Clever und schnell bewerten mit EigenRating

Feature | 17. März 2004 von admin 0

„Für SMBs, die Kreditgespräche mit einer Bank führen, ist es heute wichtiger denn je, ein gutes Rating von der Bank zu erhalten“, schildert Dr. Fred Grüneberg, Geschäftsführer des SAP Business Partners „Computer im Büro“, die Situation. Spätestens die zweite Fassung des Konsultationspapiers der „Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung“, kurz Basel II, von Anfang Januar 2001 hat das Thema Rating verstärkt in den Blickpunkt der Banken und Unternehmen gerückt. Basel II will – so heißt es in dem Papier – „Solidität und Sicherheit des Finanzsystems sowie Risiken umfassender und adäquater“ berücksichtigen. „Übersetzt bedeutet dies: Je ungünstiger ein Rating ausfällt, desto teurer wird der Kredit“, erklärt Dr. Grüneberg. Im Gegenzug profitieren Unternehmen mit gutem Rating von besseren Kreditkonditionen, weil die Banken hierfür weniger Eigenkapital zur Deckung des Ausfallrisikos vorhalten müssen. „Ein Unternehmen muss also nicht nur möglichst genau wissen, wie es von einer Bank ‚gesehen wird’, sondern auch, wie es sein Rating verbessern kann“, führt Dr. Grüneberg weiter aus.

Einfache Lösung für SMBs

Mittelständische Unternehmen haben zwar meist nicht die finanziellen Mittel für ein teures externes Rating, müssen sich aber trotzdem optimal auf Bankgespräche vorbereiten oder einen Kurzcheck der aktuellen Situation vornehmen. Mit dem SAP Business One Add-On „EigenRating nach den Richtlinien von Basel II“ hat der Berliner SAP Business Partner gemeinsam mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young das hierfür passende Software-Werkzeug entwickelt. Jedes kleine und mittlere Unternehmen, das SAP Business One einsetzt, kann damit schnell und übersichtlich sein eigenes Rating durchführen. „Zum einen haben wir das Tool entwickelt, weil sich für viele Unternehmen die Rating-Verfahren der Banken als schwer durchschaubar darstellen“, so Dr. Grüneberg. Zum anderen registriert das Berliner Softwareunternehmen im SMB-Markt eine große Nachfrage nach einer schnell zu implementierenden und einfach zu handhabenden Lösung für eine generelle Selbsteinschätzung, welche zudem an ein leistungsfähiges Business-Management-System wie SAP Business One gekoppelt ist.
Die über EigenRating mögliche Einordnung in eine Bonitätsklasse „ist allerdings kein Rating einer bestimmten Bank, sondern dient zur generellen Selbsteinschätzung“, stellt Dr. Grüneberg klar. Mit EigenRating kann ein Unternehmen erkennen, wo es steht und welche Faktoren vor dem echten Rating durch eine Bank optimiert werden sollten. „Mit SAP Business One haben wir dafür eine exzellente Basis“, so der Geschäftsführer von CIB Computer, „da alle benötigten Daten für die Kennzahlenberechnungen aus dem Bereich Finanzwesen aktuell übernommen werden können.“

Bewertung mit Matrix

EigenRating lehnt sich laut CIB Computer an die typische Struktur bankinterner Rating-Verfahren an und nutzt die Kriterien, welche die meisten Banken anwenden. Es setzt sich aus den drei Teil-Ratings „Wirtschaftliche Verhältnisse“ (= quantitative Unternehmensbewertung), „Qualitative Unternehmensbewertung“ und „Branchen-, Produkt- und Umfeldanalyse“ zusammen, die jeweils in die Bereiche Chancen/Stärken sowie Risiken/Schwächen unterteilt sind. Die quantitativen Kriterien übernimmt das Add-On dabei direkt aus SAP Business One. Diese werden branchenabhängig mit einer Punktematrix bewertet. Die qualitativen Kriterien oder so genannten „soft facts“ sind in Form eines Kataloges, unter anderem mit Fragen zur Unternehmensstrategie, zu Risikomanagement und Kernkompetenzen abgebildet, der mit unterschiedlich gewichteten Antwortmöglichkeiten versehen ist. Die drei Teile des Ratings fließen dann jeweils mit unterschiedlichem prozentualen Anteil in das Gesamt-Rating ein. In den einzelnen Teilbereichen kann jeweils eine Maximalpunktzahl erreicht werden. Weicht ein Unternehmen hiervon ab, so zeigt die Software dies an. Auch können Betriebe mit EigenRating gespeicherte Bewertungen mit einem aktuell durchgeführten vergleichen, sowie „Was-wäre-wenn-Szenarien“ durchspielen.

Probleme erkennen, Lösungen finden

Das Berliner Softwareunternehmen entwickelte EigenRating mit beiden Komponenten des Software Development Kits (SDK). So sorgt das Userinterface-API (UI-API) für eine Anzeige im „Look and Feel“ der SAP-Mittelstandslösung, was den Vorteil hat, dass Mitarbeiter auf einer ihnen vertrauten grafischen Benutzeroberfläche arbeiten können. Den Datenbankzugriff auf SAP Business One entwickelte CIB Computer über das Dateninterface-API (DI-API).
Vor allem im Bereich des UI-API traten laut Dr. Grüneberg Probleme auf, da das SDK zum Zeitpunkt der Entwicklung von EigenRating noch sehr neu war. Einige für komplexe Anwendungen benötigte Funktionen mussten erst noch geschaffen werden. „Allerdings war SAP sehr bestrebt, uns die benötigten Funktionen so schnell wie möglich zur Verfügung zu stellen“, hebt Dr. Grüneberg die positive Zusammenarbeit mit SAP hervor. „Dabei wurden unsere Anforderungen zeitnah aufgenommen und – wenn irgend möglich – kurzfristig umgesetzt.“

Einfache und günstige Einführung

Für die Einführung des Zusatzmoduls veranschlagt CIB Computer etwa zwei Stunden für die Erstinstallation und die Kontenzuordnung, wobei spezielle Systemanforderungen nicht erforderlich sind. Die Lösung kostet 800 Euro netto und wird pro Endanwender lizenziert. Dieser kann die Software dann auf beliebig vielen SAP-Business-One-Arbeitsplätzen nutzen. „Das eigentliche Rating können SMBs in rund einer Stunde durchlaufen, womit wir unser Ziel, eine kostengünstige und effiziente Softwarelösung für die Unternehmensbewertung zu entwickeln, erreicht haben“, freut sich Dr. Grüneberg, „denn schließlich sollen Mittelständler gut vorbereitet in die Gespräche mit einer Bank gehen.“ Hierzu wird das Add-On laufend weiterentwickelt und verbessert. Die neueste Version mit erweiterten Funktionalitäten „werden wir bereits auf der CeBIT 2004 in Hannover präsentieren.“ Mehr will Dr. Grüneberg derzeit aber noch nicht verraten.

Weitere Informationen:

www.cib-computer.de

Dr. Andreas Schaffry

Dr. Andreas Schaffry

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