Das kleine Einmaleins für Enterprise SOA

Feature | 10. Januar 2007 von admin 0

Eine Software, die auf serviceorientierten Architekturen (SOA) basiert, ermöglicht Unternehmen, rasch auf ein sich veränderndes Geschäftsumfeld zu reagieren. Unternehmen können ihre Software flexibel an Geschäftsprozesse anpassen und damit die Agilität der IT-Operationen und der Geschäftsstrategie erhöhen. “SAP Discovery System for Enterprise SOA” erleichtert SAP-Kunden den Einstieg ins Thema: Beispiele und Übungen vermitteln den Umgang mit einer serviceorientierten Architektur innerhalb einer einsatzbereiten Enterprise-SOA-Umgebung. Die produktiven Systeme bleiben davon unberührt. Mit einem Szenario für das Beschaffungswesen etwa erhalten Anwender system- und applikationsübergreifend Zugriff auf den relevanten Geschäftskontext. Das Szenario basiert auf standardisierten Enterprise Services und bildet alle Stufen des Beschaffungsprozesses ab – von der Auftragserstellung über Bestandsanalyse, Erstellung eines Lieferantenverzeichnisses, Angebotseinholung, Vergabe des Beschaffungsauftrages, Bestätigung der Bestellung bis zum Empfang der Ware.
Das SAP Discovery System erlaubt zudem die schnelle Entwicklung von Composite Applications. Alle dazu notwendigen Komponenten werden auf einem einzigen Server bereitgestellt. Mithilfe der vorkonfigurierten Software können Entwickler Prototypen für Anwendungen kreieren und testen, wie sich auf Grundlage von Enterprise Services neue Geschäftsprozesse einfach und flexibel modellieren lassen. Dabei werden Standardkomponenten von SAP verwendet, wodurch sich bereits in einer Beispielimplementierung ein vollständiges Geschäftsszenario von ‚A bis Z’ durchführen lässt. Entscheider sind somit in der Lage, die Wirkung von Enterprise SOA richtig einzuschätzen. Sie erfahren, wie sich komplexe Geschäftsvorgänge, insbesondere die Prozesse, die organisations- oder unternehmensübergreifend ablaufen, adaptiv unterstützen lassen. Die Einblicke verdeutlichen, wie das Konzept im eigenen Unternehmen funktionieren kann.

Vorkonfiguriert und startklar

Zutatenliste

Zutatenliste

Das SAP Discovery System basiert auf der einfachen Formel “Hardware + Software + Content = reibungsloser Start” und umfasst eine vorkonfigurierte SOA-Umgebung, Zugang zu SAP-Software und -Werkzeugen sowie exemplarische Geschäftsprozesse. Da alle Bestandteile bereits installiert und vorkonfiguriert sind, ist das System nach dem Einschalten sofort einsatzbereit. Dazu gehören neben dem Betriebssystem, der Datenbank oder dem HP-Server unter anderem auch mySAP ERP 2005 sowie SAP NetWeaver 2004s.

Die Applikationen sind darüber hinaus mit Beispieldaten gefüllt und für eine wechselseitige Kommunikation bereit, denn die einzelnen Komponenten sind schon konfiguriert und integriert. So ist das Backend in der Lage, über SAP NetWeaver Exchange Infrastructure (SAP NetWeaver XI) mit einer Java-Applikation auf dem SAP NetWeaver Application Server (SAP NetWeaver AS) zu “sprechen”. Die einzelnen Bestandteile sind umfangreich dokumentiert. Anhand servicebasierter Beispielprozesse führt der Anwender Demos und Übungen aus: Beim “Request for New Supplier Master Data” legt er beispielsweise Stammdaten für einen neuen Lieferanten an – einfach und ohne technisches Fachwissen.

Stufenweise Wissen anpassen

Das SAP Discovery System durchläuft verschiedene Entwicklungsphasen, die dem jeweiligen Wissensstand eines Unternehmens im Hinblick auf Enterprise SOA entsprechen. Zunächst dient es als Lernumgebung. Anhand von Anleitungen können die Anwender Beispiele, etwa die Abwicklung eines auf Enterprise SOA basierenden Bestellprozesses, Schritt für Schritt nachvollziehen und sich so Inhalte eigenständig erarbeiten.
Sobald sich ein Unternehmen mit dem Thema vertraut gemacht hat, beginnt die zweite Phase: Das SAP Discovery System stellt alle notwendigen Entwicklungswerkzeuge wie das SAP NetWeaver Developer Studio, das Composite Application Framework (CAF) und Guided Procedures bereit und erleichtert einem Unternehmen erste Testentwicklungen. In der Regel handelt es sich hier zunächst um Beispiele mit geringem Funktionsumfang wie die Inventarisierung von Objekten am ersten Tag eines neuen Mitarbeiters. Denn der Anwender soll zunächst verstehen, wie die Komponenten einer Composite Application zusammenhängen.
In der letzten Phase werden individuelle Composites für interne Pilotprojekte oder Proof-Of-Concepts verwendet. Das SAP Discovery System unterstützt dabei die Zusammenarbeit mit internen Zielgruppen: “vorzeigbare” Resultate, die mithilfe des SAP Discovery Systems in einem Pilotprojekt erstellt werden, erleichtern die Kommunikation mit den auftraggebenden Geschäftsbereichen, da auf Basis der ersten Prototypen eine konkrete Diskussion über den Prozess und seine IT-technische Umsetzung möglich ist. Anstelle einer sehr technisch geprägten Fachdiskussion über spezifische Applikationen oder Technologien haben IT und Geschäftsseite die Chance, anhand konkreter Beispiele auf einer gemeinsamen Basis über das Gleiche zu sprechen.

Am Beispiel lernen

Das SAP Discovery System bietet eine Mustersammlung gängiger Geschäftsszenarien in Gestalt von Composite Applications. Sie bauen auf der aktuellen Version von mySAP ERP auf und setzen Enterprise Services auf Basis von SAP NetWeaver ein. Das Szenario für die Beschaffung etwa unterstützt die in diesem Bereich relevanten Rollen Verkäufer, Einkäufer, Beschaffungsleiter und Lagerverwalter. In diesem Szenario platziert der Verkäufer einen Auftrag, wobei er die Funktionalität von SAP Interactive Forms by Adobe nutzt. Der Beschaffungsleiter wertet mithilfe einer Analyse-Applikation in SAP NetWeaver Business Intelligence die aktuelle Lagersituation aus und startet anschließend eine Web-Dynpro-Anwendung innerhalb von SAP NetWeaver Portal, um eine Anfrage an verschiedene Lieferanten in Gang zu setzen. Er erhält die Angebote und bestellt die benötigten Teile. Schließlich erhält der Lagerverwalter die Ware und trägt sie in der ERP-Lösung ein.
Die Konfiguration von SAP NetWeaver Portal reflektiert die jeweiligen Anwenderrollen innerhalb des Prozesses und deren spezifische Schnittstellen, die im Workflow benötigt werden. Andere Komponenten, etwa SAP NetWeaver Master Data Management und SAP NetWeaver Exchange Infrastructure, laufen im Hintergrund ab. Sie harmonisieren die Daten und synchronisieren den Prozess. So können die Szenarien problemslos sowohl in heterogenen als auch in SAP-Umgebungen ablaufen.
Das SAP Discovery System enthält zudem weitere Musterszenarien: Mit dem “Investment Approval” sind Controlling-Abteilungen in der Lage, Investitionsanträge zu prüfen und freizugeben. Beim “Request for New Supplier Master Data” lassen sich Stammdaten für einen neuen Lieferanten einfach, effizient und ohne technisches Fachwissen anlegen. Mit Hilfe des “Request for Quotation Approval” wird die Zeit zwischen Kundenanfrage und Angebotsfreigabe verkürzt, Daten müssen nicht mehr doppelt geführt werden. Das “Production Order Rescheduling” ermöglicht es, eine umfassende Problemanalyse bei Ausfällen von Anlagen und Maschinen im Fertigungsbereich durchzuführen. In der “Store-specific Consumer Prices Maintenance” unterstützt eine intuitive Oberfläche die Anwender bei Anfragen nach Endverkaufspreisen einzelner Filialen und bei der Recherche nach Wettbewerbspreisen. Mit Hilfe der “Strategic Investment Buy Simulation” sind Einkäufer in der Lage, auf Ad-hoc-Angebote von Lieferanten in Echtzeit reagieren.
Zusätzlich gibt es einige analytische Szenarien. Diese sind Teil von SAP xApps Composite Applications for Analytics. Sie führen übergangslos Informationen aus verschiedenen Quellen innerhalb des Unternehmens zusammen. Jedes dieser Szenarien ist auf eine spezielle Aufgabe ausgerichtet, ausgeführt von einer bestimmten Anwenderrolle. Ein Szenario für Ausnahmeregelungen bei der Reisekostenabrechnung etwa erlaubt es Managern, auch solche Ausgaben abzubilden, die für die übliche Unternehmensmethodik eine Ausnahme darstellen. Zudem sind sie in der Lage, Angestellte über diese Ausnahmeregelungen zu informieren und entsprechende Änderungen im Backend vorzunehmen. Mithilfe des Szenarios für die Genehmigung von Investitionen sichten Analysten einzelner Geschäftsbereiche Anträge auf Finanzmittel. Deren Freigabe wird durch das Abbilden der finanziellen Metriken erleichtert, da hiermit der Antrag stets im Zusammenhang mit dem Gesamtbudget sichtbar ist.

Jewgeni Kravets

Jewgeni Kravets

Raimund Gross

Raimund Gross

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