Datenbestände optimieren

Feature | 13. Oktober 2003 von admin 0

Datenbanken sind ein neuralgischer Punkt in der Systemlandschaft. Steht hier nicht genügend Speicherplatz zur Verfügung, führt dies im schlimmsten Fall dazu, dass Anwendungen nicht mehr funktionieren. Eine wichtige Aufgabe von Datenbankadministratoren ist es daher, das Datenvolumen, dessen Wachstum und die Größe einzelner Objekte regelmäßig zu prüfen. Zudem verursachen umfangreiche Datenbanken hohe Betriebskosten, die sich senken lassen, wenn der Datenbestand optimiert wird. Die Services SAP Data Management und SAP Data Archiving Optimization unterstützen Unternehmen dabei.

Datenmengen verringern

Es liegt in der Natur der Sache, dass die in Datenbanken gespeicherten Informationsmengen über die Jahre hinweg anwachsen. Doch mit der Größe der Datenbank steigt auch der Verwaltungsaufwand. Hier schafft SAP Data Management Abhilfe. Bei diesem Service analysieren Experten von SAP zunächst die größten Tabellen der Datenbank, da diese ja die meisten Daten enthalten. Daraus ergeben sich Empfehlungen in vier Bereichen:

  • Daten vermeiden: Dazu ist es notwendig, unnötige Daten zu ermitteln und die Funktionen, über die diese Daten gesammelt wurden, abzuschalten.
  • Daten verdichten: Komprimierbare Daten werden identifiziert und zusammengefasst.
  • Daten löschen: Daten, die nicht mehr benötigt werden, sind mit Hilfe spezieller Methoden zu löschen, etwa Transaktionen, Reports oder den Einbau von Hinweisen.
  • Daten archivieren: Die Spezialisten zeigen Möglichkeiten auf, wo archiviert werden kann und geben einen Überblick über bereits durchgeführte Archivierungen im Unternehmen.
Hardwarekosten senken

Hardwarekosten senken

Die SAP-Experten führen SAP Data Management per Remote-Verbindung oder beim Kunden vor Ort durch. Der Service schafft wertvollen freien Speicherplatz und senkt so den Aufwand für die Datenbankadministration. Zudem lassen sich damit die Investitionen in neue Hardware verringern. Von diesem Service profitiert unter anderem der brasilianische Süßwarenhersteller Chocolates Caroto, wie Alexandre Mercadante Cidri, IT Infrastructure Coordinator des Unternehmens, erläutert: “Für uns hat es sich gelohnt, dass ein Team vom SAP Global Active Support den Service SAP Data Management bei uns durchgeführt hat. Wir haben damit die Größe und das Wachstum unserer Datenbank beträchtlich reduziert.” Erfahrungen aus anderen Projekten zeigen, dass SAP Data Management ein Verbesserungspotenzial von durchschnittlich 25 Prozent ermöglicht.

Richtig archivieren, Speicherplatz sparen

Auch wenn alle Möglichkeiten zur Datenvermeidung und -verdichtung genutzt werden und die Datenbank optimal organisiert ist, lässt sich deren Größe nur mit Hilfe eines durchdachten Archivierungskonzepts dauerhaft auf einer akzeptablen Größe halten. Dieses muss auf die individuellen Anforderungen des Unternehmens abgestimmt sein und in der Praxis “gelebt” werden. Der Service SAP Data Archiving Optimization unterstützt Unternehmen dabei, geeignete Archivierungsstrategien zu entwickeln. Zwei unterschiedliche Versionen stehen zur Wahl:

  • Assessment-Version: Besitzt das Unternehmen bereits eine Archivierungsstrategie, analysieren SAP-Experten diese gemeinsam mit den zuständigen Mitarbeitern und ermitteln Verbesserungsmöglichkeiten.
  • Empowering-Version: Liegen noch keine Erfahrungen mit der Datenarchivierung vor, geht es in erster Linie darum, ein umfassendes Archivierungskonzept zu erstellen und die Mitarbeiter in Sachen Archivierung und Datenanalyse zu sensibilisieren und zu schulen.

SAP Data Archiving Optimization beginnt stets mit einer Datenanalyse per Remote-Verbindung. Dabei untersuchen die SAP-Spezialisten die größten Tabellen im betroffenen System sowie die damit verbundenen Kopf- und Positionstabellen auf Archivierungspotenziale. Dazu zählen beispielsweise FI-Daten aus länger zurückliegenden Geschäftsjahren oder vollständig abgeschlossene Prozesse. Die Experten prüfen außerdem, ob das Housekeeping – also Routineaufgaben für den Systembetrieb, etwa das Löschen von nicht mehr benötigten Dateien, Verzeichnissen oder Berichten – ordnungsgemäß durchgeführt wird. Auf diese Weise lassen sich oftmals mit vergleichsweise geringem Aufwand große Erfolge, “Quick Wins”, erzielen.
Die Ergebnisse der Voruntersuchung sind Grundlage für die Lösungsvorschläge, die das Spezialistenteam per Remote-Verbindung und im Rahmen von Workshops erarbeitet. Dabei ist es wesentlich, die möglichen Lösungen gemeinsam mit den Kunden auf ihre Realisierbarkeit zu prüfen. Nur so entsteht ein Konzept, das ein Unternehmen mit den vorhandenen Mitteln umsetzen kann und das den größtmöglichen Nutzen bringt. Ziel des Services ist es, die zuständigen Mitarbeiter in die Lage zu versetzen, die Archivierungsstrategie künftig selbstständig an geänderte Anforderungen anzupassen.

Archive migrieren und konvertieren

Bei gravierenden Umstrukturierungen der Datenbanken in Produktivsystemen, etwa der Umstellung des Kontenplans, sollten die Änderungen auch in den Archivierungsläufen durchgeführt werden. Dies verhindert Inkonsistenzen zwischen Archiv und Datenbank, die unter anderem dazu führen, dass sich archivierte Daten nicht ordnungsgemäß anzeigen lassen. Auch für derartige Änderungen an Produktivsystemen und Archiven bietet SAP verschiedene Dienstleistungen an. Diese Services erbringt das Team System Landscape Optimization (SLO), das Migrations- und Konvertierungslösungen aus einer Hand anbietet. Änderungen an Archiven unterstützt SLO mit den Services Archivmigration und Archivkonvertierung.

Archivmigration

Archivmigration

Ziel der Archivmigration ist es, die in einem System archivierten Daten in einem anderen System zur Verfügung zu stellen. Dazu ist es notwendig, die Administrationsdaten für die Archivierungsläufe und dann die Archivdaten selbst vom Ausgangssystem in das Zielsystem zu übernehmen. Sinnvoll ist eine Archivmigration daher beispielsweise nach einer Zusammenführung von Produktivsystemen oder nach einem Umzug von Mandanten oder Buchungskreisen in ein neues System.

Archivkonvertierung

Archivkonvertierung

Bei der Archivkonvertierung geht es darum, nach der Umstellung einer Datenbank im Rahmen eines SLO-Projekts auch die betroffenen Archivierungsläufe konsistent anzupassen. Dies gewährleistet, dass sich Daten weiterhin fehlerfrei über Archive anzeigen und auswerten lassen. Dazu nutzt System Landscape Optimization eine spezielle Konvertierungsmethode, die auch in vielen SLO-Projekten im Produktivumfeld verwendet wird. Dabei werden die Änderungen zuerst direkt auf Datenbankebene mit Hilfe speziell generierter Programme durchgeführt. Diese Programme dienen anschließend dazu, die Archivierungsläufe umzustellen. Die Methode hat den Vorteil, dass sich alle Daten inklusive der Historie umstellen lassen und das System nach der Umstellung aussieht, als sei schon immer mit der neuen Konstellation gearbeitet worden. Über traditionelle Methoden, etwa den Batch-Input, ist dies nicht möglich, da hier in der Regel nur bezogen auf einen Stichtag gearbeitet werden kann und sich viele Änderungen nicht durchführen lassen.

Die Anforderungen der Kunden bestimmen das Vorgehen

Welcher Service ist der Richtige?

Welcher Service ist der Richtige?

SAP Data Management empfiehlt sich besonders dann, wenn die betroffene Datenbank über 200 GB groß ist und pro Monat um durchschnittlich zehn GB oder mehr wächst. Ergibt die Analyse des Datenbestands, dass eine neue oder verbesserte Archivierungsstrategie die Datenbank dauerhaft in einer akzeptablen Größe halten würde, ist zusätzlich der Service SAP Data Archiving Optimization sinnvoll.
Die Anforderungen der Kunden und die Datenbankgröße sind entscheidend dafür, dass die Verwaltungs- und Archivierungsservices optimal mit Konvertierungsprojekten zusammenwirken. Soll ein Konvertierungsprojekt auf einer relativ kleinen Datenbank erfolgen, empfiehlt es sich, erst dann zu archivieren, wenn das Projekt im Produktivsystem abgeschlossen ist. Auf diese Weise gelangen bereits die neuen Strukturen ins Archiv, so dass dieses selbst gar nicht erst umgestellt werden muss. Bei sehr großen Datenbanken hingegen ist eine Datenumsetzung im Produktivsystem meist nur dann in akzeptabler Laufzeit zu erreichen, wenn zuvor archiviert wurde. Das Archiv lässt sich in diesem Fall in einem gesonderten Teilprojekt umstellen, während im Produktivsystem bereits mit den neuen Strukturen gearbeitet wird.
Die meisten Projekte jedoch sind zwischen diesen beiden Extremen angesiedelt. Hier sollte im Einzelfall geprüft werden, ob vor der Konvertierung SAP Data Management oder sonstige projektspezifischen Maßnahmen zur Optimierung der Performance erforderlich sind, um die Laufzeit für die Umsetzung zu minimieren. Die Erfahrungen von SAP aus zahlreichen Konvertierungsprojekten sowie spezielle Werkzeuge zur Laufzeitschätzung tragen dazu bei, dass meist schon vor Projektbeginn Richtwerte genannt werden können.
Weitere Informationen zu den Optimierungsservices der SAP sind im SAP Service Marketplace zu finden unter www.service.sap.com/slo und www.service.sap.com/smo.

Stephanie Anschütz

Ute Rückert-Daschakowsky

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