Vorgestellt: Business One OnDemand

7. März 2012 von Christiane Stagge 0

Große Neuankündigung auf der CeBIT: SAP Business One gibt es künftig auch in der Cloud. Neben Business ByDesign ist Business One OnDemand damit die zweite Mittelstandssoftware, die sich über den Browser bedienen lässt.

Business One ist die “kleinste” Software von SAP. Sie eignet sich schon ab fünf Anwendern und ist speziell für kleine Unternehmen gedacht. Firmen sollen nun die Wahl haben, ob sie Business One als “onPremise-Lösung” – also auf ihren eigenen Firmenservern installiert – nutzen möchten oder ob sie lieber die OnDemand-Version verwenden wollen. Vorteile der Cloud-Anwendung sind niedrige Kosten und flexible Anbindungsmöglichkeiten. So haben beispielsweise große Unternehmen die Möglichkeit, mit Business One OnDemand kleine Tochtergesellschaften an ihr SAP ERP-System anzubinden.

Die Lösung bildet Prozesse wie Vertrieb, Einkauf, Lagerhaltung und Finanzwesen ab.

Business One OnDemand wird vorerst von den Partnern Hungarian Telecom, itelligence, Seidor, Singtel, Versino and Virtustream angeboten. Die Partner werden zustätzlich branchenspezifische Erweiterungen anbieten. Bereits jetzt gibt es über 500 Add-ons zu Business One. Hosting-Partner benötigen eine SAP-Hosting-Zertifizierung. Alle anderen können einen Subunternehmervertrag mit einem zertifizierten SAP-Hostingpartner abschließen.

Die OnDemand-Lösung wird in 18 Ländern verfügbar sein: Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Mexiko, Niederlande, Österreich, Schweiz, Singapur, Spanien, Südafrika, Tschechien, Ungarn und USA.

Vorteil: Keine Nutzerbeschränkung mehr

Als OnPremise-Lösung ist SAP Business One derzeit in der Version 8.82 verfügbar. Seit einigen Wochen läuft die Anwendung auch auf SAP HANA. Da auch kleine Unternehmen mit einer Vielzahl an Daten operieren, beispielsweise aus ihren Social-Media-Aktivitäten, möchte SAP die In-Memory-Technologie dem Mittelstand nicht vorenthalten.

Mit der Cloud-Variante von Business One sollen Kunden weitere Vorteile haben: Im Gegensatz zu Business ByDesign, das eine Mindestanzahl von 10 Nutzern voraussetzt, kann Business One OnDemand theoretisch schon ab einem Nutzer verwendet werden. Updates werden im laufenden Prozess eingespielt – der Kunde ist daher immer auf dem neusten Stand. Wie SAP während der Pressekonferenz versprach, kann Business One im Gegensatz zu Business ByDesign auch in der Private Cloud genutzt werden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Neue Funktionen für SAP Business ByDesign

SAP-Kommunikationschef Hubertus Külps (Foto: Christiane Stagge)

Für iPhone und iPad: Neue Funktionen für Business ByDesign

Business One OnDemand soll Business ByDesign keineswegs in Frage stellen. Auf der CeBIT präsentierte SAP weitere Funktionen für seine OnDemand-Suite. So gibt es neue Funktionen für iPhone und iPad wie Angebotsansicht, Account-Management, Lead- und Chancen-Management sowie Zeit- und Aufgabenerfassung.

Auch Dienstleister sollen von verbesserten Funktionen profitieren: So ist der Prozess für die Rechnungsstellung optimiert worden. Weiterhin ist es möglich, eine Umsatzkontrolle von bestehenden Kundenverträgen durchzuführen sowie Fortschrittsanalysen von laufenden Projekten zu betreiben. Für Vertriebs- und Produktionsmitarbeiter kommen weitere Funktionen für die ausgelagerte Logistik, Warenlieferung, Lagerhaltungskennzeichnung und Materialgruppen hinzu.

OnDemand-Anwendungen für Abteilungen

Neben den OnDemand-Suites wie Business ByDesign spielen im Cloud-Portfolio von SAP die Line-of-Business-Anwendungen (LOB) eine entscheidende Rolle. Dazu gehören Travel OnDemand, Sourcing OnDemand und Sales OnDemand. Sie sind vor allem für die Integration von Tochtergesellschaften und Filialen gedacht. Unternehmen wie Lufthansa und Hilti nutzen diese LOBs bereits erfolgreich.

Mit „Wave 9“ hat Sourcing OnDemand pünktlich zur CeBIT weitere neue Funktionen erhalten. So kann die Lösung jetzt standardmäßig in SAP SRM integriert werden. Die Software ist für Mitarbeiter aus dem Bereich „Beschaffung“ konzipiert. Sie unterstützt Funktionen für den strategischen Einkauf sowie das Vertrags- und Lieferantenmanagement.

Kauf von SuccessFactor treibt Cloud-Portfolio voran

Was seine Cloud-Anwendungen betrifft, hat SAP die Ziele hoch gesteckt: Bis 2015 will der Konzern 2 Milliarden Euro Umsatz mit seinem OnDemand-Portfolio gemacht haben.

Firmenzukäufe wie die erst kürzlich getätigte Akquise von SuccessFactors sollen dabei helfen. SuccessFactors hat sich auf OnDemand-Anwendungen rund um das Personalmanagement spezielisisert. Insgesamt gibt es 14 verschieden HR-OnDemand-Lösungen. SAP ist in der Lage, diese enstprechend zu integrieren. Beachtlich: Fast 80 Prozent seiner Cloud-Systeme betreibt SAP inzwischen selbst. Daneben setzt der Softwarekonzern weiter auf die Amazon-Cloud.

Im SAP STORE können Kunden mittlerweile zwischen 1200 Applikationen wählen. 600 davon stammen von Partnern.

Presseroundtable zum Thema SAP Cloud-Strategie (Foto: Christiane Stagge)

 

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