Das Internet der Dinge

Feature | 13. August 2008 von Velin Velkov, SAP Research Communications 0

„Im Internet der Dinge kommen die digitale und die physikalische Welt zusammen“, sagt Zoltán Nochta, der dieses Forschungsfeld bei SAP leitet. Er weist darauf hin, dass das Internet der Dinge weit über bekannte Smart Devices, die mit RFID-Etiketten versehen sind, hinausgeht. „Vermehrt werden physikalische Objekte über das Internet verbunden und die gesamten Muster von Nutzung und Mobilität innerhalb der physikalischen Welt neu geordnet, die Struktur von Unternehmenssoftware eingeschlossen“, beschreibt Zoltán Nochta die Beschaffenheit des Internets der Dinge.

Geschäftlicher Nutzen

Vom Internet der Dinge wird erwartet, dass es alle Bereiche der webbasierten Dienstleistungsgesellschaft tief greifend beeinflussen wird. Allein der Weltmarkt für Technologien, Produkte und Anwendungen, die mit dem Internet der Dinge in Bezug stehen, wird von heute zwei Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2012 auf mehr als 11,5 Milliarden US-Dollar ansteigen. Das entspricht im Schnitt einer jährlichen Wachstumsrat von fast 50 Prozent (Quelle: Forester Research, Global Extended Internet Forecast, 2006-2012, September 2006). Gewagtere Marktprognosen sagen ein Marktvolumen von mehr als 27 Milliarden US-Dollar bereits im Jahr 2011 vorher (Quelle: ABI Research, RFID Market Update, 2006).

Nochta fügt hinzu: „Das Internet der Dinge wird einen gewaltigen Produktivitätszuwachs bringen, insbesondere im Einzelhandel, der Fertigung, der Logistik und im Energiesektor.“

Chance für den Dienstleistungssektor

Das Internet der Dinge wird auch die Zukunft des Dienstleistungssektors aller wissensbasierten Wirtschaften prägen. Das könnte eine Marktchance vor allem für Start-ups sein und Arbeitsplätze im hochqualifizierten Bereich schaffen.

Eine praktische Anwendung, die bereits in Betracht gezogen wird, ist der Global Brand Protection Service (GBPS), der weltweite Markenschutz-Dienst. Produktfälschung, Schmuggel und andere ungesetzliche Handelsmethoden entwickeln sich weltweit schnell und halten zunehmend auch in anderen Branchen Einzug: von der Pharma- bis zur Fertigungsindustrie für Flugzeug- und Automobilersatzteile. Der GBPS ist einer von vielen denkbaren Anwendungsfällen, der es Markeneignern ermöglicht, ihre Originalprodukte über die gesamte Lieferkette hinweg zu schützen.

Experimentieren und Erfahren

Aktuelle SAP-Research-Projekte zum Internet der Dinge:

SAP Research hat bereits für zwei so genannten „Living Labs“ den Weg bereitet, in denen die Anwender und ausgewählte SAP-Kunden direkt in die Erforschung des Internets der Dinge einbezogen werden: das Future Retail Center und die Future Factory.

Das Future Retail Center in Regensdorf (Schweiz) und die Future Factory in Dresden (Deutschland) sind die meist beachteten Beispiele der Forschungsarbeit von SAP Research hinsichtlich des Internets der Dinge. Sie ermöglichen es Endnutzern und SAP-Kunden, sich an der SAP-Forschungstätigkeit zu beteiligen.

Im Future Retail Center zeigt SAP Research die Gemeinschaftsprojekte mit ihren Partnern aus dem Einzelhandel, der Verbrauchsgüter- und Hightech-Industrie mit dem Schwerpunkt gestraffter Einzelhandelsabsatz auf Basis der RFID-Technik. Im Fokus die drei Szenarien: Strategien für Einkauf, Logistik and Einzelhandel.

Die Future Factory Initiative ist ein Gemeinschaftsprojekt von SAP Research und Partnerorganisationen aus Industrie (einschließlich HP und Intel) und Lehre. Das Ziel: Forschung und Entwicklung für die Fertigungsindustrie zu fördern. Die Future Factory ist in den folgenden Bereichen aktiv:

  • Future Factory Lab: ein Living Lab für Tests und Vorführungen,
  • Real World Test-bed: ein dezentrales Fertigungsszenario,
  • Center of Excellence: eine Plattform für die Kommunikation von Fachleuten aus der Fertigung – innerhalb wie auch außerhalb der SAP

Federführend bei diesem Thema hat SAP Research auch die im März 2008 in der Schweiz stattgefundene Konferez Internet der Dinge gesponsert.

Leave a Reply