Cloud-ERP: Nur zu Beginn günstig

23. April 2013 von Sebastian Nikoloff 0

Foto: iStockphoto

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Klar, die Cloud. Schon seit Längerem weit mehr als Trendthema für Entscheider in der Unternehmens-IT. Viel wurde über ihren Nutzen, die Vorteile und Risiken geschrieben. Viele Unternehmen probieren sich an der Cloud aus und legen kleinere Teilsysteme ins Netz. Doch beim ERP (Enterprise Resource Planning) bleibt die große Frage nach der Cloud oft unbeantwortet. Zu groß sind die Konsequenzen einer falschen Entscheidung. Immerhin ist das ERP das Herz eines jeden Unternehmens. Hier liegen kritische Unternehmensprozesse, hier werden kritische Daten verarbeitet, oftmals liegt in den Prozessen immenses Know-how. Da geht man nicht ohne Not ran.

Daher verzichten Unternehmen auf Effizienzsteigerungen – in immensem Umfang: Über zehn Jahre betrachtet, können die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership) 50 bis 60 Prozent unter denen einer herkömmlichen On-Premise-Lösung liegen. Das haben Analysten von Booz & Company in einer Studie errechnet. Wer sich der Gretchenfrage nicht stellt, schlägt Geld in den Wind. Also: Soll das ERP in die Cloud? Wann ist der Wechsel am besten? Und dann ist da noch die Kostenfrage.

Cloud-ERP: Schneller implementiert

Aber der Reihe nach. Manche Vorteile der Cloud liegen auf der Hand: Lösungen aus der Cloud versprechen schnelle Implementierung. Ein Versprechen, das sich durchaus messen lässt: Während die Einführung eines klassischen On-Premise-ERP durchaus mal drei Jahre dauern kann, geht sowas bei Cloud-Lösungen in der Regel binnen vier bis acht Monaten über die Bühne, sagen die Analysten von Booz & Company. Mit der Cloud bleiben Unternehmen darüber hinaus auch flexibler: Sie bietet oft zusätzliche Funktionen, die sich bei Bedarf, beispielsweise schnellem Wachstum, schnell zuschalten lassen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Cloud-Betrieb ist teurer als On-Premise

Die Implementierungskosten von On-Premise-Systemen liegen erheblich über denen, die ein Cloud-ERP erfordern (siehe Grafik links). Hingegen sind die laufenden Kosten über einen 5-Jahres-Zeitraum betrachtet höher (siehe Grafik rechts). Quelle: Booz & Company

Einer der wichtigeren Faktoren dürfte für viele CIOs auch die Sicherheit sein. Sicherheitsstandards entwickeln sich rasant – für die meisten Anbieter von Business-Software dürfte die Sicherheit der Cloud-Systeme ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Gerade bei kleineren Unternehmen oder Mittelständlern könnte fraglich werden, inwiefern sie mit diesen Standards mithalten können – und ob die Cloud nicht sicherer wäre? Denn rechnerisch lohnt sich der Schritt in die Cloud auf alle Fälle.

Punkten können Cloud-Lösungen in erster Linie durch substanziell niedrigere Implementierungskosten. Booz & Company hat nachgerechnet: Während in der Cloud im Regelfall 7 Mio. US-Dollar an Kosten für Personal, Hard- und Software anfallen, sind es bei On-Premise-Lösungen sagenhafte 80 Mio. Dollar. Dafür ist die Cloud im Betrieb etwas kostenintensiver. Klar, denn hier finden sich in geringerem Umfang die Kosten für Lizenzen und die Wartung wieder.

Cloud-Betrieb ist teurer als On-Premise

Bleibt also nur noch die Frage nach dem Wann. Im Wesentlichen sind für die Wahl des besten Zeitpunktes zwei Faktoren entscheidend: Wie umfangreich ist die Implementierung? Große Unternehmen haben es hier oft schwerer als kleine. Und zweitens: Wie komplex sind die Prozesse? Firmen mit Standardabläufen und wenig Anpassungsbedarf tun sich leichter als solche mit komplexen, individualisierten Abläufen.

Große Konzerne könnten sich mit einer Standard-Lösung aus der Cloud also möglicherweise schwertun. Dahingegen können kleine und mittlere Unternehmen hier echten Gewinn einfahren.

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