Die Business-Apps des Herrn B.

28. August 2012 von Andreas Schmitz 0

Oliver Bussmann, CIO der SAP

Wenn Oliver Bussmann von Heidelberg nach Walldorf radelt, registriert „MapMyRIDE“ jede Pause, jeden Anstieg und jeden Geschwindigkeitsrekord. Die App passt auf, wenn der CIO der Softwarekonzerns SAP sich am Ufer des Neckar einen Moment ausruht, die Kette abgesprungen ist, er vor einer Ampel stehen bleibt oder bergab so richtig Tempo aufnimmt.

Dashboards – Treiber des Business

Nicht so viel anders funktionieren die Apps, die den Manager weit mehr beschäftigen, jene Business-Apps, die das Tempo des Business aufzeichnen. „Dashboards“, meint Bussmann, „sind der Treiber für Business-Apps – besonders für Führungskräfte“. Wie sind die Zahlen für das letzte Quartal, im Vergleich zum Vormonat, Vorjahr? Welche Produkte sind am besten gelaufen? Zweimal wischen, paarmal tippen und die Zahlen erscheinen auf dem iPad. Grün die Einnahmen, rot die Ausgaben. „Die Mobilisierung und die Echtzeitverarbeitung von Daten schafft ein völlig neues Nutzungsverhalten“, ist der CIO überzeugt.

Die Stärken der flinken In-Memory-Verarbeitung nutzen und per mobilem Frontend zur Verfügung stellen: Darin sieht Bussmann den aktuellen Trend. Doch der CIO denkt schon weiter, an die so genannte Predictive Analytics, Vorhersagemodelle, für die auch externe Einflüsse in die Prognosen mit hineingerechnet werden. Das geht nur, wenn das Tempo der Datenverarbeitung stimmt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2 “Über die SAP Box per iPad an Unternehmensdokumente kommen”

Mobile-Missionar Bussmann kommt  – das iPad lässig zwischen Sacko und linkem Unterarm geklemmt. So erscheint er zu geschäftlichen Besprechungen – in Führungsgremien, zu Teambesprechungen. Dass er hierfür stets top vorbereitet ist, dafür sorgt nicht zuletzt seine Assistentin Sarah Gervers, die etwa die Business App Board Doc über ein Content Management System von SAP-Partner OpenText mit vorbereitenden Unterlagen für Besprechungen füttert. Ursprünglich zunächst für den Aufsichtsrat und Ausschüsse entwickelt, ist diese App seit Mai diesen Jahres auch für  Executives im Einsatz.

Probleme der öffentlichen iCloud mit Afaria beherrschen

Für jeden Mitarbeiter nützlich und im Einsatz ist die SAP Box, über die jeder an seinen eigenen Ordner auf dem SAP-Server gelangt. Die Probleme, die die öffentliche iCloud mit sich bringt, sieht Bussmann durch das mobile Device Management von Afaria beherrscht. „Damit schließen wir die Lücken, wir bringen die Informationen nämlich nicht in die public, sondern in unsere private Cloud.“ Eine Sicherheitsrichtlinie gibt vor, dass das Gerät, das die SAP Box nutzt, hardwaremäßig verschlüsselt ist und dass Afaria draufgespielt wurde. Dann können Nutzer ihre Dokumente bearbeiten, anschauen, teilen, was auch immer.

Die dritte unentbehrliche App für Bussmann ist „Pulse News for iPad“: 50 Informationsquellen hat sich der SAP-CIO zusammengestellt, darunter Fortune, Business Insider, Venture Beat und Harvard Business Review, um mitzubekommen, welche die aktuellen Themen der Wirtschaftspresse sind. „Ich lese nichts Gedrucktes mehr“, sagt Bussmann, der auch in Hinsicht auf das papierlose Büro eine Vorreiterrolle einnimmt. „Ist auch besser, wenn ich es ausschließlich mobil lese, dann kann ich Inhalte sofort weiter geben, Kommentare verfassen und im Netzwerk aktiv sein“. Eine halbe Stunde seines Tages verbringt der Manager nach eigener Aussage damit, zu posten, zu kommentieren und zu netzwerken.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Welche mobilen Geräte SAP im Einsatz hat.

Mobile first“ ist das Motto bei SAP, das Bussmann offenbar vorlebt. Für die SAP-Kollegen und für externe Kunden. Nicht zuletzt deshalb sind aktuell 18.000 iPads, 1.500 Android-Geräte von Samsung, 13.000 iPhones sowie 18.000 Blackberrys von RIM für die Mitarbeiter im Einsatz. Die 1.500 persönlichen Geräte sind derzeit zusätzlich über Afaria gemanaged, eine Voraussetzung für die Nutzung von Privatgeräten und eine Auflage der Bring-Your-Own-Device-Policy der SAP. Auch wenn SAP sich aktuell als iPad-Vorreiter gibt, testet Bussmann gerade das von Fujitsu für Oktober angekündigte Windows 8-Business-Tablet. „Wir wollen, ja wir müssen vorbereitet sein“, so Bussmann.

Tags: , , , ,

Leave a Reply