Damit flüssiges Gold schneller fließt

Feature | 21. Juli 2004 von admin 0

Kunststoff verarbeitende Betriebe haben ein vielfältiges Produktportfolio, das zahlreiche Formen von Verpackungen für Branchen im Konsumgüterbereich wie etwa die Kosmetik-, Lebensmittel- und die chemisch-pharmazeutische Industrie ebenso umfasst wie Abdeckungen für die Automobilbranche und Folienhersteller. „Egal, ob ein Unternehmen Folien, Kunststoffprofile oder Spritzgussartikel produziert, und unabhängig von der Branche, für die ein Betrieb fertigt: Mittelständische Kunststofffertiger benötigen eine voreingestellte Branchenlösung, welche die drei unterschiedlichen Herstellungsverfahren abdeckt“, fasst Rainer Rathgeber, Geschäftsführer des SAP Business Partners CUBIS Solutions, zusammen.

Problem erkannt, Lösung entwickelt

„Unser Unternehmen hatte durch zahlreiche SAP-Installationen bei Betrieben der Kunststoff verarbeitenden Industrie in ganz Deutschland bereits früh erkannt, dass sich Anforderungen der einzelnen Unternehmen hinsichtlich der Abbildung ihrer Geschäftsprozesse im SAP-System sehr ähneln”, so Rainer Rathgeber weiter. „Wir haben diese Erfahrungen zusammengetragen und dokumentiert und daraus die Branchenlösung IS-PI entwickelt“, ergänzt sein Kollege Jörg Becks. Die Lösung baut auf dem SAP-Standard auf und enthält keine Modifikationen. Der Vorteil für Anwenderfirmen ist, dass sie jederzeit problemlos auf den neuesten SAP-Releasestand migrieren können. IS-PI läuft derzeit auf dem aktuellen Release 4.7 von SAP R/3 Enterprise und ist nach Angaben von CUBIS Solutions die bisher einzige Branchenlösung für die Kunststoffindustrie, welche von SAP qualifiziert wurde.
Neben den klassischen ERP-Funktionen im Bereich Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung bildet die qualifizierte mySAP-All-in-One-Lösung branchentypische Geschäftsprozesse ab. Dazu gehören logistische Abläufe im Werkzeugbau, in der Fertigung, Instandhaltung und Stückkostenermittlung. Auch gesetzliche Bestimmungen wie die Chargenrückverfolgung – die entsprechende EU-Verordnung 178/2002 tritt am 1. Januar 2005 in Kraft – hat das Essener IT-Unternehmen in der Kunststofflösung bereits berücksichtigt. Speziell im Produkthaftungsfall wächst mit der neuen EU-Verordnung der Druck, Entstehungsprozesse lückenlos nachzuweisen. Unternehmen, die Kunststoffverpackungen an die Lebensmittelindustrie liefern, sind dabei „mit IS-PI auf der sicheren Seite“, so Jörg Becks weiter, denn diese Anforderungen sind bereits integriert. Gleiches gilt für Betriebe, die Kunststoffteile für die Medizintechnik oder den Automobilbau produzieren, denn auch hier werden alle Chargen genau zurückverfolgt.

Prozesse verbessern, Kosten senken

Die qualifizierte mySAP-All-in-One-Lösung optimiert zudem branchentypische Unternehmensprozesse wie den Werkzeugbau, also die Herstellung von Kunststoff-Formen. Hat ein Unternehmen keine Werkzeugfertigung, so entfällt dieser Punkt. Firmen, die über bis zu 50 Spritzgussmaschinen verfügen, können die Leitstandfunktion in IS-PI nutzen, welche die Simulation alternativer Planungsstrategien unterstützt. Dies stellt sicher, dass Maschinen optimal ausgelastet sind und eventuelle Störfälle schnell behoben werden.
Weiteres Plus von IS-PI: Vertriebsmitarbeiter können mit der Lösung des SAP Business Partners Termine und Kosten exakt vorausplanen. „Bereits beim Auftragseingang stellt das System den Vertriebsmitarbeitern alle für den Auftrag relevanten Preise und Materialkosten zur Verfügung“, erklärt Jörg Becks. „Damit ist genau absehbar, wann welche Werkzeuge und welche Maschinen belegt sind.“ Mitarbeiter erkennen eine mögliche Materialunterdeckung sehr zeitnah und können ablesen, wann Ausschuss- und Anlaufmaterialien zu erwarten sind. Der „enorme Vorteil dieser zuverlässigen Ressourcenplanung“ liegt für Becks auf der Hand, „denn so kann ein Unternehmen Liefertermine exakt bestimmen und einhalten sowie unvorhergesehene Engpässe vermeiden.“
Die Lösung schreibt außerdem automatisch Messbelege fort, was besonders für die genaue Herstellung von Kunststoffteilen wichtig ist. Die Belege zeigen an, in welchen zyklischen Abständen die Formen, in die der Kunststoff gegossen wird, überarbeitet werden müssen. Die Ergebnisse dieser Überprüfung fließen in Form von Messbelegen dann in einen Wartungs- und Instandhaltungsplan ein, und alle dazugehörigen Kosten werden den jeweiligen Aufträgen zugeordnet. Vertriebsmitarbeiter können auf diese Daten zugreifen und Angebote und Aufträge entsprechend kalkulieren und disponieren.
Durch die vollständige Integration von Finanzwesen und Controlling – übrigens ohne zusätzliche Schnittstelle im ERP-System – sind sämtliche Produktionsabläufe transparent und per Knopfdruck abrufbar, da die Software alle Prozesse in einem System abbildet. IS-PI verbessert Arbeitsabläufe zusätzlich durch Zuordnung von Text- und Konstruktions-Dokumenten zu Aufträgen, die auf einen Lagerort bezogene Materialverfolgung sowie finanzielle Planungsszenarien.

Komplettes Angebot für SMBs

CUBIS Solutions macht mittelständischen Kunststofffertigern, welche die qualifizierte Branchenlösung einführen wollen, ein Komplettangebot, wozu der Service sowie eine umfassende Schulung der Key-User gehören. Die Unternehmen sollten in jedem Fall zwei zusätzliche Server sowie eine Datenbank und ein Betriebssystem in das Projekt mit einkalkulieren. Diese Anschaffungen sind laut Jörg Becks nötig, weil ein SAP-System in der Regel eine zwei- bis dreistufige Systemlandschaft – diese besteht aus einem Produktivsystem, einem Testsystem und einem Entwicklungssystem – vorsieht. Aufgrund der positiven Erfahrungen sowie des günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses empfiehlt das Unternehmen seinen Kunden als Datenbank Max-DB (vorher SAP DB). „Wir bieten IS-PI zwar zum Festpreis an, doch gibt es Variablen wie beispielsweise Typ und Anzahl der User sowie – wie oben erwähnt – mögliche zusätzliche Kosten für Hardware, Betriebssystem und Datenbank“, merkt Becks an. Der Geschäftsführer schätzt, dass „ein Unternehmen bei 20 End-Usern mit einer Gesamtinvestition von etwa 300.000 Euro rechnen muss.“ Die durchschnittliche Einführungsdauer veranschlagt CUBIS Solutions mit rund viereinhalb Monaten. Eine Mindestuserzahl nennt das IT-Unternehmen nicht, doch, so die Empfehlung, sollten mindestens zehn bis 15 Anwender mit dem System arbeiten.
„Wir haben IS-PI genau auf die Bedürfnisse der mittelständischen Kunststoffindustrie zugeschnitten, um dort Prozesse zu optimieren und zu beschleunigen“, fasst Rainer Rathgeber die Vorteile der Lösung zusammen. „Bei Kunststofffertigern, die unsere Lösung einsetzen, fließt das flüssige Gold Kunststoff künftig schneller als bisher.“

Weitere Informationen:

www.c-s.de

Dr. Andreas Schaffry

Dr. Andreas Schaffry

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