Cloud-HR bei Siemens

5. Juni 2013 von Holger Eriksdotter 0

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Foto: iStockphoto

Mehr als 50 Systeme verschiedener Anbieter hat Siemens seinerzeit evaluiert, bis schließlich die Auswahl auf die HCM-Lösung von SuccessFactors fiel. „Wir haben uns für SuccessFactors entschieden, weil es eine bewährte und global einsetzbare Lösung ist, die alle unsere Personalprozesse abdeckt“, sagt Norbert Kleinjohann, CIO bei Siemens.

Herausgekommen ist die globale Plattform 4Success, in der alle Tools und Personalprozesse auf die Anforderungen des globalen Unternehmens zugeschnitten sind. Im ersten Schritt wurde das maßgeschneiderte Performance Management Modul für 44.000 Mitarbeiter eingeführt. Dabei handelt es sich um einen Prozess für Feedback, Zielsetzungen und Leistungsbewertung. An den Sessions – bei Siemens „Round Table“ genannt – nehmen Manager der Geschäftsbereiche und Personalmanager teil. Schon Anfang 2011 nutzten mehr als 120.000 Mitarbeiter das Tool.

HCM-Software von SuccessFactors in 90 Ländern im Einsatz

Seither wurden auch die übrigen Module der HCM-Software von SuccessFactors installiert. Es unterstützt jetzt alle Personalkernprozesse in den Bereichen  Recruiting, Performance & Goals, Calibration, Succession & Development, Compensation Planning und Learning. Siemens nutzt das System in neun Sprachen (für Recruiting in 21 Sprachen) in mehr als 90 Ländern. Mit rund 20.000 täglichen Log-Ins greifen knapp 400.000 Nutzer darauf zu. „SuccessFactors ist zu unserem globalen IT-Standard für alle Prozesse im Bereich Recruiting- und Personalentwicklung geworden“, sagt CIO Kleinjohann.

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Kleinjohann

„Wir haben uns für SuccessFactors entschieden, weil es eine bewährte und global einsetzbare Lösung ist, die alle unsere Personalprozesse abdeckt“, sagt Norbert Kleinjohann, CIO bei Siemens.

Die Lösung von SuccessFactors schafft bei Siemens erstmals einen weltweiten Standard für das gesamte Personalmanagement. Sie ersetzt eine historisch gewachsene heterogene Landschaft von HR-Systemen, die aus verschiedenen Eigenentwicklungen und Produkten unterschiedlicher Anbieter bestand. „Manager von länderübergreifenden Teams mussten auf Informationen in mehreren Systemen zugreifen. Es fehlte die Standardisierung von Prozessen und die Übersicht über die weltweite Mitarbeiterentwicklung und Personalplanung“, blickt Jürgen Siebel, Head of Employee Development, zurück.

Es ging deshalb vor allem darum, die Vereinheitlichung des unternehmensweiten Personalmanagements voranzutreiben und eine weltweite Masterdatenbank zu schaffen, auf die alle Personalverantwortlichen zugreifen können. Die Implementierung des neuen Systems verbessert die Personalbeschaffung und –entwicklung sowie die Vergütung und Bindung des Talentpools. Zudem schafft die Plattform mit einer weltweit einheitlichen Terminologie die Basis für die Abstimmung von Kompetenzen und Leistungsbewertungen und erhöht damit unternehmensweit die Transparenz der Personalprozesse.

HR in der Cloud: Datenschutz durch intensive Penetrationstests validiert

Seit Juni 2012 läuft 4Success bei Siemens im Regelbetrieb. Dass das System in der ersten Ausbaustufe so schnell einsatzbereit war und sich trotz Anpassungen weltweit vergleichsweise unkompliziert ausrollen ließ, liegt auch an der Konzeption der SuccessFactors-Software als Cloud-Applikation. Dabei hat Siemens umfangreiche Maßnahmen getroffen, um alle Datenschutzanforderungen zu erfüllen, die sich aus einer Cloud-Lösung ergeben. Von Anfang an wurde mit intensiven Penetrations-Tests dafür gesorgt, dass die IT-Sicherheit jederzeit und weltweit gewährleistet ist.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: 1 Millionen Bewerbungen in zwei Monaten bekommen

Inzwischen haben alle 370.000 Mitarbeiter Zugriff auf das System. In den knapp zwei Jahren seit der Inbetriebnahme wurde fast 40.000 Stellenanforderungen und eine Million Stellenbewerbungen in 4Success bearbeitet. Dabei erlaubt das Recruiting-Modul jetzt auch, Bewerbungen von sowohl internen als auch externen Kandidaten schnell und effizient zu bearbeiten. Mit dem integrierten System und der zentralen Datenbank sind Leistungsmanagement und Zulagenplanung länderübergreifend möglich

Mit dem PMP-Tool wurden bislang etwa 1,8 Millionen individuelle Ziele vereinbart. Durch die hohe Integration und Konformität der HR-Prozesse können die Mitarbeiter stärker beteiligt werden, die leitenden Personalverantwortlichen erhalten einen globalen Überblick und können Mitarbeiterentwicklung und Nachfolgeregelungen besser planen.

4Success: 1 Millionen Bewerbungen in zwei Jahren bewältigt

Mit dem Instrument der Round Tables – 14.000 werden jährlich abgehalten – hat Siemens die Grundlage für unternehmensweit einheitliche Reports, Zielvereinbarungen und Leistungsbewertungen geschaffen. Der Personalführung stehen damit schneller umfassende Informationen zur Verfügung, so dass wichtige Entscheidungen auf fundierter Basis getroffen werden können. Ergebnis: Eine schnellere, zielgerichtete Weiterentwicklung von Talenten auf globaler Ebene.

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Die Transformation der Personalprozesse auf eine einheitliche Plattform bei Siemens belegt, welche Bedeutung qualifizierte Mitarbeiter heute für international agierendes Unternehmen hat. Gerade für ein Technologie-Unternehmen mit unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern fällt der Gewinnung, Weiterentwicklung und Bindung von Mitarbeitern eine herausragende Rolle zu. Schließlich müssen Kenntnisse und Fähigkeiten des Personals genauso breit gefächert sein wie das Unternehmen selbst. In einem äußerst wettbewerbsgeprägtem globalen Markt sucht nicht nur Siemens nach geeigneten Mitarbeitern: Die „richtigen“ Talente mit den gewünschten Qualitäten sind überall hoch begehrt und umkämpft.

Karriere: Position im Wettbewerb um „High Potentials“ verbessert

Mit der Einführung von 4Success hat Siemens nicht nur das gesamte Personalmanagement, sondern auch seine Position im internationalen Wettbewerb um High-Potentials deutlich verbessert. Zurzeit befindet sich eine Suite von ausgereiften Reporting- und Analysetools in der Entwicklung. Sie soll der Personalführung die Entscheidungsfindung weiter erleichtern. Das dient letztlich dem übergeordneten Ziel, HR-Prozesse nicht als transaktionale Services zu begreifen, sondern mit dem Personalmanagement einen messbaren Mehrwert für die gesamte Geschäftsstrategie zu schaffen.

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