CRM-Expo 2010: Mehr als Gezwitscher

Feature | 13. Oktober 2010 von Christiane Stagge 0

Mobile Software im Fokus: SAP auf der CRM-Expo 2010 in Nürnberg (Foto: Christiane Stagge)

Mobile Software im Fokus: SAP auf der CRM-Expo 2010 in Nürnberg (Foto: Christiane Stagge)

Im vergangenen Jahr lag es noch versteckt in der Schublade, heute steht es im Mittelpunkt des Interesses: das iPhone. Als die Redaktion SAP.info im letzten Jahr die CRM-Expo in Nürnberg besuchte, stand mobile Kundenbeziehungssoftware für Blackberry im Vordergrund. Erst auf Nachfrage wurde das iPhone aus der Schublade geholt. Während Aussteller noch darüber diskutierten, ob sich das iPhone im Business-Segment durchsetzen wird, sind uns schon damals die Vorteile aufgefallen, die das Mobilgerät für Unternehmenssoftware bietet, siehe Artikel CRM im Vergleich: iPhone schneller als Blackberry.

In diesem Jahr nahm das Apple-Smartphone eine klare Vorreiterposition ein. So zeigte Itelligence neben SAP CRM 7.0, wie sich Sybase Mobile Sales auf dem iPhone bedienen lässt. Mit der Lösung haben Außendienstmitarbeiter die wichtigsten CRM-Funktionen wie Leads, Kontakte und Opportunities in der Hand. Während Leads die Kundenkontakte umfasst, kann der Mitarbeiter mit der Funktion „Opportunities“ Verkaufschancen berechnen und je nach Region und Branche abbilden. Sobald eine Datenverbindung besteht, synchronisiert sich die mobile Anwendung mit dem CRM-System der Firma.

EHP 1 für SAP CRM 7.0

Am Stand von Itelligence konnten sich Besucher auch gleich die Verbesserungen zeigen lassen, die das Enhancement Package 1 (EHP 1) für SAP CRM 7.0 bereitstellt. So ist im EHP 1 die Kreditprüfung bei der Serviceabwicklung integriert und auch Marketingmitarbeitern wird die Arbeit erleichtert: Nun ist es möglich, aus der großen Datenmenge an Kunden spezielle Kandidaten zu selektieren. Sucht der Nutzer beispielsweise aus seinen Kundenstamm alle männlichen Kandidaten, die vom Beruf Lehrer sind und in den USA leben, geschieht dies in Sekundenschnelle. Die Marketingabteilung hat damit ihre erforderliche Datenbasis für eine Kampagne.

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Verbesserung fürs Marketing: Itelligence zeigte EHP1 für CRM 7.0 (Foto: Christiane Stagge)

Verbesserung fürs Marketing: Itelligence zeigte EHP1 für CRM 7.0 (Foto: Christiane Stagge)

Sybase Mobile Sales

Sybase Mobile Sales auf dem iPhone. Die Synchronisation erfolgt automatisch. (Foto: Christiane Stagge)

Sybase Mobile Sales für Blackberry angekündigt

Damit Sybase Mobile Sales funktioniert, muss Middleware wie der SAP NetWeaver Mobile und die SAP Unwired Platform installiert sein. Tobias Philipp, Presales Manager EMEA von Sybase, beruhigte die Kunden, die sich darum sorgen, dass SAP den NetWeaver Mobile fallen lasse. Diese als Co-Innovationsarchitektur bekannte Architektur, die die mobilen Endgeräte über SUP und Netweaver Mobile an SAP anbindet, ist weiterhin die mobile Enterprise Architektur und steht nicht zur Debatte. Weitere Planungen für 2011 und darüberhinaus hinsichtlich mobiler “Standard Applikationen” neben Mobile Sales CRM und Mobile Workflow wie etwa Mobile Service werden derzeit intern diskutiert und bekannt gegeben. Aktuell ist es so, dass der Partner msc-Mobile bereits eine  Mobile Service Lösung mit SAP PM Integration auf Basis der Sybase/SAP Co-Innovationsarchitektur anbietet.

Mobile Software für den Blackberry

Auch für Blackberry-Besitzer gab es neue mobile Software zu sehen. So hat die Syst AG zusammen mit Mieschke Hofmann und Partner eine eigene SAP-Lösung für den Blackberry entwickelt. Der Client umfasst die wichtigsten Grundmodule von SAP CRM wie „Kunde“, „Anrufliste“ und „Aktivitäten“. Die Software kostet einmalig 40.000 Euro. Der Nachteil: Die mobile Lösung synchronisiert sich automatisch jede viertel Stunde. Die Daten aktualisieren sich daher unter Umständen mit einer längeren Verzögerung als bei Sybase Mobile Sales.

Ganz ohne Middleware kommt Mobility for SAP von isec7 aus. In unserem Messerundgang auf der SAPPHIRE NOW 2010 haben wir die Lösung bereits ausführlicher vorgestellt. Die Verbindung von Blackberry zum heimischen Server erfolgt durch ein ABAP-basiertes Webservice-Add-On. Der Hersteller verspricht eine kurze Implementierungszeit von fünf bis sechs Tagen.

Auf der CRM-Expo wurde auch der ebf connector vorgestellt, den Sie sich hier herunterladen können. Mit dem ebf connector werden Termine, Kundendaten und Aufgaben mit dem Mailprogramm, und dem SAP ERP-System synchronisiert. So sieht der Mitarbeiter in der Zentrale, wenn der Kollege sich von unterwegs aus einen neuen Termin eingetragen hat. Das verhindert eine Doppelung oder Überschneidung bei der Terminvergabe.

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Auch für den Blackberry gibt es mobile CRM-Software (Foto: Christiane Stagge)

Auch für den Blackberry gibt es mobile CRM-Software (Foto: Christiane Stagge)

Schlafsessel

Kleine Pause zwischendurch: Auf der CRM-Expo präsentieren 178 Aussteller Produkte für Marketing und Vertrieb (Foto: Christiane Stagge)

Umsatz durch Twitter

Besucher der CRM-Expo können sich noch bis heute bei insgesamt 178 Ausstellern und 110 Vorträgen über neue Software für Vertrieb und Marketing sowie über Dienstleister informieren. Waren im letzten Jahr noch klassische Themen wie Service, Mobility und Security angesagt, steht jetzt Social CRM im Mittelpunkt der Messe: Welche Absatzkanäle und Kommunikationsmöglichkeiten ergeben sich aus Facebook, Twitter und Co.? Wie baut man virale Kampagnen im B2B-Umfeld auf? Laut einer Umfrage der Deutschen Telekom sind 80 Prozent der Führungskräfte in sozialen Netzwerken engagiert. Die Barrieren, direkt mit CIOs über Xing oder Facebook in Kontakt zu treten, werden geringer.

Das klassische Kundenbeziehungsmanagement verändert sich durch Social Media. Twitter und Co. sind zu neuen Absatzkanälen für Firmen geworden. Georg Blum, Inhaber und Geschäftsführer der CommunDia GmbH und Vorsitzender des CRM-Council DDV erinnert an das Beispiel von Dell. Das Unternehmen hat laut eigenen Angaben in den Jahren 2008 und 2009 6,5 Millionen Dollar Umsatz durch Social Media gemacht. Dell benutzt dabei Twitter, um Sonderangebote zu bewerben oder Kundenbeschwerden abzufangen und auch eigene Microsites und Communities wie Direct2Dell oder IdeaStorm.

Facebook biete mit seiner Chat-Funktion die Möglichkeit, direkt mit seinen Fans und damit Kunden zu kommunizieren, so Blum. Keine Angst vor unerwünschten Kommentaren: Kritik sei zwar auf den ersten Blick imageschädigend, bietet jedoch die Möglichkeit, sofort entsprechend zu reagieren und Fehler auszubügeln. Das sorgt für zufriedene Kunden. Es bringe nichts, wenn Unternehmen ihren Mitarbeitern verbieten, sich an sozialen Online-Netzwerken zu beteiligen. Über Xing und Co. haben Unternehmen die Chance, das eigene Unternehmen zu positionieren und neue Mitarbeiter zu gewinnen, anstatt sich nur die eigenen Leute abwerben zu lassen.

SAP-Stand

Ob Twitter, Facebook und eigene Communities: Auch SAP ist in sozialen Netzwerken aktiv (Foto: Christiane Stagge)

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