Ausprobiert: SAPs Google-Wave-Konkurrenz Constellation

Feature | 20. Januar 2010 von Benjamin Blaume 0

Büro 2.0: Zusammen arbeiten mit Collaboration-Software

Büro 2.0: Zusammen arbeiten mit Collaboration-Software

Constellation ist SAPs Antwort auf den Trend zur sogenannten Office 2.0-Software. Solche Software versucht die Vorteile des Web 2.0 in die klassische Firmenumgebung zu bringen. Mit Collaboration-Software können mehrere Leute gleichzeitig, aber auch zeitversetzt, online an einem Projekt arbeiten. Daten, Fakten und Meinungen werden wie in einem Web-Forum ausgetauscht und können später eingesehen werden.

Das von der IT-Fachpresse als „Google-Wave-Killer“ bezeichnete Constellation besteht aus zwei Komponenten, einem cloud-basierten „Entscheidungs-Findungs-Tool“, welches im Web-Browser bedient wird und einer On-Premises-Installation, die auf Firmenservern liegt. Der Cloud-Part befindet sich momentan unter dem Codenamen 12sprints in einer geschlossenen Betaphase und soll bis Mitte 2010 veröffentlicht werden. Die Firmeninstallation soll in der zweiten Jahreshälfte folgen.

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Microsoft Office-Dokumente und PDFs zeigt 12sprints im Projektfenster an.

Microsoft Office-Dokumente und PDFs zeigt 12sprints im Projektfenster an.

Jedes Element bietet eine zusätzliche Kommentarfunktion

Jedes Element bietet eine zusätzliche Kommentarfunktion

Fünf bis dreißig Mitarbeiter

Im Online-Tool können Nutzer jederzeit ein Projekt, von SAP „Activity“ genannt, anlegen und dazu beliebig viele Kollegen per E-Mail einladen. Laut David Meyer, Vice President Emerging Technologies von SAP BusinessObjects, eignet sich Constellation am besten für fünf bis 30 Personen, die an einer Activity gleichzeitig arbeiten. In Zukunft will SAP Exportfunktionen einbauen, damit die Projektdaten auch durch Wikis oder via SharePoint einer größeren Nutzergruppe zugänglich gemacht werden können.

Projektvorlagen erleichtern den Einstieg

Projektvorlagen erleichtern den Einstieg

Beim Anlegen eines neuen Projekts kann der User sich für eins von sieben vorgefertigten Szenarien wie Decision Activity oder Research Activity entscheiden oder mit einer leeren Arbeitsfläche anfangen. Im Verlauf eines Projekts kann jeder Teilnehmer neue Elemente zu einer Activity hinzufügen. Zur Auswahl stehen derzeit 17 Business Tools, die in vier Kategorien – Basic, Coordinating, Deciding und Analysing – eingeteilt sind, darunter Management-Tools wie SWOT-Analyse, RASIC-Matrix oder Kosten- /Nutzen-Analyse.

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Freie Auswahl: 17 Business Tools liefert SAP mit

Freie Auswahl: 17 Business Tools liefert SAP mit.

12_Sprints_Beta_Login

Noch beschränkt: Die Software ist derzeit im geschlossenen Beta-Status

Offene Architektur

Im Katalog enthalten sind aber auch Basis-Elemente wie eine Zeitleiste, eine Vor- bzw. Nachteile-Sammlung oder ein Diskussions-Tool. Die derzeit vorhandenen Business-Tools sollen Schritt für Schritt ergänzt werden. Zudem arbeitet SAP derzeit an der Integration von Daten aus zahlreichen SAP-Anwendungen. Damit Nutzer auch die in ihren SAP-Systemen vorhandenen Daten in Constellation verwenden können, muss die On-Premises-Lösung installiert sein.

Dank einer offenen Web-Architektur können Smartphones, andere Geräte und Webdienste mit Constellation kommunizieren oder die Inhalte sogar integrieren. So ist auch eine Verschmelzung mit Konkurrenz-Produkten wie Google Wave geplant. In einem von SAP geplanten Marktplatz sollen Entwickler ihre eigenen Integrationslösungen später anbieten können.

Bei den Preisen für Constellation hält sich SAP derzeit noch bedeckt. Laut David Meyer sind momentan drei Preisstufen geplant. Darunter auch eine kostenlose Variante, die über einen begrenzten Umfang verfügen wird.

Aufgeräumt: Auf der Übersichtsseite werden alle offenen und abgeschlossenen Projekte aufgelistet.

Aufgeräumt: Auf der Übersichtsseite werden alle offenen und abgeschlossenen Projekte aufgelistet.

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