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Design-Revolution bei Unternehmenssoftware: SAP nimmt Vorreiterrolle ein

30. November 2016 von Susan Galer 7

Im Interview erläutert Sam Yen, Chief Design Officer bei SAP, warum Firmen Unternehmenssoftware kaufen, das „Geheimrezept“ für die neue SAP-Benutzererfahrung (UX) und was im Bereich App-Design als Nächstes geplant ist, da maschinelles Lernen die Branche im Sturm erobert.

Wie hat sich das Software-Design in den letzten Jahren entwickelt?

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SAP-Design-Chef Sam Yen: ” Mit dem Design-Tool SAP BUILD lassen sich spielend einfach benutzerfreundliche Anwendungen erstellen.”

Die Adjektive, die Unternehmenssoftware beschreiben, drehten sich bisher um Merkmale, Funktionen, Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit, Robustheit, hohe Leistungsfähigkeit und Interoperabilität. Ebenso wichtig sind heute Benutzerfreundlichkeit, Zweckmäßigkeit und Einfachheit. Geschäftsanwendungen müssen diese neuen Erwartungen der Endanwender erfüllen. Eine Software, die nicht einfach zu bedienen ist, wird kaum Abnehmer finden. Wie und mit welchen Tools unsere Partner ihre Prozesse abwickeln hat sich verändert. Sie eignen sich Design-Fähigkeiten an, um gemeinsam Innovationen zu schaffen und Kunden völlig neue Möglichkeiten in der digitalen Welt zu bieten.

Wie sieht, angesichts dieser Veränderungen, die SAP-Vision für Unternehmenssoftware aus?

„Mit der Einführung von SAP Fiori, SAP Screen Personas und anderen Lösungen haben wir damit begonnen, unseren Unternehmenskunden eine benutzerfreundliche Oberfläche mit zeitgemäßem Bedienkomfort zu bieten. Nun wollen wir beim Design moderner Unternehmensanwendungen branchenweit führend sein. Diese Vision setzen wir um, indem wir unseren Kunden helfen, die Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben, die sie benötigen, um ein neues Anwendererlebnis zu schaffen. Dafür sind ganz andere Kompetenzen und eine andere Einstellung erforderlich.

Wie reagiert die SAP mit Innovationen, um diese Vision zu verwirklichen?

Viele unserer Kunden haben nur wenig Design-Erfahrung. Das macht es schwieriger, eine moderne Benutzeroberfläche einzuführen. Aber wir konzentrieren uns darauf, unsere Kunden darin zu unterstützen, diese wichtigen Design-Kompetenzen zu erwerben. Wir bieten ihnen eine Kombination verschiedener direkter Services, die Prozesse, Erfahrungswerte und Best Practices abdecken sowie Tools und Technologien für unsere eigenen Lösungen. Ein Beispiel hierfür ist SAP BUILD. Mit dem Design-Tool lassen sich spielend einfach benutzerfreundliche Anwendungen erstellen – unabhängig davon, ob es sich um bestehende oder neue Software handelt. Unsere Kunden profitieren bereits enorm von unseren Lösungen. Indem sie für zufriedenere Anwender sorgen, erschließen sie das volle Potenzial ihrer Investitionen in SAP-Lösungen.

Die SAP hat kürzlich den Design Value Award gewonnen, der vom Design Management Institute (DMI) verliehen wird. Warum ist diese Auszeichnung wichtig?

Wir sind sehr stolz auf diese jüngste Auszeichnung und natürlich auch auf die sieben Red Dot Design Awards, die wir in den letzten Jahren erhalten haben. Erst kürzlich hat Hasso Plattner die Personality-Auszeichnung des German Design Award 2017 erhalten – für seine Verdienste um die Verbreitung und Weiterentwicklung der Design Thinking-Methode. Diese Art der Anerkennung von weltweit bekannten Design-Experten zeigt, dass die SAP ihr Markenversprechen hält. Bei der Auszeichnung des DMI geht es darum, das Leben von Menschen zu verbessern und in der Geschichte der SAP ist dies die erste DMI-Auszeichnung. Ja, wir sind ein Technologieunternehmen, aber wir übertragen einen anwenderorientierten Prozess auf technische Innovationen. Genau darum geht es beim Design Thinking.

Können Sie Einzelheiten zum Projekt ETiCCS (Emerging Technologies in Cervical Cancer Screening) nennen? Inwiefern hat benutzerorientiertes Design hier etwas verändert?

Das ist ein tolles Beispiel dafür, dass Bedienkomfort eine genauso große Rolle spielt wie einzelne Funktionen. In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Heidelberg haben wir eine digitale Lösung für die Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs in Kenia entwickelt, denn dort ist diese Erkrankung die Todesursache Nummer eins bei Frauen. So konnten wir den Mitarbeitern der Hilfsorganisation eine Medizintechnik zur Verfügung stellen, die ihnen hilft, nachhaltiges Screening durchzuführen. Das Problem war, dass die Helfer die Technik nicht effektiv nutzten, denn der Screening-Prozess war papiergebunden. Wir wandten unsere Design-Thinking-Methode an, um uns ein vollständiges Bild davon zu machen, mit welchen Schwierigkeiten die Helfer zu kämpfen hatten. Dann haben wir eine Lösung entwickelt, die zum Arbeitsalltag der Helfer passt und dem Universitätsklinikum Heidelberg eine angemessene Überwachung ermöglicht. Unsere App sendet Daten an die SAP HANA Cloud Platform. Dadurch wird die Datensammlung vereinfacht und der Screening-Prozess beschleunigt. Mitarbeiter in verschiedenen Rollen, vor Ort und weltweit, können per Fernzugriff auf die Daten in der Cloud zugreifen. So tragen wir dazu bei, Leben zu retten.

Wir konzentrieren uns auf Innovationen mit zeitgemäßem Bedienkomfort, die auf SAP Fiori basieren.

Was können Kunden und Partner vom Engagement der SAP in Software-Design erwarten?

Wir setzen unseren eingeschlagenen Weg fort und konzentrieren uns auf Innovationen mit zeitgemäßem Bedienkomfort, die auf SAP Fiori basieren. Wir unternehmen zusätzliche Anstrengungen, um sicherzustellen, dass unsere Kunden sowohl Beratungs- als auch Technologieservices erhalten, die ihnen helfen, die positiven Effekte des Designs zu nutzen. Außerdem freuen wir uns über die jüngste Benutzeroberfläche und Design-Innovationen die auf maschinellem Lernen, digitalen Assistenten und anderen Trends basieren. Vor dem Computerbildschirm interagieren Menschen auf verschiedene Art und Weise mit der Technologie. Ob es nun um Virtual Reality, Augmented Reality oder Sprachassistenten geht, wir werden zu den Vorreitern gehören, die Kunden helfen, diese Neuerungen zu nutzen, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern.

Top-Foto via Shutterstock

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