Das kann SAP Predictive Analysis

11. Dezember 2012 von Heather McIlvaine 0

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Was war die wichtigste Ankündigung, die man auf der SAPPHIRE NOW in Madrid vermisste? Eine Lösung für Vorhersageanalysen (Englisch: predictive analytics) des SAP-BusinessObjects-Portfolios für Business Intelligence. Besucher konnten die Lösung zwar bereits im Einsatz erleben und sich über die Funktionen informieren.

Doch erst am 27. November war es soweit: Mit SAP Predictive Analysis, so der Name der Software, können Anwender in vielen Geschäftsbereichen und Branchen ab sofort Prognosen für Umsatz, Absatz, Kosten und andere Faktoren erstellen. Während sich diese Analyselösung an den Nichtfachmann richtet, bietet die SAP auch Vorhersagefunktionen für Entwickler und eingefleischte Datenanalysten auf der Plattform SAP HANA. Mit dem kommenden Release werden Unternehmen in der Lage sein, SAP Predictive Analysis in SAP HANA zu integrieren, sodass beide Zielgruppen berücksichtigt werden. Je nach Implementierung kann dann über SAP Predictive Analysis auf Daten in SAP- und Drittsystemen, u.a. CRM und ERP, Universen in SAP-BusinessObjects-Lösungen für Business Intelligence, SAP HANA, im Server SAP Sybase IQ, Oracle sowie auf unstrukturierten Daten wie Social Media zugegriffen werden.

Mögliche Anwendungsszenarien für Vorhersageanalysen

In der Telekommunikationsbranche könnten diese Analysen im Bereich der Kundenabwanderung verwendet kommen. Mit Hilfe von SAP Predictive Analysis könnten Unternehmen also feststellen, welche Kunden ihre Verträge voraussichtlich kündigen werden, und entsprechend darauf reagieren. Ein Unternehmen in der verarbeitenden Industrie könnte mit Vorhersageanalysen ermitteln, wie es seine Maschinen am effizientesten einsetzt. Und eine Bank könnte speziellen Kunden Kleinstkredite anbieten.

Auch wenn vorausschauende Analysen vielversprechende neue Funktionen für zahlreiche Branchen bieten – was nach Meinung einiger der erste Schritt in Richtung künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz ist –, weisen Lösungsexperten darauf hin, dass diese kein Ersatz für wirtschaftliche Zusammenhänge seien, die nur der Mensch verstehen kann. „Man stelle sich vor“, so ein Lösungsexperte bei einer Demo, „Sie würden eine Absatzprognose für eine bestimmte Woche in Madrid erstellen, ohne dabei den Generalstreik zu berücksichtigen.“ Äußere Faktoren wie diese werden in den verwendeten Datenquellen unter Umständen nicht immer dargestellt.

Aber, selbst wenn die Analyse auf präzisen Informationen beruht, stellt sich die Frage, ob  Benutzer diese richtig interpretieren – besonders im Falle von Anwendern mit geringer oder keiner analytischer Erfahrung. Heute können zehn Prozent der Mitarbeiter in Unternehmen Analysen abrufen. Gartner rechnet damit, dass diese Zahl bis 2020 auf 75 Prozent steigen wird. Man muss zwar kein Statistiker sein, um Analyseanwendungen wie SAP Visual Intelligence und SAP Predictive Analysis zu nutzen. Mit praktischen Drop-down-Menüs und übersichtlichen Grafiken sind diese auf die Anwender, nicht die IT-Abteilung, ausgelegt. Für Unternehmen wird es dennoch wichtig sein, ihre Mitarbeiter auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren zu schulen.

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Die SAP-Lösung für Vorhersageanalysen ist zwar noch nicht allgemein verfügbar. Die SAP hat aber ein Support Pack 5 für die Plattform SAP HANA (SPS5) angekündigt, mit dem neue Algorithmen für Klassifizierungen, Clustering, die Ermittlung von Ausreißern und Datenvorbereitung eingeführt werden. Diese sind jedoch eher für technische Entwickler und erfahrene Datenanalysten gedacht, die die Ergebnisse dann den Anwendern für Modellierungen und zur Nutzung zur Verfügung stellen. SPS5 wird auch die Predictive Model Markup Language (PMML) für die Integration und den Austausch von Vorhersagemodellen unterstützen.

Analysen für Anwender und Entwickler

Neben dem Update für die Plattform SAP HANA hat die SAP kürzlich weitere Analyseanwendungen auf den Markt gebracht. Dazu gehört auch das BI-Produkt SAP BusinessObjects Design Studio. Es stellt eine hervorragende Alternative zum BEx Web Application Designer dar, einem Tool, mit dem sich HTML-Seiten aus Inhalten des SAP NetWeaver Business Warehouse erstellen lassen. Der Hauptunterschied zwischen beiden Produkten besteht darin, dass das SAP BusinessObjects Design Studio für mobile Anwendungen genutzt wird, während der BEx Web Application Designer eine Desktop-Anwendung ist. Außerdem ermöglicht das Design Studio mehrdimensionale Analysen, sodass dem Benutzer nur die gewünschten Daten aus dem SAP NetWeaver BW und SAP HANA angezeigt werden. Es basiert auf der Entwicklungsumgebung Eclipse und verwendet geläufige Standards wie HTML5 und Java.

Im Vergleich zum Design Studio, das sich ganz gezielt an Entwickler richtet, sind die neuen HANA-basierten Anwendungen für den Benutzer in den Fachabteilungen konzipiert. Hier ein Überblick über die neuesten Releases. Weitere Informationen zu den Anwendungsszenarien und Details zu den Anwendungen finden Sie hier.

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