Den gesamten Prozess abdecken

Feature | 26. Mai 2003 von admin 0

In den meisten Fällen nimmt die Einführung des Product Lifecycle Management (PLM) in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung ihren Anfang. Dort werden Funktionen implementiert, die den Prozess der Informationserzeugung zur Beschreibung von Produktentwürfen unterstützen. Gleichzeitig oder etwas später beginnt beispielsweise die Qualitätsmanagementabteilung mit der Einführung der gewählten Lösung. Textverarbeitungssoftware für die Dokumentation muss integriert werden und zwischen den Daten von Laborinstrumenten und dem Qualitätsmanagementsystem muss eine Schnittstelle angelegt werden. Die erforderlichen Prozesse zur Unterstützung dieses speziellen Prozessbereichs werden in dem System eingeführt, das vom Erzeuger der Daten ausgewählt wurde. Die anderen Abteilungen, unter anderem Entwicklung, Fertigung und Service, gehen ähnlich vor, wenn sie mit der Einführung des gewünschten Systems beginnen, um die Verwaltung ihrer produktbezogenen Informationen zu optimieren und stärker zu automatisieren.
Alle Parteien, die am Lebenszyklus des Produkts beteiligt sind, können zur Verkürzung der Prozesszyklen beitragen, indem sie die Systemunterstützung für die Prozesse einführen, die zum Anlegen und Pflegen aller produktbezogenen Informationen genutzt werden. Diese PLM-Einführungsstrategie wird durch die Erzeuger der Informationen und die Daten selbst gesteuert. Sie ermöglicht eine Verkürzung der Prozesszyklen, indem sie den Prozess der Informationserzeugung verbessert. Dementsprechend kann diese Strategie auch die Marktreife eines Produkts beschleunigen.

Integration von Abteilungen, Systemen und Informationen

Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis die Marktbedingungen die Unternehmen erneut dazu zwingen, den gesamten Produktlebenszyklus im Hinblick auf Marktreife, Qualität, Kosten und Innovation zu verbessern. Nur die Prozesse zur Erzeugung der Produktinformationen zu verbessern wäre eine unzureichende Voraussetzung für den nächsten großen Schritt, denn schließlich bieten die Prozesse, von denen die Informationen benötigt werden, das größere Optimierungspotenzial. Die Prozessteilnehmer verlangen zunehmend die richtigen Informationen zur richtigen Zeit.
So kann beispielsweise die Produktions- oder Serviceabteilung in einem frühen Stadium der Entwicklung detailliertere Entwurfsdaten anfordern, um Probleme bei der Produktion oder Wartung des Produkts aufzudecken und somit kostspielige spätere Änderungen vermeiden. Hat sich ein Unternehmen für einen Ansatz entschieden, der die Systemunterstützung im gesamten Lebenszyklus des Produkts implementiert, jedoch jeden Prozessbereich isoliert, muss es diese abgegrenzten Bereiche durch eine anspruchsvolle technische Integrationslösung miteinander verbinden, um eine integrierte PLM-Lösung über die gesamte Wertschöpfungskette zu schaffen.
Integrationslösungen, die lediglich freigegebene Daten von einem System zum nächsten übertragen, sind oftmals unzureichend, da die Informationsflüsse zwischen den Abteilungen sich sowohl in beide als auch nur in eine Richtung bewegen können. So bedeutet die Freigabe eines Produkts von der Forschung und Entwicklung an die Produktion beispielsweise nicht, dass sich das Produkt während der Produktion nicht verändern wird. In diesem Fall müssen die Informationen zwischen beiden Abteilungen fließen, und zwar in beiden Richtungen. Ein weiteres Beispiel ist eine existierende Baugruppe, die in einem neuen Produkt erneut verwendet werden soll. Bei der Wiederverwendung wird diese Baugruppe für das neue Produkt verbessert, und diese Verbesserung könnte auch auf das bestehende Produkt anwendbar sein. Wie können alle Änderungen einer Baugruppe über die Systemgrenzen hinweg weitergegeben und synchronisiert werden?

Nahtlose Integration der Einzelteile

Was macht letztendlich den Unterschied? Die Verbesserung des gesamten Prozesses, der Kostenstruktur und der Marktreife für ein innovatives Produkt – zu den richtigen Kosten für Produktion und Service. Da dieses Ziel nur erreichbar ist, wenn alle beteiligten Parteien zusammenarbeiten, müssen isolierte Systeme und Prozesse miteinander verbunden werden. Die ständig steigenden Kosten der Integration machen die positiven Rentabilitätseffekte jedoch zunichte und letztlich ist es unmöglich, immer neuere und immer bessere unternehmensübergreifende Prozessentwürfe über alle beteiligten Prozesse hinweg zu entwickeln. Die PLM-Initiative des Unternehmens wird im Detail erfolgreich sein, jedoch für den kooperierenden Prozessentwurf über die Abteilungsgrenzen hinweg keine Lösung zu einem akzeptablen Preis bieten. Wie kann man diese Probleme lösen? Muss ein Unternehmen immer gleichzeitig alle Parteien mit einbeziehen? Ist eine PLM-Initiative immer ein Big Bang?

Einführungswerkzeuge

Einführungswerkzeuge

Zur Lösung dieses Problems sollten die Unternehmen alle beteiligten Parteien zusammenbringen, um über die Grundlagen der PLM-Initiative zu entscheiden, die Parteien jedoch trennen, wenn die Details zu beschließen sind, die jeder Prozessbereich abdecken soll. Ein Ziel muss jedoch allen Parteien klar sein: Die Informationen, die sie erzeugen, müssen für ihre Kollegen in den anderen Abteilungen immer schnell und effizient zugänglich sein. So wird sichergestellt, dass man bei den zahlreichen Detailentscheidungen während der Einführung des PLM-Systems das Gesamtziel nicht aus den Augen verliert.
Bedeutet das nicht, dass eine PLM-Initiative in einem unkontrollierbaren Big Bang endet, bei dem alle Abteilungen ihre Prozesse ändern und verbessern müssen, ohne die Chance zu erhalten, aus den vorherigen Schritten zu lernen? Nicht im geringsten. Durch die Entscheidung für ein PLM-System, das den gesamten Produktlebenszyklus unterstützt, entscheidet sich ein Unternehmen lediglich für eine Produktdefinition, die für den gesamten Lebenszyklus gültig ist. Diese Entscheidung stellt sicher, dass alle produktbezogenen Informationen problemlos in denselben Kontext mit derselben Semantik gebracht werden können, da immer dieselbe Datendefinition genutzt wird. Nachdem diese Entscheidung getroffen wurde, können die Abteilungen mit der Ausarbeitung ihrer eigenen praktischen Schritte zu einer PLM-Einführung beginnen, die ihre spezifischen Anforderungen erfüllt.

Eine durchgängige PLM-Lösung

mySAP PLM stellt eine einheitliche Lösung zur Verfügung, in der die Prozesse aller beteiligten Parteien im gesamten Produktlebenszyklus integriert werden. Auf dem derzeitigen Markt bietet mySAP PLM die umfassendste Palette von Funktionen, die für eine echte PLM-Initiative benötigt werden. Theoretisch kann ein Unternehmen mit mySAP PLM eine Big-Bang-Einführung umsetzen, da die Lösung alle erforderlichen Funktionen beinhaltet. Diese Fähigkeit zwingt das Unternehmen jedoch nicht dazu, alles in einem Schritt zu tun, sondern gewährleistet vielmehr die Sicherheit, dass die Gesamtrentabilität der Investition in PLM gesichert ist und nicht in der Zukunft durch einen zunehmenden Integrationsaufwand geschmälert wird.

Auf dem Weg zu einem kompletten Unternehmenspaket

Neben den Einsparungen bei der technischen Integration bietet eine echte durchgängige PLM-Lösung wie mySAP PLM wesentliche Verbesserungen im gesamten Prozessentwurf. Da allen Prozessteilnehmern alle produktbezogenen Informationen rechtzeitig zur Verfügung stehen, können die Unternehmen den Prozessentwurf verändern und anstelle eines sequenziellen Ansatzes einen Ansatz verwenden, bei dem sich parallel ablaufende Prozesse überschneiden. Die Unternehmen können auf diese Weise die Marktreife eines Produkts erheblich beschleunigen. Ein paralleler Ansatz bedeutet, dass sich das Geschäftsumfeld eines Produkts zu einem unternehmensübergreifenden Geschäftsnetz wandelt, das sich auf einheitliche Informationen und einheitlichen betriebswirtschaftlichen Kontext stützt, ein Netz, das die richtigen Fachbereiche zur richtigen Zeit einbezieht, um die richtigen Entscheidungen so früh wie möglich zu treffen. Fehler werden frühzeitiger im Prozess erkannt und die Entwurfsdefinitionen beziehen alle Bereiche einschließlich Konstruktion, Produktion und Service ein. Mit einem unternehmensübergreifenden Geschäftsnetz steigt die Produktqualität, während sich die Zeit zur Marktreife noch einmal verkürzt.
Wenn man den Blickwinkel erweitert, erkennt man, dass ein gesamtes Ökosystem von Kunden und Partnern am Erfolg eines Produkts auf dem Markt beteiligt ist. SAP unterstützt daher das gesamte Geschäftsnetz der Unternehmen: mySAP PLM ist in eine komplette Paketlösung, mySAP Business Suite, integriert – mit Lösungen für Customer Relationship Management, Supply Chain Management, Supplier Relationship Management und robustem ERP.

Dirk Boessmann

Dirk Boessmann

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