Die Arbeitsflut ist eingedämmt

Feature | 31. Oktober 2007 von admin 0

Seit vielen Jahren beliefert die Corbond Corporation den US-Markt mit Isolierprodukten aus Polyurethan-Schaum. Eigentlich ist das Unternehmen mit Sitz im Herzen des „Big Sky Country“ in Bozeman, Montana, eher für die Wärmedämmung bei Thermosflaschen, Kühlschränken, gewerblichen Gefriergeräten oder Kühlern bekannt. Vor einiger Zeit jedoch hat die Corbond Corporation ein Produkt entwickelt, das sich auch hervorragend für die Dämmung von Gebäuden eignet. Es besitzt den höchsten auf dem Markt angebotenen Wärmewiderstand, dient gleichzeitig dem Schallschutz und stützt darüber hinaus die Gebäudekonstruktion.
Derzeit wird der Dämmstoffmarkt in den USA von Glasfasermaterialien dominiert, deren Anteil laut Nigel F. Maynard, Chefredakteur des „Builder Magazine“, rund 85 Prozent beträgt. Allerdings, so das Magazin, „setzen immer mehr Bauunternehmern und Architekten bei der Wärmedämmung auf Polyurethan-Schaum, das am schnellsten wachsende Segment. Branchenkenner sind daher der Überzeugung, dass der Schaum die Glasfaser bald ablösen wird.“ Gute Nachrichten also für die Corbond Corporation.

Gesucht: „Riesenlösung“ in kleinem Paket

Die Verwaltung bei Corbond muss mit rund 20 Mitarbeitern auskommen, will jedoch in der Dämmstoffbranche in der gleichen Liga spielen wie namhafte Fortune-1000-Unternehmen. Corbond ist zwar noch nicht allgemein bekannt, hat sich auf dem Weg dorthin jedoch schon eine hohe Reputation bei Architekten, Bauträgern und Bauunternehmen verschafft.
„In diesem Rahmen“, so Ben Ganser, Chief of Operation and Finance bei Corbond, „haben wir vor rund zwei Jahren begonnen, die IT-Infrastruktur der Firma unter die Lupe zu nehmen. Als erstes stand für uns ein Buchhaltungspaket auf der Wunschliste.“ Zwei Ereignisse gaben hierfür den Ausschlag. Zum einen musste die Corbond Corporation damals der Bank einige Finanzdaten präsentieren – die Buchhaltung war jedoch nicht in der Lage, Nebenbuch- und Hauptbuchdaten abzustimmen. „Eine peinliche Situation”, erinnert sich Ganser nur ungern.
Zum zweiten gelang es den Sachbearbeitern zu dieser Zeit nicht herauszufinden, ob ein gewisser Kunde Anspruch auf Rabatt hatte. „Vier Stunden hatten die Mitarbeiter nach den entsprechenden Informationen gesucht, ohne Erfolg. Auf Anfrage bot uns der Hersteller der alten Anwendung an, speziell hierfür einen Bericht zu erstellen – eine reichlich unbefriedigende Antwort“, sagt Ganser.

Vom Regen in die Traufe

Ganser und sein Team führten daher mit Unterstützung eines externen Beraters eine Bedarfsanalyse durch und wählten eine neue Anwendung aus, die im April 2006 installiert wurde. Doch nach nur zwei Monaten war klar, dass Corbond hierbei kein glückliches Händchen gehabt hatte. Ganser: „Eine äußerst frustrierende Erfahrung. Die Software war so ressourcenintensiv, dass wir einen Mitarbeiter komplett für die Buchhaltung abstellen mussten – andere Arbeit blieb infolgedessen liegen.” Immer wieder sah sich die Verwaltung mit denselben, meist banalen Problemen konfrontiert, etwa wenn es darum ging, einen simplen Scheck auszudrucken. „Manche waren mit den komplizierten Abläufen der Software so unzufrieden, dass sie die Zahlen am liebsten wieder mit Bleistift und Papier addiert hätten“, kann Ganser heute über den Fehlschlag lachen.
Zu allem Überfluss war die neue Buchhaltungs-Lösung kostspieliger als die alte. Rund 2500 Dollar, rechnet Ganser vor, hatte das neue Produkt im Vergleich zu den 1100 Dollar des alten pro Woche verschlungen – und immer noch war es nicht möglich, Ressourcen einzusparen und die erhofften Berichte für die Firmenleitung zu erzeugen.

Schadensbegrenzung und Neuorientierung

Mehr zufällig erwähnte Ganser zu diesem Zeitpunkt seine schlechten Erfahrungen gegenüber einer Geschäftspartnerin. Corbond, so ihr Rat, hätte für eine vergleichbare Kaufsumme auch eine SAP-Lösung erhalten können – eine Überraschung für Ganser. „Uns war nicht klar, dass SAP auch Software für Firmen unserer Größe herstellt“, erzählt er.
Via Anfrage bei SAP wurde Ganser im Anschluss an Software Outfitters verwiesen, einen SAP Business Partner in Eagle, Idaho. „Schon bei der ersten Demo war uns klar, dass SAP Business One weit mehr ist als ein reines Buchhaltungspaket. Uns gefiel vor allem der strategische Aspekt“, so Ganser. Corbond definierte darauf hin den Business Case für einen erneuten Wechsel. „Wir mussten zwar den Verlust aus der Anschaffung der anderen Software in Kauf nehmen, aber es war der richtige Schritt.“
Die Implementierung von SAP Business One verlief reibungslos, sicherlich zum Teil auch deshalb, weil Corbond für die Einführung der „Zwischenlösung“ die notwendigen Vorarbeiten gerade erst geleistet hatte, etwa die Erstellung eines detaillierten Kontenplans. „Die Datenkonvertierung erforderte zwar noch beträchtliche Arbeit, ging aber mit Unterstützung der Berater von Software Outfitters problemlos über die Bühne”, merkt Ganser an. 13 Monate nach dem gescheiterten Vorgänger nahm die Corbond Corporation am 1. Mai 2007 den Produktivbetrieb mit SAP Business One auf.
„Wir haben nun Sicht auf und Kontrolle über alle Geschäftsprozesse“, bescheinigt Ganser seinem Unternehmen einen großen Schritt in Richtung Prozess-Exzellenz, wie sie auch die Großen der Branche haben. Die genauen Kosten für SAP Business One hat Ganser zwar unter dem Strich noch nicht addiert und mit den Vorgängern verglichen. Doch die Mitarbeiter brauchen für ihre Arbeit weniger Zeit und finden sich dank der intuitiven Bedien-Oberfläche auch leicht in die Routinevorgänge ein. Zudem haben die Kurse aus dem E-Learning-Katalog für SAP Business One, darunter zur Navigation der Lösung, zu Beschaffungs- und Vertriebsprozessen oder Chargen und Seriennummern, den Mitarbeitern enorm geholfen, sich rasch einzuarbeiten.
„Nach nur drei Tagen war die für die Fakturierung zuständige Mitarbeiterin hell begeistert“, nennt Ganser ein Beispiel. „Die Routineabläufe sind nun schnell erledigt, ihr bleibt Zeit für weitere Arbeiten.“ Auch erhält nun nicht nur die Bank zeitnah alle gewünschten Informationen. Ganser schließt: „Ich konnte dem Geschäftsführer die am besten aufbereiteten Finanzdaten seit drei Jahren vorlegen – und ein solcher Bericht lässt sich jetzt jederzeit rasch erstellen.“

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