Citrix: Virtuelle Software

14. April 2011 von Heather McIlvaine 0

Whether it’s virtualization for desktop or device, we’ve got our finger on the pulse (source: Fotolia)

Virtualisierung für PCs oder Smartphones, Citrix hat den Finger am Puls der Zeit (Foto: Fotolia)

Höhere Mitarbeiterproduktivität und geringere Gesamtkosten für Rechenleistung – die Produkte und Lösungen von Citrix bieten den Unternehmen unglaubliche Vorteile. Seit der Gründung 1989 ist Citrix, ein Partner der SAP, führend im Bereich der Virtualisierung.

Die Desktop-Virtualisierung ist zugegebenermaßen keine Besonderheit. Das Konzept gibt es bereits seit den 1960ern. Doch in den letzten Jahren haben Citrix und SAP die Virtualisierungstechnologie genutzt, um einer größeren Zahl von Anwendern an beliebigen Orten den Nutzen der SAP-Anwendungen auf beliebigen Geräten zugänglich zu machen.

SAP.info sprach mit drei Führungskräften der Firma Citrix, Roland Wartenberg, Director of Strategic Alliances, Chris Fleck, Vice President, Community & Solutions Development, und Simon Crosby, CTO, Datacenter and Cloud Division, über die gemeinsamen Projekte von Citrix und SAP. Erfahren Sie mehr über Citrix XenServer, Citrix Receiver und Citrix OpenCloud.

SAP.info: An welchen Projekten arbeiten Citrix und SAP gemeinsam?

Roland Wartenberg: Erst im November 2010 kündigte SAP an, Citrix XenServer zu unterstützen. Das war eine großartige Neuigkeit für Citrix. Fast zwei Jahre haben wir mit SAP daran gearbeitet, dass XenServer SAP-Anwendungen und Dashboards im Backend unterstützt. Im März dieses Jahres hat SAP die Testphase von XenApp 6.0 beendet und eine Supporterklärung herausgegeben.

Citrix Receiver ist gerade mal knapp ein Jahr verfügbar und die Kunden sind schon in der Lage Frontend-Komponenten wie SAP Business Suite auf jeglichen neuen Mobilgeräten auszuführen. Aktuell ist Citrix Receiver die beliebteste Business App im Apple App Store.

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Oder springen Sie zu einer Übersicht über die Xen-basierten Lösungen von Citrix.

SAP customers connect to applications on device via Citrix Receiver

Citrix Receiver erlaubt Kunden den Zugriff auf SAP-Anwendungen von unterwegs (Screenshot: Citrix)

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Überblick über Citrix Receiver auf diversen Geräten in Kombination mit XenApp und XenDesktop (Grafik: Citrix)

SAP.info: Wie nutzen SAP-Kunden Citrix Receiver in Verbindung mit ihren SAP-Anwendungen?

Chris Fleck: Citrix Receiver stellt eine Anwendung auf einem Client bereit – ganz gleich, ob dies ein PC, Thin Client, iPhone, iPad, Android oder ein anderes Tablet ist. Das Programm verbindet den Anwender mit dem Server, auf dem die SAP-Anwendung bereitgestellt wird. Bezogen auf die Infrastruktur, stellen wir im Grunde ein serverbasiertes oder Cloud-basiertes Umfeld zur Verfügung. Mithilfe von Receiver ist der Anwender dann in der Lage, sich mit dieser Umgebung zu verbinden.

Das bedeutet, dass SAP-Anwendungen auf beliebigen Geräten ausgeführt werden können, selbst auf neueren Geräten. Und das ohne die Kompatibilitätsprobleme, die sonst oft auftreten. Manche SAP-eigene Anwendungen stellen besondere Anforderungen an die Browser, die nicht mit allen Geräten kompatibel sind. Aber mit Citrix Receiver ist Kompatibilität kein Problem mehr.

Viele Unternehmen nutzen Receiver auch, um ihren Mitarbeitern die Arbeit mit privaten Endgeräten zu ermöglichen. Daher braucht sich die IT-Abteilung nicht über Daten zu sorgen, die auf lokalen Geräten verbleiben. Sie können ihren Mitarbeitern das Mitbringen des eigenen iPads erlauben. Und falls die SAP-Software auf Citrix bereitgestellt wird, können sich ihre Mitarbeiter ohne Sicherheitsbedenken über Receiver mit dem Server verbinden.

SAP.info: Wie geht es mit Citrix Receiver weiter?

Chris Fleck: Unsere Strategie ist es, Receiver für neue Tablets verfügbar zu machen, sobald diese auf den Markt kommen. Wir haben Citrix Receiver im April 2010 eingeführt, als das iPad herauskam. Und wir stellen fest, dass Receiver jetzt schon auf dem iPad sehr verbreitet ist. Als nächstes fassen wir webOS für das kommende HP-Gerät und das BlackBerry-Tablet ins Auge. Wir gehen davon aus, dass diese Geräte unter den SAP-Geschäftskunden beliebt sein werden. Deshalb möchten wir sie unterstützen.

Außerdem funktioniert Citrix insbesondere mit einigen SAP-Produkten sehr gut, zum Beispiel mit SAP BusinessObjects Xcelsius. Diese Anwendung ermöglicht das Erstellen von Dashboards. Um die Dashboards mit dem von Xcelsius geforderten Interaktivitätsreichtum anzuzeigen, ist Flash-Fähigkeit erforderlich, die weder vom iPad noch vom iPhone geboten wird. Doch wir sehen die Möglichkeit, Dashboards mit Xcelsius zu erstellen und diese über Receiver auf einem Apple-Gerät anzuzeigen. Und da Xcelsius Ihnen die Wahl des richtigen Formats für die Anzeige des Dashboards ermöglicht, ist die Anzeige selbst im kleineren Format eines iPhone sehr komfortabel.

Das ist eine große Chance, die sich für SAP und Citrix bietet. Wir können dafür sorgen, dass Dashboards mit Receiver, Xcelsius und der Verbreitung mobiler Geräte für Unternehmen nützlich sind und die Geschäftswelt durchdringen.

SAP.info: Zurück zu Citrix XenServer. Für viele Unternehmen gewinnt die Virtualisierung insbesondere durch die versprochenen Kosteneinsparungen an Attraktivität. Wie genau lassen sich die Gesamtbetriebskosten mit den Citrix-Lösungen senken?

Roland Wartenberg: Kosten lassen sich überall in der Hierarchie einsparen – vom Backend mit Citrix XenServer und dem Rechenzentrum über das Netzwerk mit der Deskop-Virtualisierungstechnologie bis hin zum Frontend mit Citrix Receiver.

Beginnen wir am Backend. SAP-Kunden können von einem einzigen Server aus mehrere SAP-Lösungen ausführen; dabei steigt die Auslastung eines jeden Servers auf 1:10. Anstatt einen Server für eine SAP-Komponente zu verwenden, können Sie auf Citrix XenServer bis zu 10 virtuelle Komponenten ausführen. Sie benötigen weniger Strom, weniger Kühlung und weniger Platz – all das spart Geld ein.

Dasselbe trifft auf das Frontend mit Desktop-Virtualisierung zu. Stellen Sie sich das mal vor! Statt jeden Mitarbeiter mit einem eigenen Arbeitscomputer und einer lokal installierten Anwendung auszustatten, können Sie eine virtualisierte Umgebung bereitstellen. Sie stellen den Mitarbeitern einen Thin Client zur Verfügung und verschieben das gesamte Betriebssystem vom Desktop auf einen Server. Mit Citrix XenApp können mehrere Endanwender auf einem Server im Rechenzentrum arbeiten. Der Zugriff auf die Anwendungen erfolgt über Citrix Receiver.

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XenServer supports impressive cost savings for companies

Möchten Sie Kosten einsparen? Eine mögliche Lösung ist die Servervirtualisierung (Grafik: Citrix)

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Citrix verfolgt eine einzigartige Strategie für den Weg in die Cloud (Grafik: Citrix)

SAP.info: Citrix unterstützt bereits 100 % der Fortune-100- und 99 % der Global-500-Unternehmen. Sieht Citrix in seiner Rechenlösung, Citrix OpenCloud, eine Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen?

Simon Crosby: Alles, was wir bereits tun, passiert schon irgendwie in der Cloud. Seit eh und je liegt Citrix Kernkompetenz darin, die Kunden mit großen, extrem skalierbaren Plattformen zu versorgen, die den Anwendern die Softwarenutzung als Dienst anbieten. Genau das macht XenApp. Mit Citrix OpenCloud haben wir unseren Ansatz um eine allgemeinere Vorstellung von Infrastructure as a Service (IaaS) erweitert. Das heißt, wir werden nicht nur Windows-Anwendungen unterstützen, sondern auch Desktops, Linux-Applikationen, skalierbare Web-Apps und mobile Anwendungen der nächsten Generation.

SAP.info: Können Sie das näher erläutern?

Simon Crosby: Mit unserer Strategie ermöglichen wir unseren Kunden, stark skalierbare Cloud-Services zu einem Bruchteil der Kosten wettbewerbsfähiger Angebote bereitzustellen. Was uns von anderen Anbietern unterscheidet ist die Tatsache, dass wir uns zu hundert Prozent der offenen Architektur verschreiben. Die Kunden sollten in der Lage sein, Web-Services von Amazon zu nutzen, selbst wenn sie für ihre private Cloud einen anderen Anbieter haben.

Chris Fleck hat bereits erwähnt, dass Citrix Receiver in der Lage ist, jedem Gerät den Zugriff auf jeden Desktop und jede Anwendung zu erlauben. Mit Citrix OpenCloud verfolgen wir das Ziel, dass alle Unternehmensinfrastrukturen reibungslos mit allen Cloud-Services vereinbar sind und dass unsere Kunden die Vorteile von Cloud Computing schneller, effizienter und mit einem höheren Automatisierungsgrad nutzen können.

Im Grunde verlagern wir das Identitätsmanagement des Unternehmens und das Netzwerk in die Cloud. Konkret bedeutet das, die Mitarbeiter können mit ihrer Unternehmensidentität auf Anwendungen in der Cloud zugreifen. Natürlich bieten wir auch andere von Unternehmen geforderte Bausteine wie Sicherheits- und Servicevereinbarungen.

SAP.info: Wie fügt sich Citrix OpenCloud in das restliche Produktportfolio ein?

Simon Crosby: Mit XenDesktop liefern wir Anwendungen und Desktops als Service. Unser Ziel liegt hier in der Bereitstellung von Skalierbarkeit und Performance sowie in Kosteneinsparungen für unsere Kunden. Dieses Jahr ist es uns gelungen, die Gesamtbetriebskosten für XenDesktop durch Innovationen bei der Speicherautomatisierung zu reduzieren. Wir hoffen, auch die Kosten für die Infrastruktur zu senken, sodass Desktop-Virtualisierung zu einer Selbstverständlichkeit wird.

Mit der Einführung neuer Geräte streben wir an, eine durchgängige Infrastruktur bereitzustellen. Wir versorgen das Frontend mit Receiver und das Backend mit unserer Cloud-Infrastruktur. Wir bieten unseren Kunden die beste, günstigste und sicherste Möglichkeit, alle Anwendungen der nächsten Generation zu betreiben.

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XenApp

XenApp virtualisiert, zentralisiert und verwaltet Unternehmensanwendungen in einer zentralen Datenbank. Wird eine Applikation von einem Anwender angefordert, wird sie bei Bedarf auf dem Computer oder Laptop des Anwenders bereitgestellt. Dies erfolgt über Streaming, lokale Bereitstellung oder Hosting.

Statt auf jedem PC jede einzelne Anwendung lokal zu installieren, ist die IT-Abteilung in der Lage, im Rechenzentrum von jeder Anwendung eine einzelne Instanz zu betreiben. Damit sinken die Desktop-Verwaltungskosten um bis zu 50 Prozent. Die Unternehmen profitieren auch von einer gestiegenen Mitarbeiterproduktivität. Mitarbeiter, die von Zuhause arbeiten oder häufig auf Reisen sind, haben vollen Zugriff auf die Anwendungen und Informationen des Unternehmens. Sicherheit wird gewährleistet durch Verschlüsselung von Daten und Anwendungen, regelbasiertes Kennwortmanagement und Sitzungsüberwachung.

XenApp 6, die jüngste Version, wurde im Oktober 2010 auf den Markt gebracht. Mit dieser Version wird die Installationszeit dank neuer Einrichtungsassistenten auf die Hälfte reduziert. XenApp 6 bietet in einer einzigen Farm bis zu 100.000 Anwendern gleichzeitig Zugriff auf Anwendungen und hat die Serverskalierbarkeit um mehr als 15 Prozent erhöht. Mit XenApp 6 wurde auch eine neu gestaltete Konsole für das Applikationsmanagement eingeführt. AppCenter vereinfacht das Applikationsmanagement und erleichtert den Support von einem zentralen Standort aus.

XenDesktop

XenDesktop stellt den Anwendern bei Bedarf virtuelle Desktops mit voll integrierter XenApp-Funktionalität zur Verfügung. Die Anwender können von jedem Ort und auf jedem Gerät auf ihren Desktop zugreifen. Wie bei XenApp ermöglicht ein zentrales Rechenzentrum eine effizientere IT-Verwaltung. Das Rechenzentrum ermöglicht Unternehmen die separate Verwaltung von Anwendungen und Betriebssystemen, was Updates erleichtert. Ferner ist das Rechenzentrum für Helpdesk-Support, Sicherheit und Backups zuständig, wodurch die Support-Prozesse gestrafft werden. Hinter XenDesktop steckt die Idee, dass Unternehmen über die Zeit von PCs auf günstige Thin Clients migrieren und schließlich alle Vorgänge aus dem Rechenzentrum heraus ausführen.

XenDesktop 5, die neueste Version der Lösung kam im Oktober 2010 auf den Markt. Zu den neuen Funktionen zählen ein touch-fähiger Support für die nächste Gerätegeneration, die Verbindung zu einer neuen Generation von Windows-, Internet- und SaaS-Anwendungen und eine komplett neu gestaltete Bedienoberfläche.

XenServer

Der Citrix XenServer geht bei der Virtualisierung von Unternehmensdaten noch einen Schritt weiter. Mit Citrix XenServer können Unternehmen mehrere virtuelle Rechner auf einem physischen Server betreiben. Damit nimmt die Anzahl der benötigten Server drastisch ab, was die Kosten für Unterbringung, Kühlung und Verwaltung der Server senkt. Die zugrundeliegende Xen-Hypervisortechnologie trennt die virtuellen Rechner auf dem Server voneinander, sodass auf den Computern unterschiedliche Betriebssysteme und Anwendungen ausgeführt werden können.

Xen-Hypervisor ermöglicht auch eine Live-Migration. Dabei kann ein virtueller Rechner während des Betriebs auf einen anderen physischen Server verschoben werden. Dank dieser Fähigkeit kann auf Software- und Hardwareausfälle aufgrund von planmäßigen Upgrades und außerplanmäßigen Fehlern während des Arbeitstages reagiert werden, ohne die Endanwender in ihrem Tagesgeschäft zu stören. Das ist ein klarer Vorteil für die IT.

In einer Studie von 2009 untersuchte SAP die Vorteile der Implementierung von Citrix XenServer im eigenen Unternehmen. Das Ergebnis? SAP war in der Lage, die Anzahl der Serverschränke von 30 auf 6 zu reduzieren – das entspricht einer Platzeinsparung im Rechenzentrum von 80 %. Auch die Energieeinsparungen waren enorm: Stromverbrauch und CO2-Emissionen wurden jeweils um 80 % gesenkt. Die Bereitstellungszeit für Server pro Anforderung verbesserte sich um 99 %. SAP konnte bei den Gesamtkosten 35 % einsparen.

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Eine Fallstudie von 2008 über die Implementierung von XenServer bei SAP zeigt die beeindruckenden Ergebnisse (Grafik: SAP)

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