Soccer team in a huddle

CIO Georg Reich: Die Lessons Learned des Schwesterunternehmens

Blog | 4. November 2015 von Andreas Schmitz 0

#SAPLIVEBLOG Seit Oktober 2014 hat die Unternehmensschwester Vöslauer Mineralwasser AG bereits das neue ERP im Einsatz. Was der CIO der Ottakringer Brauerei Georg Reich nun anders macht.

Eine mittlerweile veraltete Software, viele zusätzliche Eigenentwicklungen und eigene Experten, die sich kurz vor dem Ruhestand befanden: Das waren die drei Hauptgründe dafür, dass sich die Ottakringer Getränke AG 2013 dazu entschloss, die mittlerweile zwanzig Jahre lang eingesetzte Branchensoftware gruppenweit abzulösen.

Lagerbewirtschaftung und Disposition: „Erheblich höhere Transparenz als vorher“

Eine neue ERP-Software musste her, die nicht nur die Prozesse von Finanzen und Controlling über die Produktion bis zur Logistik abdeckte. Sie sollte die Basis für zukünftige Geschäftsinnovationen bilden, attraktiv sein für den IT-Nachwuchs, einen geringeren Anteil an Eigenentwicklungen erfordern, schneller sein und mobile Anwendungen unterstützen – also schlicht einfacher werden für die anstehenden Aufgaben. „Wir haben uns dazu entschlossen, auf eine bewährte Technologie zu setzen“, sagt der CIO der Ottakringer Brauerei AG Georg Reich. Die Lösung der Stunde für den Mittelständler ist eine innovative ERP-Software von SAP.

"Wir haben uns entschlossen, auf eine bewährte Technologie zu setzen", sagt Georg Reich, CIO der Ottakringer Brauerei.

“Wir haben uns entschlossen, auf eine bewährte Technologie zu setzen”, sagt Georg Reich, CIO der Ottakringer Brauerei.

Die Vöslauer Mineralwasser AG, ein Schwesterunternehmen der Ottakringer Brauerei aus der Ottakringer Getränke AG, arbeitet bereits seit Oktober 2014 mit der neuen ERP-Software. Für Georg Reich, den CIO und Projektleiter bei Ottakringer, zeichnet sich schon jetzt ab, dass sich die Modernisierung lohnen wird. „Besonders in der Lagerbewirtschaftung und der Disposition haben wir eine erheblich höhere Transparenz als vorher“, so Reich, der allerdings noch eine detaillierte Analyse abwarten will, um die Vorteile genau zu benennen. Dafür ist es jetzt noch zu früh.

Zwei „Lessons Learned“: Mehr testen, mit anfänglichen Engpässen rechnen

Zwei wesentliche Lessons Learned hat Reich aus der ersten großen SAP-Einführung im Hause gezogen. Üblicherweise steht nach der Implementierung der Funktionen ein einziger Integrationstest an, in dem die Software auf den Prüfstand kommt. Bei den bevorstehenden Implementierungen bei der Ottakringer Brauerei AG, der Trinkservice GmbH und beim Getränkegroßhandel Kolarik & Leeb setzt CIO Reich von vornherein auf „zwei Iterationen“, sprich: zwei Implementierungsphasen und Integrationstests. In der zweiten Implementierungsphase werden Funktionen optimiert und ergänzt und im zweiten Integrationstest die Funktionalitäten der Software überprüft und deren Zusammenwirken nochmals getestet.

Beim Pilotprojekt der Vöslauer Mineralwasser AG hatte das Implementierungsteam nur eine Iteration geplant. Das führte mit dazu, dass der Go Live verschoben und nachträglich Ausbesserungen gemacht werden mussten. Darüber hinaus zeigte sich – die zweite „Lesson Learned“ -, dass mit dem Produktivstart die Produktivität in Teilbereichen kurzzeitig zurückging. „Kurz nach dem Go Live verließen nur 20 LKWs täglich das Gelände“, so Reich, „dabei liegt ein gesunder Mittelwert bei hundert 60 bis 80 LKWs pro Tag.“ Nach drei bis vier Wochen war das übliche Niveau aber wieder erreicht und im Sommer verließen an einem Tag sogar 131 LKWs das Ottakringer-Gelände. Diese Entwicklung zeigt vor allem eins: Die Mitarbeiter benötigen Zeit, mit den neuen Funktionalitäten umzugehen und sie einzusetzen.

SAP-Experten, Berater, „Arbeitspaketleiter“ und Key User im Projekt involviert

Im BierKuLT genannten ERP-Projekt, das die Ottakringer Brauerei, die Trinkservice GmbH, Kolarik & Leeb sowie die Ottakringer Getränke AG umfasst, sind sechs interne SAP-Experten aus der zentralen IT-Abteilung sowie 12 interne Arbeitspaketleiter und 25 Key User der vier Unternehmenssegmente einbezogen, in denen insgesamt 430 Mitarbeiter beschäftigt sind. Hinzu kommen neun externe Berater, die meisten von Scheer Austria. Gerade diesen Experten aus den Fachbereichen kommt eine Schlüsselrolle zu, denn ihre Aufgabe ist, einerseits die Anforderungen aus den Fachbereichen zu formulieren, neue Lösungen zu bewerten, zu testen und freizugeben sowie das Wissen über die neuen Lösungen den Kollegen zu vermitteln. Dieser Mix aus internen und externen Experten zeigt die Strategie von CIO und Gesamtprojektleiter Reich: Ressourcen dazu nehmen, wo Spezialwissen gefordert ist, zusätzlich aber auf das bauen, was da ist. Der Implementierungspartner und das Unternehmen tragen dazu bei. „Die Verantwortung jedoch, die trägt letztlich Ottakringer“, so Gesamtprojektleiter Reich.

 

 

 

Tags: , ,

Leave a Reply