IT: “Simpel, skalierbar, sexy”

22. November 2011 von Christoph Zeidler 0

Die SAP-Anwendergruppe Großbritannien & Irland lädt ein, und alle kommen sie. Mit mehr Teilnehmern, mehr Ausstellern und einer größeren Bandbreite an Themen als je zuvor befindet sich die jährliche Konferenz, diesmal in Birmingham, auf Wachstumskurs. Erstmals stellte sich der neue Geschäftsführer von SAP Großbritannien & Irland, Steve Winter, den Teilnehmern vor, und auch SAP-CIO Oliver Bussmann machte der Insel seine Aufwartung. Nicht zu vergessen Branchenanalyst Ray Wang, der hier zuletzt 2009 seine Sicht auf die Welt der IT und speziell SAP referierte. Entsprechend stolz zeigte sich Alan Bowling, Vorsitzender der Anwendergruppe, zur Eröffnung.

 Kluger Schachzug: Business 7 bis 2020

„Diese Veranstaltung wird jedes Jahr immer besser, dafür danken wir unseren engagierten Freiwilligen und dem ganzen Team, aber auch der SAP für die Unterstützung.“ Zwar sei man in einigen Fragen insbesondere zu Lizenzierung und Preismodellen nach wie vor nicht einer Meinung, doch sei deutlich geworden, dass sich das Verhältnis zur SAP in Großbritannien wie auch insgesamt deutlich verbessert habe. „Die Verlängerung der Standardwartung für SAP ERP 6.0 und die SAP Business Suite 7 bis 2020 war ein kluger Schachzug von SAP – und hat gezeigt, dass unsere Wünsche Gehör finden“, so Bowling. Zusammen mit SUGEN, dem globalen Netzwerk der SAP-Anwendergruppen, habe man viel erreicht und arbeite weiter daran, das Feedback der Kunden zu bündeln und bei SAP zu adressieren.

Zuzuhören und die Zusammenarbeit zu vertiefen versprach auch der neue Geschäftsführer von SAP in Großbritannien & Irland, Steve Winter. Der Amerikaner, der 2005 von Peoplesoft zu SAP kam, ist seit knapp drei Monaten im Land und will mit seiner gesamten Organisation die Kontakte zu den Anwendern vertiefen. „Wir wollen weiter zusammen mit Ihnen Innovationen vorantreiben und Sie in den Bereichen On-Premise/Core, Mobility und Cloud unterstützen.“ Oder mit den Worten von Colin Sharp, der die Anwendergruppe seitens SAP betreut: „Wir möchten, das jeder unserer Kunden von den Vorteilen unserer Zusammenarbeit profitiert. Wir wünschen uns daher, dass alle unsere Kunden Teil der User Group werden.“

Jahrestreffen der SAP-Anwendergruppe Großbritanien und Irland (Foto: UKISUG)

Jahrestreffen der SAP-Anwendergruppe Großbritannien und Irland (Foto: UKISUG)

Ray Wang

Branchenanalyst Ray Wang (Foto: UKISUG)

Social Media und Mobility: Wie konsumieren wir IT-Dienste?

Bessere Zusammenarbeit ist jedoch nicht alles, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Brancheninsider Ray Wang zeigt in seiner Keynotes weitere Trends auf, die die Branche bewegen – und das Rad drehe sich schnell. „Vor fünf Jahren sprachen wir über SOA, vor drei Jahren über die Finanzkrise, heute hören wir von Social Media und Mobility. Wer weiß, was als nächstes kommt?“ Für Wang ist klar, dass Informationstechnologie viel näher an die Verbraucher kommt als jemals zuvor. Handys, Smartphones sind gelebte und genutzte IT, sind idealerweise ohne viel Aufwand einfach „da“ und nutzbar.

Von jedem, immer und überall. Infrastrukturelle Grundlage sei die Cloud, die die riesigen Datenmengen vorhält. Dazu komme die Notwendigkeit, diese Daten nicht nur verfügbar zu machen, sondern auch beherrschbar, interpretierbar – also analysierbar und visualisierbar. Und die sozialen Netzwerke schaffen Verbindungen zwischen allem, lenken Datenströme. „Mobile Geräte sind das neue Interface, die Cloud ist das neue Backend. Social Networks bilden die Schnittstellen, und Analytics helfen uns, die Informationen aufzubereiten“, so Wang.

Für Unternehmen und insbesondere deren CIOs bedeute das, sich kritisch zu hinterfragen, wo sie stünden und dann entsprechend zu reagieren. Welche neuen Geschäftsmodelle ergeben sich? Bin ich dafür richtig aufgestellt, stimmt meine Strategie? Habe ich die richtigen Leute?

 Das „I“ in CIO

Die Chief Information Officer von heute müssen sich diesen Fragen stellen und betreten häufig Neuland. „Was die Leute wollen, ist eine IT, die simpel, skalierbar und sexy ist“, so Wang. Dies müsse mit anderen Anforderungen wie (Daten-) Sicherheit, Nachhaltigkeit und Compliance in Einklang gebracht werden. Daher vereine der CIO von heute idealerweise vier weitere I’s in sich: Infrastruktur, Integration, Innovation und Intelligente Analyse. Das heißt, die richtige IT-Infrastruktur richtig vernetzt und eingebunden in das Netzwerk aus Lieferanten, Kunden und Partnern ermöglicht Innovation und neue Geschäftschancen, wenn sichergestellt ist, dass die die richtige Information zur richtigen Zeit an die richtige Person gelangt.

Was SAP angeht, so bewertet Wang insbesondere die Übernahme von Sybase als richtigen Schachzug. „Mobilität ist ein Lebensstil und mit Sybase hat SAP sich diesem Stil mehr als alle anderen ERP-Hersteller geöffnet.“ Auch seien die Datenbanken nicht zu vernachlässigen und würden zukünftig noch eine große Rolle spielen. Fortschritt sieht Wang auch bei den Fachbereichslösungen (Line of Business Solutions), die SAP on-demand oder als RDS-Lösungen zur schnellen Implementierung bereitstelle. SAP HANA, das derzeit in der SAP-Berichterstattung großen Raum einnimmt, hält er in der Tat für die Zukunft – nicht nur für SAP, sondern der ganzen Branche.

Einen kleinen Seitenhieb kann er sich an der Stelle aber nicht verkneifen. „Sie wissen doch, wofür HANA steht? Hassos Next-Generation Appliance.“ Damit spielt er auf den SAP-Aufsichtsratsvorsitzenden und -mitgründer Hasso Plattner an, der HANA zuerst ankündigte und mit vorangetrieben hat. Doch eines macht Wang deutlich: „In-Memory-Technologie wird kommen, alle werden früher oder später in diese Richtung gehen.“

Steve Winter, Geschäftsführer SAP großbritannien und Irland (Foto: UKISUG)

Steve Winter, Geschäftsführer SAP Großbritannien und Irland (Foto: UKISUG)

Alan Bowling, Vorsitzender der SAP-SUG UKI, eröffnete die Veranstaltung. (Foto: UKISUG)

Alan Bowling, Vorsitzender der SAP-SUG UKI, eröffnete die Veranstaltung. (Foto: UKISUG)

SAP HANA Service Package 3

Ein besseres Stichwort hätte er Oliver Bussmann, SAP CIO, gar nicht geben können. Bussmann zeigt, was er und sein Team erreicht haben, wenn es darum geht, diese neuen Technologien als erste im eigenen Haus zu implementieren. Unter dem Stichwort „SAP runs SAP“ und mit seinem persönlichen iPad gibt er einen Einblick in die neue mobile Welt der SAP und greift live auf Daten zu, die in einer Hauptspeicherdatenbank in Walldorf liegen.

„CIOs haben nur zwei Möglichkeiten, entweder sie öffnen sich der neuen Wirklichkeit, oder sie werden überholt“, stellt er fest. Und als jemand, der Herrscher über die IT für 70.000 Anwender in 20 Ländern und an 251 Standorten ist, weiß er, wovon er spricht. „Wir sind als IT-Abteilung immer der erste Ramp-up-Kunde für neue Lösungen und arbeiten dabei eng mit unseren Entwicklungsabteilungen zusammen.“ Jeder CIO müsse schauen, wo der Mehrwert neuer Techniken liege und wie dieser realisiert werden könne. SAP IT hat dies mit SAP HANA und den mobilen Lösungen getan.

„Wir haben unser internes SAP NetWeaver BW auf Release 7.3 gebracht und können jetzt mit SAP HANA SP3 voll von der In-Memory-Technik profitieren“, so Bussmann. Kürzere Ladezeiten, höhere Bearbeitungsgeschwindigkeiten seien dabei nur der Anfang. Das interne SAP CRM laufe nun ebenfalls auf SAP HANA, sodass die gesamte Vertriebs-Pipeline in Sekundenschnelle aufbereitet und in Echtzeit einsehbar sei. „Unsere Sales Pipeline ist für alle Vertriebskollegen und die Geschäftsleitung immer verfügbar und immer aktuell.“ Um das zu verdeutlichen, greift Bussmann mit seinem iPad und der App SAP CRM Sales direkt auf die Daten zu – das Publikum ist live dabei, wie er 2010 aus Vertriebssicht Revue passieren lässt und nach Geographien, Branchen und Umsatzarten gliedert.

11.500 SAP-Mitarbeiter nutzen das iPad

Doch wichtig ist ihm, dass mobile Lösungen eben nicht nur etwas für die Vorstandsetage oder den Vertrieb sind. SAP ist der drittgrößte Verwender von iPads auf der Welt, 11.500 Mitarbeiter nutzen das Apple-Tablet, darüber hinaus sind 5.000 iPhones und 22.000 BlackBerrys in Verwendung. Die Sybase-Lösung Afaria wird zur Verwaltung der Geräte benutzt. „Wir haben gerade damit begonnen, auch die ersten Android-Tablets zu nutzen und prüfen ebenfalls den Einsatz des BlackBerry PlayBook.

2012 wollen wir uns dann Windows Phone 8 genauer ansehen“, führt Bussmann weiter aus. Für viele der Anwesenden ist das noch nach Zukunftsmusik, doch gerade Bussmanns Praxistipps kommen an. Wie gehe ich mit der Vielzahl an Geräten um? Was ist mit der Administration und Fernsteuerung? Wie steht es um die Sicherheit? SAP zeigt, dass alle diese Fragen lösbar sind – mit der richtigen Strategie und natürlich mit dem SAP- und Sybase-Produktportfolio.

Unter dem Twitter-Hashtag #ukisug11 finden Sie aktuelle Informationen und Diskussionen zu der Konferenz. Auch SAP.info ist dabei: @sapinfo und @sapinfo_de

SAP CIO Oliver Bussmann erläutert die mobile Strategie. (Foto: UKISUG)

SAP CIO Oliver Bussmann erläutert die mobile Strategie. (Foto: UKISUG)

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