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Kleine Teile, große Herausforderung

28. Februar 2017 von David Trites 57

MAPAL, SAP und Apple schaffen digitale Transparenz im C-Teile-Management von Werkzeugen.

Das Management von C-Teilen – kleinen, vergleichsweise kostengünstigen Teilen und Werkzeugen, die im Produktionsprozess verwendet werden – stellt die Fertigungsindustrie seit jeher vor große Herausforderungen. MAPAL, ein deutscher, familiengeführter Anbieter von Präzisionswerkzeugen für die Metallbearbeitung, nutzt innovative Technologielösungen von SAP und Apple, um diese Aufgabe zu bewältigen.

Die Verwaltung von C-Teilen erscheint zunächst nicht sonderlich kompliziert – bis man sich vergegenwärtigt, wie viele kleine Teile und Werkzeuge die großen Auto- oder Flugzeugbauer der Welt täglich benötigen. In den Beschaffungsprozess, die Lagerung, den Einsatz und die Wartung der einzelnen C-Teile sind viele verschiedene Abteilungen involviert, und neben den Teilen und Werkzeugen selbst müssen auch die zugehörigen, großen Datenmengen verwaltet werden. Ein effizienter Teilefluss ist deshalb nur durch eine nahtlose Zusammenarbeit von Produzenten und Lieferanten möglich.

Entgegen dem ersten Eindruck ist das C-Teile-Management also sehr komplex – und außerdem kostspielig. So sind die administrativen Kosten im Vergleich zum Warenwert überproportional hoch. Zudem sind riesige Mengen wichtiger Daten in unterschiedlichen Systemen und Tabellen verteilt – über das gesamte Netzwerk an Herstellern und Lieferanten hinweg.

Cloud-Plattform liefert Echtzeitdaten

Um diese Herausforderung zu bewältigen, hat MAPAL c-Com ins Leben gerufen, eine offene, cloudbasierte Plattform für das komplette Lifecycle-Management von C-Teilen. c-Com basiert auf der SAP Cloud Platform und bietet viele Vorteile.

Auf der Plattform können Produzenten und Lieferanten Daten zu C-Teilen einfach teilen und pflegen. Damit erhalten alle Beteiligten an beiden Enden der Lieferkette einen transpatenten Einblick in genaue Echtzeitdaten. Präzisere C-Teile-Daten helfen Fertigungsunternehmen, ihren Beschaffungsprozess standortübergreifend zu harmonisieren. So können Beschaffungskosten gesenkt und der Bestand optimiert werden.

„Wenn Lieferanten wie wir beginnen, Datensätze mit der Produktion zu teilen und auf einer zentralen Plattform mit ihr zu kooperieren, können wir wesentlich schneller und problemloser erkennen, ob und wann Teile und Werkzeuge aufgestockt, repariert oder ersetzt werden müssen“, erklärt Stephan Köstler, Engineering Manager für mechatronische Systeme bei MAPAL.

Über c-Com können Hersteller ihren Lieferanten genaue, standortübergreifende Berichte zum Einsatz und zur Leistung von C-Teilen bereitstellen. Lieferanten wiederum können die Plattform nutzen, um Produzenten über die aktuellen Spezifikationen und Neuerungen zu informieren und so den optimalen Einsatz von Teilen und Werkzeugen sicherzustellen.

Mobile App für Werkzeugdaten

Um den Upload und die Pflege von Datensätzen auf c-Com für Lieferanten zu erleichtern, hat MAPAL auf der Basis des SAP Cloud Platform SDK for iOS eine mobile App zur Datenpflege entwickelt. Mit der App können Techniker, die in Fertigungsanlagen arbeiten, Datensätze von C-Teilen unmittelbar vor Ort bearbeiten und in der Cloud speichern. Auch wenn keine WLAN-Verbindung verfügbar ist, sichert die App die Daten und lädt sie hoch, sobald das Mobilgerät wieder eine Verbindung herstellt.

„Eine mobile App zur Pflege von Werkzeugdaten ist wichtig, denn Techniker müssen eine Maschine vor Ort untersuchen, um zu sehen, wie sich ein Werkzeug verhält. Nur so erhalten sie genaue Daten. Die App bietet Funktionen zur Erfassung von Echtzeitdaten und aktualisiert die zentrale Datenbank, auf die jeder Beteiligte mit den entsprechenden Berechtigungen zugreifen kann“, fügt Köstler hinzu.

Mithilfe des SAP Cloud Platform SDK for iOS hat MAPAL außerdem eine mobile App zur Verwaltung von Werkzeugen in Fertigungsstätten entwickelt. Sie basiert auf der SAP Cloud Platform und liefert alle relevanten Werkzeuginformationen wie Metadaten, Einsatzinformationen und Ausfallzeiten in Echtzeit auf ein iOS-Mobilgerät. Mitarbeiter scannen einfach einen QR-Code auf dem Werkzeug, um seinen digitalen Zwilling und den zugehörigen Datensatz aufzurufen. Zusätzlich werden ihnen die Werkzeuge, die zur Fertigung eines Workitems erforderlich sind, und ein Überblick über die Effizienz der Gesamtproduktion angezeigt.

Die App zur Werkzeugverwaltung kann an ERP-Backendsysteme angebunden verwendet werden, um Bilder aufzunehmen, Notizen zu machen und Serviceanfragen an Lieferanten zu senden, wenn ein Werkzeug repariert oder ersetzt werden muss. Ist ein Ersatz notwendig, erscheint auf der c-Com-Plattform ein automatisches Pop-up mit einer Serviceanfrage, die der Benutzer mit nur einem Klick an den Lieferanten weiterleiten kann.

Wie ein Startup: MAPAL, SAP und Apple verbessern User Experience

Ein kleines Team von MAPAL arbeitet gemeinsam mit SAP und Apple an den innovativen Technologien. „Es gleicht der Arbeit in einem Start-up“, erklärt Köstler. „Wir stellen die Entwickler und Anwendungsszenarien und SAP und Apple haben die notwendige Erfahrung in den Bereichen Technologie und User Experience Design. Gemeinsam entwickeln wir auf der Basis unserer Ideen eine profitable Plattform und mobile Anwendungen, die echte Probleme lösen.“

Durch die Digitalisierung des C-Teile-Managements von MAPAL entsteht eine Win-win-Situation für alle Beteiligten in der Fertigungsindustrie. Sowohl Lieferanten als auch Produzenten profitieren von einer zentralen, cloudbasierten Datenverwaltung und mobilen Apps, die die Zusammenarbeit verbessern, Kosten senken und die Arbeitsplanung vereinfachen. „Alle Unternehmen in unserer Branche stehen vor der Herausforderung, Daten gewinnbringend zu nutzen. Wenn wir dieses Problem lösen, profieren auch alle anderen davon“, resümiert Köstler.

Erfahren Sie im Video, wie MAPAL intelligente IoT-Szenarien und moderne, intuitiv zu bedienende Apps für sein Werkzeugmanagement künftig nutzen will.

Fotos: MAPAL

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