftsmodelle auf Basis digitaler Ansätze stehen bei 38 Prozent der Finanzchefs im Fokus.

Cloud-Lösungen: Digitalisierung in die Praxis überführen

Schon heute sind entsprechende Anwendungen etwa aus der Cloud keine Seltenheit mehr. Ist der Prozess für Reiseabrechnungen etwa so gestaltet, dass Quittungen bereits unterwegs digitalisiert aufbereitet, zugeordnet und genehmigt werden können, spart der Mitarbeiter im Durchschnitt 75 Prozent der Zeit, die er zuvor dafür benötigt hat, so eine Analyse von Concur. Und vor allem hat er diese lästige Aufgabe schon erledigt, bevor er wieder an seinem Schreibtisch sitzt.

Der Einsatz derart innovativer Ansätze dient im übrigen einerseits dem Klassiker im Finanzchef, der auf Kostensenkung aus ist wie auch dem innovativen und etwas offensiveren Strategen, der sich vor seinen Mitarbeitern immer mehr auch als Gestalter in Position bringen kann – und so vielleicht doch ein wenig mehr zum „unbesungenen Helden“ im Unternehmen wird.

Weitere Informationen:

Wie Finanzentscheider trotz Digitalisierung einen kühlen Kopf bewahren und so die Transparenz und Produktivität im Reisekostenmanagement deutlich verbessern können erfahren Sie hier.

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