Deutsche Firmen lässig mit SEPA

20. Juni 2013 von Andreas Schmitz 0

Coundtown Deutsche Bundesbank

Das Regensburger Beratungshaus drückt es freudlich aus: „Deutschland wacht langsam auf“ titelt ibi research erste Ergebnisse einer Befragung von mehr als 400 deutschen Unternehmen zum Thema SEPA, dem europaweit einheitlichen Zahlungsverfahren, das zum 1. Februar des kommenden Jahres von allen in Europa international Handel treibenden Unternehmen verbindlich eingesetzt werden muss.

Dabei wird schon beim ersten Blick auf die Zahlen klar: Viele Unternehmen sind nach wie vor weit davon entfernt, SEPA-ready zu sein. Jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) hat im besten Fall „vage Vorstellungen“ darüber, was SEPA ist. Die meisten Unternehmen haben zwar begriffen, dass besonders prozessual in Hinsicht auf das Einholen der schriftlichen SEPA-Mandate für die SEPA-Lastschrifteinzüge und IT-seitig umfangreiche Anpassungen nötig sind, gehen aber teilweise noch gelassen mit dem Termin der Umstellung um: Besonders kleine Unternehmen dürften Schwierigkeiten bekommen. Jeder vierte Befragte sieht entweder  keinen Handlungsbedarf oder langfristig die Notwendigkeit, sich vorzubereiten. Allenfalls rein nationale Geschäfte der Firmen könnten eine solche Einstellung rechtfertigen.

3 Prozent der Befragten haben noch nie von SEPA gehört

Bei mittelständischen Unternehmen ist die Situation besser. Doch sieht jedes dritte Unternehmen hier lediglich mittelfristig Handlungsbedarf, obwohl nur ein knappes halbes Jahr Zeit ist, die nötigen Umstellungen der Prozesse und IT-Anpassungen zu bewältigen. Die Situation in ihrer Bedeutung erkannt haben der Studie nach vor allem die Großunternehmen. 86 Prozent dieser Unternehmen gaben an, sofortigen Handlungsbedarf zu sehen.

Auf der nächsten Seite: SEPA-Hochphase in Q3 und Q4 2013

Aktuell haben nach eigenen Angaben sieben Prozent der befragten Unternehmen alle nötigen Vorbereitungen für SEPA getroffen und könnten morgen mit SEPA-gerechten Überweisungen und Lastschrifteinzügen starten. Die verbliebenen 93 Prozent werden vor allem im zweiten Halbjahr diesen Jahres aktiv. Besonders die Lastschrift macht den Firmen bis jetzt noch Kopfzerbrechen. Über 40 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sie in 2013 noch SEPA-ready werden. 17 Prozent der Befragten haben sogar die Ruhe, ihr SEPA-Projekt erst im Januar des kommenden Jahres abzuschließen und mit der SEPA-Firmenlastschrift (SEPA Business to Business Direct Debit) Geschäfte mit Geschäftskunden möglich zu machen.

Die Zeit läuft – auch auf der SEPA-Seite der Deutschen Bundesbank.

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